Geschichte Projekt – Biografien im Rahmen der 68er Generation – Rottmar Markus 
 

 

Biografien

 

1. Übersicht:

1.1 Richard M. Nixon

1.1.1 Nixon als Vizepräsident

1.1.2 Nixon als Präsident

1.1.3 Watergate und Nixons Rücktritt

1.2 Charles de Gaulle

1.2.1 De Gaulle als Chef des Französischen Nationalkomitees

1.2.2 Die Rückkehr an die Macht

1.2.3 Seine zweite Amtszeit

1.3 Franz Josef Strauss

1.3.1 Die Spiegelaffäre

1.4 Bruno Kreisky

1.4.1 Kreiskys politischer Aufstieg

1.4.2 Kreiskys Politik

1.5 Alexander Dubcek

1.5.1 Der Prager Frühling

1.6 Worterklärungen

1.7 Quellennachweis

1.8 Bildnachweis

 

 

1.1 Richard Milhous Nixon: 

Nixon wurde am 9.1.1913 in Yorba Linda (Kalifornien) geboren. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, studierte dennoch Jura und war in Whittier (Kalifornien) als Anwalt tätig. 1942 meldete sich Nixon zur Marine und war während des 2. Weltkrieges Versorgungsoffizier im Südpazifik. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten wurde er 1946 republikanischer Abgeordneter im US – Repräsentantenhaus. In den Jahren von 1948 bis 1949 erlangte Nixon als Mitglied des House Committee on Un – American Activities im sogenannten Fall Hiss landesweite Bekanntheit. 1950 machte er sich die antikommunistische Hysterie im Land bei einem Wahlkampf zunutze und wurde in den US – Senat aufgenommen.

 

1.1.1 Nixon als Vizepräsident:

1952 wurde Nixon von den Republikanern als Vizepräsident unter Dwight D. Eisenhower aufgestellt und trotz eines Spendenskandals wurde an ihm festgehalten. In den Folgejahren machte Nixon Staatsbesuche und Treffen mit anderen Staatschefs, was seinem Ansehen nur zuträglich war. 

1960 nominierten die Republikaner Nixon als Präsidentschaftskandidaten, jedoch verlor er bei den Wahlen dann gegen den Demokraten John F. Kennedy. Als er dann 1962 auch noch bei den Gouverneurswahlen in Kalifornien verlor, zog er sich teilweise aus dem aktiven politischen Leben zurück und gründete eine Anwaltskanzlei in New York. 

1968 kehrte er dann doch wieder zurück und kandidierte erneut für das Amt des Präsidenten mit Spiro T. Agnew als Vizepräsidentschaftskandidaten. Im Wahlkampf nutzten sie das Fernsehen und die landesweite Opposition gegen den Vietnamkrieg, sowie die Zersplitterung des demokratischen Lagers und schlugen den Demokraten Hubert H. Humphrey mit knappem Vorsprung. 

 

1.1.2 Nixon als Präsident: 

Die Routine – und Verwaltungsangelegenheiten überließ Nixon seinen Beratern und konzentrierte seine Bemühungen auf die Außenpolitik. So gab er mit seinem engsten politischen Berater Henry A. Kissinger der amerikanischen Außenpolitik eine völlig neue Richtung. Er war um die Verbesserung der Beziehungen zu China und der UdSSR bemüht und vorfolgte eine baldige Beendigung des Vietnamkrieges. Der Abzug der 500.000 Soldaten dauerte jedoch 4 Jahre und war von einer neuerlichen Eskalation des Krieges begleitet. 1970 weitete er den Krieg ohne Rücksprache mit dem Kongress aus, mit dem Ziel, die Verhandlungspositionen zu Vietnam zu stärken, was beim Volk sehr unpopulär aufgenommen wurde. In den Jahren 1971 und 1972 erreichte er diplomatische Beziehungen zwischen den USA und der VR China und mit Moskau schloss er sogar einen Vertrag zur Einschränkung strategischer Waffen. Im Nahen Osten knüpfte Nixon Beziehungen zu Ägypten an, was von strategischer Bedeutsamkeit war. 1973 lösten die USA dann nach dem Jom – Kippur – Krieg schließlich die Sowjetunion als einflussreichste Macht in Ägypten ab. 

Innenpolitisch leitete Nixon ein Programm ein, das mit der Einstellung: „Probleme mit Geld lösen“ Schluss machen sollte.

