Aktionskunst in Österreich

 

Inhalt:

 

Nach dem 2. Weltkrieg entstand eine Malerei, die nichts bereits Vorhandenes darstellen wollte. Es entstand eine "Kunst, um die Kunst zu verlassen"1. Die Spezialisierung und Wirkungslosigkeit der modernen Kunst der fünfziger Jahre veranlaßte viele Künstler dazu, eine völlig andere Richtung einzuschlagen. Durch das Brechen von Tabus wollten die Künstler die nur am Konsum orientierte Gesellschaft provozieren. Das Ziel der Aktionskünstler war eine Verbesserung der Gesellschaft und die Darstellung des wirklichen Lebens mit Hilfe der Aktionskunst (Leben = Kunst). Dies geschah durch die Integration von Alltagsprozessen und Gegenständen der Konsumindustrie in ein Kunstwerk

 

Happening und Fluxus:

Diese neuen Kunstformen wollten mit theaterähnlichen Inszenierungen die Grenzen zwischen Künstler und Zuschauer und die Trennung von Kunst und Leben auflösen. Der Zuschauer sollte die Möglichkeit zur Teilnahme haben. Die Fluxus-Bewegung wurde von dem Amerikaner George Maciunas 1962 in Wiesbaden gegründet und war eine Form der Aktionskunst, deren Veranstaltungen meist musikalischen Charakter hatten. Tanz, Theater, Objektdarstellung, Poesie, Malerei und Musik wurden in diesen Veranstaltungen in Aktionen (Happenings) verbunden. Es erfolgte eine Abgrenzung zur traditionellen Kunst. An der Entwicklung dieser Aktionskunst arbeiteten vor allem Joseph Beuys, Wolf Vostell und Daniel Spoerri intensiv mit.

 

 

Wiener Aktionismus

 

Der Wiener Aktionismus war ein eigenwilliger Beitrag Österreichs zu den internationalen Revolutionen von 1968. Mit ihrem sozialkritischen Radikalismus erregten vor allem Günter Brus, Otto Mühl, Hermann Nitsch und Rudolf Schwarzkogler internationales Aufsehen. Sie kämpften für eine Umwandlung der Gesellschaft und ihrer künstlerischen Ausdrucksformen mit Mitteln des Protests, die bis zu Haßorgien und Selbstmord führen konnten. Das Erleben der Abgründe der menschlichen Seele (Sadismus, Aggression, Geldgier, Perversität,...) sollte in einer neuen Gesellschaft für jeden Einzelnen möglich sein. Freiheit sollte darin bestehen, den unterdrückten Trieben zu folgen.

Ziel der Wiener Aktionisten war es, Geist und Materie in Einklang zu bringen, dabei wurde der Mensch in den Mittelpunkt der Kunst gestellt. Der Wiener Aktionismus entwickelte sich allerdings sehr isoliert vom internationalen Kulturgeschehen, da Wien kulturell am Rande lag und die Mehrheit der Bevölkerung mit Entsetzen über die Radikalität der Aktionen reagierte.

Um die Aktionen für die Zukunft festzuhalten, spielten die reproduzierenden Medien eine wichtige Rolle bei den Aktionskünstlern. Daher wurden auch die meisten Aktionen durch Fotos, Filme und Beschreibungen festgehalten und genau dokumentiert.

 

Aktionsmalerei:

Die Aktionsmalerei beansprucht einen Zeitablauf und ähnelt daher einer Theateraufführung. Der Zuschauer verfolgt die Entstehung eines Kunstwerks und kann sich zum Teil auch selbst daran beteiligen. Es wird gekritzelt, beschmiert und Farben und Flüssigkeiten werden auf die Leinwand gespritzt, geschleudert oder geschüttet. Viele Maler arbeiten dabei in einem tatsächlich empfundenen "Erregungs- und Entäußerungszustand"2. Verdrängtes soll an die Oberfläche gebracht werden und Sinnlichkeit und Triebhaftigkeit, das Unbewußte, spielen eine wichtige Rolle. "Die Abreaktion, die Erregung, die Lustaufwallung, die Enthemmung, die Ekstase, die Lösung tiefliegender Stauungen sollte sich darstellen"3.