Wirtschaftlich hielt er sich an keinen Kurs, trat anfangs für einen ausgeglichenen Etat ein, schwenkte aber später zu einer defizitären Ausgabenpolitik um. Zur Bekämpfung der Inflation ordnete er Lohn – und Preisstopps an, die in vier Phasen unterteilt waren, aber nur bedingt Erfolg brachten. Aber auch die Rezession von 1974 konnte er nicht abfangen und dies trotz umfangreicher Maßnahmen.

In der Rassenpolitik stagnierten die Bemühungen der schwarzen Bevölkerung eine Gleichstellung zu erreichen aufgrund der passiven Haltung Nixons.

Die steigende Kriminalität beantwortete Nixon mit der Forderung nach einer strengeren Durchsetzung der vorhandenen Gesetze, wobei sein Sprachrohr für dieses populäre Thema sein ehemaliger Anwaltskollege und damaliger Justizminister John N. Mitchell war.

 

1.1.3 Watergate und Nixons Rücktritt:

 1972 stellte sich Nixon zur Wiederwahl und gewann diese gegen George S. McGovern, da er auf dem Höhepunkt seiner Popularität stand. Jedoch wurden die zweifelhaften Methoden, denen er den Sieg verdankt langsam aufgedeckt. So wurde 1972 ein Abhör – und Einbruchsversuch im demokratischen Hauptquartier, dem Bürokomplex Watergate von engen Beratern des Präsidenten in Auftrag gegeben und ebenfalls entdeckten Journalisten illegale Wahlkampfspenden, schmutzige Tricks und Unregelmäßigkeiten bei Einkommenssteuererklärungen. 1973 schlug die Affäre immer höhere Wellen und das Vertrauen der Amerikaner in Nixons Führungsqualitäten ließen drastisch nach, was durch die Entlassung des Sonderstaatsanwalts, Archibald Cox, im Watergate – Fall nur noch gesteigert wurde. Dazu kam noch, dass Vizepräsident Agnew der Korruption angeklagt wurde und zurücktrat. Neuer Vizepräsident wurde Gerald R. Ford. 1974 urteilte ein Geschworenengericht, dass er in das Komplott zu Behinderung der Justiz schuldig war, klagte ihn aber nicht an, fing aber an, Beweise für eine Amtsenthebung (Impeachement) zu sammeln. Seine stark angeschlagene Autorität versuchte er im Jahre 1974 durch Staatsbesuche im Nahen Osten und der UdSSR wieder aufzubessern, aber nach seiner Rückkehr konnte ihm die Hauptrolle im Vertuschungsskandal um Watergate nachgewiesen werden. Danach legte der Rechtsausschuss dem Repräsentantenhaus die Amtsenthebung nahe. Am 8. August legte er sein Amt als Präsident der Vereinigten Staaten in einer landesweiten Fernsehübertragung nieder und kam somit einem Amtsenthebungsverfahren zuvor. Am nächsten Tag schon, wurde Gerald R. Ford als neuer Präsident vereidigt. Im September begnadigte dieser Nixon und entzog ihn somit der Strafverfolgung. Er starb am 22. April 1994 an einem Gehirnschlag.

 

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1.2 Charles de Gaulle: 

Charles de Gaulle wurde am 22. November 1890 in Lille geboren und machte seine Ausbildung in der Militärakademie Saint – Cyr. Während des ersten Weltkrieges wurde er dreimal verletzt und schliesslich von den Deutschen gefangen genommen. Nach den beiden Weltkriegen war es Adjutant von Marschall Henri Pétain. Mit seinen militärtheoretischen Büchern, die er zwischen den beiden Weltkriegen verfasste machte er sich in Militärkreisen einen Namen und trat in diesen für einen hohen Mechanisierungsgrad der französischen Armee ein. 

Während des 2. Weltkrieges wurde de Gaulle 1940 zum Brigadegeneral befördert und im Juni gehörte er als Unterstaatssekretär dem Verteidigungskabinett an. Als Frankreich von den Deutschen übernommen wurde, floh er nach London und rief von dort alle Kolonien auf, den Waffenstillstand mit den Deutschen abzulehnen, was die mit den Deutschen zusammenarbeitende Regierung zur Verurteilung de Gaulles zum Tode bewegte.

 

1.2.1 De Gaulle als Chef des Französischen Nationalkomitees: 

1941 gründete Charles de Gaulle in London das Comité National Francais (CNF), welches die Exilregierung des  „Freien Frankreich“ darstellte und für die er den Status der einzig legitimen Vertretung der französischen Republik beanspruchte. 1942 wurde es dann von den Alliierten, der Resistance in Frankreich und den französischen Kolonien anerkannt. Zugleich gründete er die Forces Francaises Libres (FFL, Freie Französische Truppen), welche Seite an Seite mit den Kämpfern der Resistance und den Alliierten gegen die Achsenmächte kämpften. Diese Truppen bestanden aus Bürgern von französischen Kolonien und einem Teil der französischen Flotte und unternahmen1940 einen erfolglosen Angriff auf Dakar (Senegal). Jedoch eroberten sie 1941 zusammen mit den britischen Truppen Syrien und 1942 die Kontrolle über Madagaskar. 1943 entstand aus dem CNF das Comité Francais de Libération Nationale (CFLN, Französisches Komitee zur Nationalen Befreiung) unter der Führung von Charles de Gaulle und General Henri Giraud in Algier. Im Laufe des Jahres setzte sich de Gaulle gegen Giraud durch und wurde alleiniger Präsident des Komitees, welches 1944 in die „Provisorische Regierung der Französischen Republik“ umgewandelt wurde. Nach der Befreiung Frankreichs zog de Gaulle an der Spitze der provisorischen Regierung nach Paris ein. Im November 1945 wurde er dann von der Nationalversammlung zum Ministerpräsidenten und vorläufigen Staatspräsidenten gewählt, jedoch trat er schon 1946 wieder zurück, weil die Nationalversammlung die Errichtung eines starken Präsidialsystems ablehnte. 1947 gründete de Gaulle die Partei Rassemblement du Peuple Français (RPF, Sammlungsbewegung des französischen Volkes), in dem er seine Anhänger, die Gaullisten, versammelte. Die RPF wollten eine Stärkung der Zentralgewalt, den Ausgleich des Haushalts, die Förderung der Privatwirtschaft und den Rückzug des Staates aus der wirtschaft. De Gaulles Ablehnung zur Zusammenarbeit mit den Organen der amtierenden Regierung führte zu Spannungen innerhalb der Partei und 1953 zur Auflösung derselben. Nach dem Zusammenbruch seiner Partei zog er sich ins Privatleben zurück.

 

1.2.2 Die Rückkehr an die Macht:

Im Mai 1958 spitzte sich die Krise um die Unabhängigkeit Algeriens langsam zu. Dies und die generelle kritische Situation in den Kolonien führte dazu, dass de Gaulle erneut zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, diesmal aber mit weitreichenderen Vollmachten als das erste Mal. Mit diesen Vollmachten bereitete er alles für sich als Staatspräsidenten vor, da er immer mehr Kompetenzen an den Staatspräsidenten vergab. Im Dezember wurde de Gaulle dann schlussendlich zum Präsidenten von Frankreich gewählt. Er kümmerte sich innenpolitisch hauptsächlich um die Modernisierung der Wirtschaft. 1960 entließ er die Kolonien in die Unabhängigkeit und Algerien nach der Beendigung der Krise 1962 ebenso. Außenpolitisch wollte er sich die Souveränität Frankreichs durch kein Bündnis nehmen lassen wollen, verzichtete aber zugunsten eines geeinten Europas auf einige Souveränitätsrechte. Außerdem nahm er Beziehungen zu China und der Sowjetunion auf und versuchte, Einfluss in Asien und Lateinamerika zu gewinnen, wobei er immer noch Vorbehalte gegen die Amerikaner hatte. Mit Konrad Adenauer führte er eine deutsch – französische Aussöhnung herbei, welche 1963 im Deutsch – Französischen Vertrag festgehalten wurde.

 

1.2.3 Seine zweite Amtszeit:

1965 wurde de Gaulle zu einer zweiten Amtsperiode als Präsident gewählt, welche erneut 7 Jahre andauern sollte. International handelte sich de Gaulle aber in den folgenden Jahren starke Kritik ein, da er auf die Unabhängigkeit Französisch – Kanadas drängte und für eine Ersetzung des US – Dollars als Leitwährung durch die Rückkehr zum Goldstandard eintrat. Seit Anfang seiner Zeit als Staatspräsident betrieb er den Aufbau einer französischen Atomstreitmacht, welche Frankreich eine stärkere Position in der Weltpolitik verschaffen sollte. 1966 kündigte er Frankreichs Integration in der NATO auf. 1968 war für de Gaulle während der Maiunruhen die stärkste Krise in Frankreich ausgebrochen, jedoch durch diverse Reformen konnte er die Lage wieder beruhigen. Nachdem er 1969 bei einer Abstimmung zu einer Regional – und Senatsreform im April eine Niederlage einstecken musste, trat er als Präsident zurück. Charles de Gaulle starb am 7. Oktober 1970 auf seinem Landsitz in Colombey – les – Deux – Églises.