 

 

Günter Brus

Günter Brus wurde am 27. September 1938 in Arding geboren und absolvierte die Kunstgewerbeschule in Graz. 1956 ging Brus nach Wien und lernte 1961 Otto Mühl kennen, der tief beeindruckt von seinen Bildern war. Ende 1961 absolvierte Brus den Militärdienst, der ihn in eine tiefe persönliche und kreative Krise stürzte. 1962 konzentrierte er sich mehr und mehr auf den eigenen Körper als Ausgangspunkt des Bildes und 1964 führte er erste Aktionen durch.

Kennzeichnend für seine Aktionen waren die schwarz-weißen Körperbemalungen und die Verwendung von Objekten wie Rasierklingen, Nägeln, Scheren und Sägen. Er entwickelte die Symbolik des schwarzen, trennenden Strichs, "eine Andeutung der Verletzung des Körpers und analytisches Symbol"4. In seinen Aktionen "Selbstverstümmelung" degradierte Brus seinen Körper radikal zum Material.

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  Brus.Aktion Selbstbemalung.1965

Zu Beginn des Jahres 1966 entwarfen Brus und Mühl die Idee der "Totalaktion", bei der Mühls Materialaktion mit der Selbstverstümmelungsthematik von Brus verbunden wurde. Beiden ging es um eine "direkte Begegnung von Unterbewußtem und der Wirklichkeit des Materials"5. Brus wollte ein radikales Durchbrechen von körperlichen und sexuellen Tabus erreichen, eine totale Befreiung. Der Körper, seine Funktionen, seine Reaktionen und Ausscheidungen wurden zum einzigen künstlerischen Medium.

Bei der Veranstaltung "Kunst und Revolution" führte Brus seine Körperanalyseaktion Nr. 33 durch, was zu einer Haftstrafe von 6 Monaten führte. Bei dieser Aktion entkleidete er sich, fügte sich mit einer Rasierklinge einen Schnitt in Brust und Oberschenkel zu und urinierte in ein Glas. Dann trank er seinen Urin und beschmierte seinen Körper mit Kot. Schließlich legte Brus sich auf den Boden und begann, während er die österreichische Bundeshymne sang, zu onanieren.

Um die Haftstrafe nicht antreten zu müssen, flüchtete Brus mit seiner Familie nach Berlin. Im Sommer 1970 führte er mit der "Zerreißprobe" seine letzte Aktion durch, die wohl die extremste Aktion von Brus darstellte. Die siebziger und achtziger Jahre waren gekennzeichnet von neuen zeichnerischen und literarischen Werken.

 

Otto Mühl

Er wurde 1925 in Grodnau, im Burgenland geboren und war von 1943-45 als Soldat im 2. Weltkrieg. 1952 absolvierte er die Lehramtsprüfung in Deutsch und Geschichte an der Universität Wien und studierte ab 1953 Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. 1960 begann Mühl mit der Aktionsmalerei und mit Materialbildern. Auch Skulpturen aus Gerümpel und Alteisen, teilweise mit Farbe beschüttet und mit Holz vermengt, entstanden.

1962 mauerten sich Hermann Nitsch, Adolf Frohner und Otto Mühl für drei Tage im Perinetkeller in Wien ein und nach der Ausmauerung konnten die, während dieser Zeit entstandenen Werke besichtigt werden.1963 fand die erste öffentliche Aktion Mühls zusammen mit Nitsch statt: das "Fest des psycho-physischen Naturalismus", die erste öffentliche Veranstaltung des Wiener Aktionismus. Dabei wurde eine mit Marmelade und Weizenmehl gefüllte Küchenkredenz auf die Straße gestürzt und ein weiblicher Körper "versumpft". Die Aktion wurde von der Polizei abgebrochen und führte dazu, dass Mühl und Nitsch 14 Tage in Arrest kamen.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Aktionen geprägt von ins Extrem gesteigerter Malerei und Objektcollage, doch ab 1966 erfolgte eine enge Zusammenarbeit von Mühl mit Brus. Der Körper selbst wurde jetzt als Material begriffen und es entstanden gemeinsame Arbeiten, die als "Totalaktionen" bezeichnet wurden. Durch die Aktion "Kunst und Revolution" 1968, die in der Wiener Universität stattfand, kam Mühl zwei Monate lang in Untersuchungshaft. Im September des gleichen Jahres führte er in München eine Pissaktion vor Publikum durch und wurde folglich in der BRD von der Polizei gesucht. Ende 1969 kam es erneut zu einem Skandal, als bei einer Aktion ein Schwein geschlachtet wurde, und Blut, diverse Materialien, Urin und Kot über eine nackte Frau geschüttet wurden. Währenddessen wurden Weihnachtslieder über Lautsprecher gespielt.