 

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1.3 Franz Josef Strauß: 

Franz Josef Strauß wurde am 6. September 1915 in München geboren, studierte in den dreißiger Jahren in München Geschichte und klassische Philologie und nahm 1939 als Soldat der Wehrmacht am 2. Weltkrieg teil, wo er dann in amerikanische Gefangenschaft geriet. Nach dem Ende des Krieges war Strauß maßgeblich an der Gründung der CSU beteiligt und prägte deren Profil dann auch im Laufe der Jahre entscheidend. Unter ihm wurde die CSU auch die mitgliederstärkste Volkspartei in Bayern. Von 1949 bis 1952 war er Generalsekretär, von 1952 bis 1961 stellvertretender Vorsitzender und von 1961 bis zu seinem Tod im Jahre 1988 war er Vorsitzender der CSU. 1946 war Strauß auch Landesrat in Bayern. Seine politische Laufbahn begann aber 1949 mit seiner Wahl in den Deutschen Bundestag, dem er bis 1978 angehörte. Unter Konrad Adenauer war er von 1953 bis 1955 Bundesminister für Sonderaufgaben, 1955/56 Bundesminister für Atomfrage und von 1956 bis 1962 Verteidigungsminister. Er war verantwortlich für den NATO – Beitritt 1955 und die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 1956. 1962 musste er dann wegen der Spiegelaffäre zurücktreten. Von 1963 bis 1966 war Strauß Chef der CSU – Landesgruppe im Bundestag und von 1966 bis 1969 in der großen Koalition CDU/CSU und SPD Bundesfinanzminister. Nach der Bildung der sozialliberalen Koalition wurde Strauß zum schärfsten Kritiker der Ostpolitik der Regierung unter Willy Brandt und sprach sich offen gegen die Annahme von Ostverträgen aus. Er polarisierte sich immer mehr, was das Schlagwort „Freiheit oder Sozialismus“ zeigte, pflegte aber dennoch Kontakte zu kommunistischen Ländern. 1978 verließ Strauß den Bundestag und übernahm das Amt des bayrischen Ministerpräsidenten. Strauß starb am 3. Oktober 1988 in Regensburg.

 

1.3.1 Die Spiegelaffäre: 

Nach Korruptionsvorwürfen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ gegen den Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß, diente ein Artikel über ein NATO – Manöver als Anlass zu Verhaftung des Herausgebers Rudolf Augstein und zur Festnahme des Spiegelmilitärexperten Conrad Ahlers unter dem Vorwurf des Landesverrats am 27. Oktober 1962. Strauß war in die teilweise rechtswidrigen Maßnahmen verwickelt, leugnete aber seine Beteiligung zwei Monate lang und dies führte zu einer Neubildung des Bundeskabinetts ohne Strauß. 1965 wurden die Ermittlungen gegen Augstein und Ahlers eingestellt, jedoch löste diese Affäre die erste Vertrauenskrise gegenüber der Staatsgewalt aus.

 

1.4 Bruno Kreisky: 

Am 22. Januar 1911, wurde Bruno Kreisky in Wien als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Er trat der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) bei und wurde unter Dollfuß’ Regierung 1934 beim Februaraufstand der Sozialdemokraten, welcher gewaltsam unterdrückt wurde, in Haft genommen und war von 1935 – bis 1937 in Haft. Er machte seinen Doktor in Juristik 1938 kurz vor dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland, wurde erneut in Haft genommen und emigrierte im gleichen Jahr, nach seiner Entlassung, nach Schweden, wo er Willy Brandt kennen lernte und als Korrespondent für diverse Zeitungen tätig war.