Das Ziel Mühls war der Ausstieg aus dem System und die Schaffung einer alternativen Lebensform. So kam es 1970 zur Gründung der Kommune Praterstraße und 1972 zu einem Ausbau des sozialsexuellen utopischen Projektes "Kommune Friedrichshof" im Burgenland, die 1990 aufgelöst wurde. Die Grundstrukturen dieser Kommune waren die freie Sexualität, kollektives Eigentum, die gemeinsame Erziehung der Kinder und die Förderung gestalterischer Kreativität.

Die letzte öffentliche Aktion erfolgte 1973. 1991 verurteilte das Landesgericht Eisenstadt Otto Mühl zu sieben Jahren Haft wegen strafbarer Handlungen gegen die Sittlichkeit und das Suchtgiftgesetz. Er wurde am 17.12. 1997 wieder entlassen.

 

 

Die Materialaktion:

Ein menschlicher Körper, ein Tisch oder ein Raum wird zur "Bildfläche". Dabei spielt die Zeit eine wichtige Rolle: Die Abfolge der Aktionen und die Geschwindigkeit ist wichtig. Das "Material" sind menschliche Körper und Dinge aus dem Alltag, die durch Materialaktionen eine andere Bedeutung bekommen. Durch ein Vermengen der Materialien entsteht ein neues Bild: "wer das zubereiten einer speise fähig ist wie eine naturkatastrophe oder eine naturkatastrophe wie das zubereiten einer speise zu erleben, erfindet eine materialaktion"6.

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  Mühl. Materialaktion Nr. 30 Nahrungsmitteltest 1966

 

Hermann Nitsch 

Hermann Nitsch wurde 1938 in Wien geboren und gilt als der wichtigste Initiator des Wiener Aktionismus, den er im Gegensatz zu den anderen Aktionisten Brus, Mühl und Schwarzkogler auch heute noch vertritt. Bereits im Jahr 1957 entwickelte Nitsch seine Idee des Orgien Mysterien Theaters, eines Gesamtkunstwerks (sechs Tage dauerndes Festspiel), das, unter der Einbeziehung von Malerei, Architektur und Musik, die "Reinigung" des Geists und ein Erkennen des Selbst zum Ziel hat. Der Ablauf dieser Aktionen ist dabei in von Nitsch verfaßten Partituren festgelegt.

In den sechziger Jahren begann Hermann Nitsch mit seinen Schüttbildern, wobei er mit Farbe und Blut eine Leinwand bespritzte und verschmierte. Von 1960 bis 1966 veranstaltete er zahlreiche Aktionen in Wien, die wegen offener Tabuverletzungen zahlreiche Prozesse und drei Verurteilungen zu Gefängnisstrafen nach sich zogen. 1971 kaufte sich Nitsch das nördlich von Wien gelegene Schloß Prinzendorf, in dem von da an seine Aktionen stattfanden. 1975 fand eine 24-Stunden-Aktion statt und 1984 (80. Aktion) ein Drei-Tage-Fest. 1995 inszenierte Hermann Nitsch an der Wiener Hofoper die Oper Hérodiade von Jules Massenet.