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1.4.1 Kreiskys politischer Aufstieg:

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges war Kreisky in den Jahren von 1946 bis 1951 Legationssekretär an der österreichischen Botschaft in Stockholm. 1951 kehrte er dann nach Wien zurück, wurde politischer Berater des Bundespräsidenten Theodor Körner und 1953 Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten im Bundeskanzleramt. Bei den Moskauer Verhandlungen, welche in den österreichischen Staatsvertrag mündeten, spielte er ebenfalls eine wichtige Rolle. In den Jahren 1956 bis 1983 gehörte Kreisky dem Nationalrat an und von 1956 bis 1966 war er als Außenminister tätig und erreichte die Aufnahme Österreichs in die EFTA. Von 1967 bis 1983 war er Parteivorsitzender der SPÖ und in den Jahren von 1970 bis 1983 bekleidete er das Amt der Bundeskanzlers, verlor aber 1983 die seit 1971 andauernde absolute Mehrheit und trat von beiden politischen Ämtern zurück, blieb aber dennoch Ehrenvorsitzender der SPÖ bis 1987. Am 29.Juli 1990 starb Kreisky in seiner Heimatstadt Wien.

 

1.4.2 Kreiskys Politik: 

Innenpolitisch war Kreisky bei den gesellschaftichen Veränderungen um einen Ausbau und Verbesserung des Straf – und Familienrechts, des Sozial – und Bildungssystems, der Vollbeschäftigung, der Liberalisierung der Gesellschaft und der Modernisierung der Wirtschaft bemüht. In seinen Augen war die Neutralität das höchste Gut Österreichs und hatte somit für ihn oberste Priorität. Ansonsten trat er für die Entspannung in allen Krisengebieten, besonders im Nahen Osten und bei den Nord – Süd – Problemen. Auch war er der Initiator von Treffen zwischen den USA und der Sowjetunion. Sein Engagement im Nahen Osten brachte Kreisky zwar heftige Kritik ein, bescherte ihm aber ein hohes internationales Ansehen. 

 

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1.5 Alexander Dubcek: 

Am 27. November 1921 in Uhrovec in der Westslowakei geboren, absolvierte er eine Schlosserlehre, war von 1958 bis 1970 Mitglied des Zentralkomitees und von 1963 bis 1969 Mitglied des Politbüros der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei. Anfänglich vom Parteichef Antonín Novotný gefördert, entwickelte er sich immer mehr zum Sprecher des Reformflügels innerhalb der Partei. Im Januar 1968 wurde er dann erster Sekretär der KPC, Novotný wurde durch Ludvík Svoboda ersetzt, und leitete zahlreiche Maßnahmen zur Demokratisierung von Gesellschaft und Staat ein, mit dem Ziel, den Sozialismus und die Demokratie zu vereinen und dies, ohne von der KP abzukommen. Anfangs war die Sowjetunion den Reformen offen gegenüber gestanden, aber als dann seine Popularität über die Maßen stieg, fürchtete die Sowjetunion um ihre Vormachtstellung im Ostblock und forderte Dubcek auf, seine Reformen zurückzunehmen. Als er weiter an seinem Kurs festhielt, marschierten Truppen des Warschauer Paktes im August 1968 in der Tschechoslowakei ein und zwang die Regierung einzulenken. Dubcek wurde aus allen Ämtern enthoben und 1970 dann schlussendlich aus der KP ausgeschlossen und in die Forstverwaltung abgeschoben. 1989 wurde er wieder rehabilitiert und neben Václav Havel zu einem der bedeutendsten Persönlichkeiten der postkommunistischen Tschechoslowakei ernannt. Im selben Jahr wurde Dubcek einstimmig zum Präsidenten des neuen, demokratischen Parlaments gewählt, starb aber schon am 7. November 1992 an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

 

1.5.1 Der Prager Frühling: 

Die KPC unter der Führung Novotnýs wurde in den sechziger Jahren immer mehr kritisiert und wurde schlussendlich zu einem politischen Rücktritt gezwungen. Der Nachfolgende Dubcek verfolgte eine zu liberalen Kurs und so marschierten die Soldaten des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei ein, schlugen den Prager Frühling brutal nieder und machten die Reformen rückgängig. Dubcek wurde im April 1969 dann von Gustáv Husák als erster Sekretär des Zentralkomitees abgelöst. Jedoch zogen die letzten Truppen, die nach dem Prager Frühling als Sicherheit dauerhaft stationiert waren erst 1990/1991 vollständig ab. 

 

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1.6 Worterklärungen:

 

House Committee on Un – American Activities: 

(HUAC, Ausschuss für unamerikanische Umtriebe) 1938 als vorübergehende Einrichtung geschaffen, um die Aktivitäten ausländischer Agenten zu überwachen und 1945 zu einem ständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses gemacht. In den Jahren des 2. Weltkrieges lag das Augenmerk auf profaschistischen Gruppen und in den Jahren danach konzentrierte sich der Ausschuss auf kommunistische Aktivitäten. In dieser Zeit der antikommunistischen Hysterie mussten viele Verdächtige das Land verlassen, um einer Inhaftierung zu entgehen. Das Aufkommen der Nuklearwaffen und der Kalte Krieg förderte die antikommunistische Stimmung in den USA enorm. Dies ermöglichte Anklagen, die auf wilden Anschuldigungen beruhten. In den sechziger Jahren beruhigte sich die Situation in den USA wieder und die Aktivitäten des HUAC ließen wieder nach. 1969 wurde es in das Committee on Internal Security (Ausschuss für Innere Sicherheit) umbenannt und schlussendlich 1975 aufgelöst.

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Der Fall Hiss:

 Alger Hiss war ein hoher Beamter des US – Außenministeriums und wurde 1948 der Spionage für die ehemalige Sowjetunion angeklagt und 1950 verurteilt. Hiss wurde wegen Meineids zu fünf Jahren Haft verurteilt, schon 1954 aber auf Bewährung entlassen. Der Journalist Whittaker Chambers gab zu in den 20er und 30er Jahren selbst Kommunist gewesen zu sein und beschuldigte Hiss, hochrangiger Kommunist zu sein. Hiss klagte Chambers wegen Verleumdung und Rufmordes, vor Gericht kamen belastende Mikrofilme zu Tage und so wurde Hiss des Meineids angeklagt und verurteilt. Er bestritt jedoch bis zum Schluss seine Schuld. Während den ganzen Verhandlungen wusste der damals junge US – Senator Nixon gegen Alger Hiss zu glänzen und so förderte dies seine Karriere. 1992 ersuchte Hiss hohe Beamte der früheren UdSSR in den zugänglich gemachten Staatsarchiven nach einer Beiteilung von ihm zu suchen, aber In den Akten des KGB war nichts über Hiss vermerkt. Im November 1996 starb Hiss in New York.

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Staatsbesuche: 

 Einer seiner Staatsbesuche fand 1959 in der Sowjetunion statt, wobei er hier durch die spontane „Küchendebatte“ mit Nikita S. Chruschtschow für Schlagzeilen sorgte.

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Treffen mit Staatschefs:

 Ebenfalls 1959 traf er sich mit Fidel Castro, wobei Nixon dem kubanischen Staatschefs feindselig gegenüber stand und dies als Grund angesehen wurde, dass Kuba sich eng an die Sowjetunion hielt.

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Jom – Kippur – Krieg:

 Der vierte bewaffnete Konflikt zwischen Israel und den benachbarten arabischen Staaten Ägypten und Syrien begann am jüdischen Feiertag Jom Kippur (Versöhnungstag) und wurde so auch nach ihm benannt.

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1.7 Quellennachweis:

 

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/GaulleCharlesDe/

 

http://sunsite.informatik.rwth-aachen.de/Filme/1996/nixon.html

 

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/StraussFranzJosef/biografieStraussFranzJosef.html

 

http://archive.kreisky.org/gperson.html

 

http://userpage.fu-berlin.de/~steka/tz30689b.htm

 

http://www.koeln.netsurf.de/~janulrich.hasecke/GenerationenProjekt/1968.html

 

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/DubcekAlexander/index.html

 

http://www.dhm.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/KontinuitaetUndWandel/EntwicklungenImOsten/pragerFruehling.html

 

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/NixonRichard/index.html

 

http://www.educat.hu-berlin.de/schulen/sartre/material/schularb/pw68er.htm#1.2.1

 

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1.8 Bildnachweis:

 

http://metalab.unc.edu/lia/president/NixonLibrary/GeneralMaterials/Basic-Nixon.html

 

http://www.charles-de-gaulle.org/degaulle/photos/vie05g.htm

 

http://www.stud.uni-giessen.de/~s1737/dubcy1.html

 

http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.data.image.k/k790878a.jpg

 

http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/BiographieStraussFranzJosef_photoAutographStraussFranzJosef/index.html

 

http://www.stanford.edu/~andygray/nixon/nixon-photos.html

 

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/GaulleCharlesDe/

 

http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/DubcekAlexander/index.html

 

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