Das Orgien Mysterien Theater

Rituelle Handlungen, Kreuzigungsrituale mit nackten Akteuren, Tierschlachtungen und kontrollierter Rausch sind Bestandteile des O. M. Theaters. Erschreckende Mittel wie Blut, Gedärme, abgehäutete Stier- und Schafkadaver, nackte Akteure, Panzer,... kommen dabei zum Einsatz. Tiere werden durch Schlachter getötet, durch Akteure ausgeweidet, Menschen werden gehetzt und ans Kreuz gebunden. "Es ist dieser Versuch des Orgien Mysterien Theaters, unterdrückte Triebstrukturen wie extreme Aggressions- und Destruktionsneigungen bis hin zum Tötungstrieb offenzulegen und abzubauen, der – meist uneingestandene – Gegebenheiten der menschlichen Existenz berührt und damit die vehemente Abwehr hervorruft."7

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  Hermann Nitsch. 48. Aktion 1975

 

Der religiöse und rituelle Charakter ist kennzeichnend für die Aktionen von Nitsch und auch die "Lärmmusik" spielt im O. M. Theater eine wichtige Rolle. Die Triebbefriedigung ist nur durch den Nachvollzug antiker Rituale möglich, da durch den Zivilisationsprozess die eigentliche Natur des Menschen unterdrückt wurde. Der radikale Abstieg ins Sinnliche soll zu einem befreienden Aufstieg ins Geistige führen.

 

Textbeispiel aus einer Partitur von Nitsch (50. Aktion 1975 in Prinzendorf):8

[...]

der stier wird im hof vor der gegenüber der schloßwand liegenden stallaußenwand geschlachtet, der stier bricht zusammen.

der stier wird enthäutet, an den hinterbeinen hochgezogen und wie gekreuzigt an der stallaußenwand befestigt. gleichzeitig wird wolf nackt mit einem weißen tuch zugedeckt auf einer tragbahre zu dem hochgezogenen stier getragen und unter diesem abgestellt.

 trillerpfeiferl (5 sec)

wolf wird enthüllt. der stier wird ausgeweidet. auf die herabfallenden eingeweide wird warmes blut geschüttet. wolf wird mit blut bespritztund beschüttet. schlachtwarme nasse dunstende blutfeuchte eingeweide fallen auf wolf. warmes blut wird auf die eingeweide geschüttet.

[...]

 

Hermann Nitsch, "Penisbespülung" – Aktionsphoto 1964:9

Eine Wohnung – ein nackter männlicher Körper liegt auf einem mit frischer Wäsche bezogenen Bett – die Beine sind gespreizt und hängen über die Bettkante – auf Penis und Schamhaaren liegt das Gehirn eines frisch geschlachteten Rindes – unter den Hoden liegt eine Damenbinde – Gehirn und Penis werden von oben mit einer schleimigen, durchsichtigen Flüssigkeit beschüttet – das frische weiße Bettlaken wird besudelt – schwarz-weiß

 

Rudolf Schwarzkogler

Er wurde am 13.11.1940 in Wien geboren und besuchte von 1957 bis 1961 die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. 1960 lernte er Hermann Nitsch kennen, mit dem er eng befreundet war. 1963 traf Schwarzkogler die Graphikerin Edith Adam, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte.

Der perfekte Raum war für ihn immer entscheidend und dürfte auch mit ein Grund sein, warum er seine aktionistische Arbeit später beendete. Schwarzkoglers typischer Stil war die Herstellung von tableauartigen Materialarrangements, die schwarz-weiß fotografiert wurden. Seine Aktionen, die meistens in klinisch weißen Räumen stattfanden, vermittelten Verletzungs- und Kastrationsthematiken. Die präzise ablaufende Handlung wurde im richtigen Moment durch das Fotografieren unterbrochen. Er führte diese Aktionen nie vor Publikum vor. Die Proportion und Lage der Dinge und die Farbe mußten immer genau stimmen und daher entwarf Schwarzkogler nach der 6. Aktion nur noch Aktionskonzepte, die Umsetzung seiner Ideen war nicht mehr möglich.

Ab 1968 beschäftigte sich Schwarzkogler mehr und mehr mit der Idee der Kunst als Heilmittel und begann auch mit Fastenkuren. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich und er war zunehmend in Wien isoliert, da sich Brus und Nitsch ins Ausland begeben hatten. Er befand sich in einem extrem verinnerlichten Zustand und beging am 20. Juni 1969 Selbstmord durch einen Sturz aus dem Fenster seiner Wohnung.

 

Christian Ludwig Attersee

Er wurde 1940 in Preßburg geboren und übersiedelte 1944 nach Österreich. Neben der Malerei beschäftigt sich Attersee auch noch mit der Musik und der Schriftstellerei. Er lebte in Wien, St. Martin an der Raab (Burgenland) und auch wieder kurzfristig in Deutschland. Ab 1957 studierte Attersee in Wien an der Hochschule für angewandte Kunst.

Seit den sechziger Jahren war er Protagonist der "Wiener Szene" und arbeitete zusammen mit Günter Brus, Hermann Nitsch, Walter Pichler, Arnulf Rainer, Diter Roth, Gerhard Rühm und Oswald Wiener.

In den Sechzigern erregte Christian Ludwig Attersee mit Objekterfindungen, Aktionen und Filmen Aufsehen (zum Beispiel mit dem Film über die 50. Aktion des Orgien Mysterien Theaters von Hermann Nitsch im Schloß Prinzendorf). Attersee sah in der Aktionsmalerei in Österreich keine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten und spezialisierte sich auf die Gegenstandserfindung (z.B. "Speisekugel"). In den Siebzigern wandte er sich hauptsächlich der Zeichnung und in den Achtziger der Malerei zu.

Attersees Werke in den sechziger Jahren:

Es entstanden Acrylbilder wie die "Torte mit Speisekugeln und Speiseblau", aufblasbare Körper genannt Blumenbuckel, erste Attersee-Fotozyklen, Plakataktionen und es erfolgten zahlreiche Erfindungen zum Eßbereich, zu Mode und Kosmetik,...

Im Juli 1970 kam es wegen Abbildungen von Werken Attersees ("Schamhaarlockenwickler", "Objekt Vagina", "Gliedschmuck", "außerirdische Wesen in Geschlechtskontakt mit Österreicherinnen", u. a.) in der deutschen Modezeitschrift "pardon" zu einer Beschlagnahmung der Zeitschrift in Österreich. Hier zeigten sich auch die Einflüsse der Wiener Aktionisten, die bei Attersee ihre Spuren hinterließen. Wie bei den Wiener Aktionisten erkannte man bei Attersee den "exzessiv befreiten Gebrauch der Farbe"10, der sich bei Attersee durch dünne Rinnsale auf der Leinwand bemerkbar machte.

Auch er wollte die Welt verändern, er nahm gegen ein Wirklichkeitsbild Stellung, das keine Veränderungen zulassen wollte und sich der Freiheit des Individuums entgegenstellte. Es erfolgte eine Darstellung des Urinstinkts des Betrachters, der Genußwelt und der unterdrückten Gefühle, Wünsche und Ängste.

 

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 Literaturnachweis:

 

Bildnachweis:

 

 

1 Hubert Klocker: Wiener Aktionismus 1960 -1971, Ritter Verlag, Klagenfurt 1989, S. 101

2 Christian Gargerle: Nitsch, Residenz Verlag, Salzburg und Wien 1988, S.188

3 Christian Gargerle: Nitsch, Residenz Verlag, Salzburg und Wien 1988, S.188

4 Hubert Klocker: Wiener Aktionismus 1960 -1971, Ritter Verlag, Klagenfurt 1989,S. 117

5 Hubert Klocker: Wiener Aktionismus 1960 -1971, Ritter Verlag, Klagenfurt 1989,S.120

6 Otto Mühl: Ausgewählte Arbeiten 1963 - 1986, Archiv des Wiener Aktionismus, Zurndorf, S. 2

7 Hermann Nitsch, Galerie Krinzinger Innsbruck/Wien, 1991, S. 5

8 Hermann Nitsch: Das Orgien Mysterien Theater, Edition Freibord, Wien 1986, S. 223

9 Hubert Klocker: Wiener Aktionismus 1960 -1971, Ritter Verlag, Klagenfurt 1989, S. 89

10 Hans-Georg Nicklaus: Attersee, Hirmer Verlag, München 1990, S. 15