DROGEN
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DIE AM HÄUFIGSTEN KONSUMIERTEN DROGEN
In den späten Fünfzigern und frühen Sechzigern wurde die Drogenszene durch sogenannte weiche Drogen, wie zum Beispiel Marihuana und Haschisch, die unter dem Sammelbegriff Cannabis besser bekannt sind, und die psychedelischen Drogen wie zum Beispiel Meskalin, Psilocybin, LSD, Yaje Pflanze und viele mehr, beherrscht. Sie riefen keine körperliche Sucht hervor, waren auch leicht erhältlich und die einzige Gefahr von der die meisten nicht wußten war eine psychologische Abhängigkeit.
Cannabis ist der Sammelbegriff für Marihuana und Haschisch. Marihuana besteht aus den Blüten und Blättern der Hanfpflanze. Haschisch besteht aus dem konzentrierten Harz der Hanfblüte und enthält ungefähr 8 Mal mehr THC (psychoaktiver Bestandteil) als Marihuana. Es ist ungeklärt seit wann Cannabis bei Menschen bekannt ist. Wissenschaftler glauben das es seit zwischen 3000 und 10000 Jahren in Zentralasien bekannt ist. Es wurde in Indien, China, Südafrika und auch Südamerika in der traditionellen Medizin als erfolgreiches Heilmittel eingesetzt.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es in Europa und den Vereinigten Staaten als entspannende und auch schmerzbetäubende Droge benutzt. Bis es 1937 durch die Marihuana Tax Act verboten wurde, war Cannabis in jeder Apotheke erhältlich. Ab 1960 bekannte sich die Musikszene offen zum Konsum von Cannabis. Daraufhin wurde der Konsum von Drogen von bekannten Gruppen, wie den Rolling Stones, den Beatles, Bob Dylan, um die wichtigsten zu nennen, und vielen anderen, in ihren Liedern thematisiert. Um 1960 entwickelte sich auch die Bewegung der Rastafaris auf Jamaika zu deren Religion der Konsum von Ganja (Cannabis) gehört. Cannabis wird geraucht um sich zu entspannen und auch um zu meditieren. Die Rastas sahen beziehungsweise sehen Cannabis als etwas Heiliges an, das ihrer Meinung nach "dem Volk geistige Nahrung bietet". In den sechziger und siebziger Jahren wurde Marihuana zu einer Modedroge in Studentenkreisen. Ab 1965 konsumierten auch die Hippies in den Vereinigten Staaten Cannabis. Die Hippies machten sich stark für die Liberalisierung von Cannabis und der damit verbundenen Entkriminalisierung des Canabiskonsums. In der Folge erlangte Cannabis auch durch die Medien Popularität. Die Folge der steigenden Nachfrage und der Invasion durch die Hippies in Nepal, war der Anstieg des Kilopreises für Haschisch von 15 Dollar auf 70 Dollar.
In Deutschland entstanden Teestuben, in denen unter Ausschluß der Öffentlichkeit exzessiv "gekifft" wurde. Doch nach und nach entschlossen sich überzeugte Haschisch und Marihuanaraucher sich nicht mehr zu verstecken und ihre Joints in der Öffentlichkeit zu rauchen. Sie wollten ihre Bedürfnisse ausleben und sich vom Gesetz und der Gesellschaft nichts verbieten lassen. Als Folge entstanden auch Politgruppen, die unter dem Namen " Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen" oder "Vampirvollzugsausschuß" bekannt wurden und die auch zum Beispiel öffentliche Smoke-ins (zum Beispiel in Berlin im Tiergarten) oder Demonstrationen organisierten. Cannabis machte auch vor den Kommunen nicht halt. In einigen Ländern wie zum Beispiel den Niederlanden und Dänemark konnten sich die Befürworter der Legalisierung des Cannabis durchsetzen. So ist seit 1970 der Konsum von Cannabis in Amsterdam legalisiert. 1971 wurde der Freistaat Christiania in Kopenhagen gegründet. Ein wichtiger Vorsatz in Christiania ist der freie Konsum von Drogen.

Der Begriff "psychedelisch" wurde 1956 durch Aldous Huxley und Humphrey Osmond geprägt. Es leitet sich von "delos" (hervorbringend) und "psyche" (Seele, Geist) ab und wird als Bezeichnung für bestimmte Drogen und ihre Auswirkungen auf den Menschen verwendet. Psychedelische Drogen wurden schon seit Urzeiten für religiöse Zeremonien eingenommen um Ekstase oder Wahrnehmungsveränderungen hervorzurufen. Bis heute konnten einige Indianerstämme ihre Kulte in Verbindung mit der Einnahme von Meskalin und Psilocybin erhalten (Peyote Kult). 1938 gelang es dem Schweizer Chemiker Albert Hofmann LSD zu synthetisieren. Anfangs glaubte man, dass LSD ein neues vielversprechendes und die Medizin revolutionierendes Medikament sein könnte. Jedoch kam man nach zahlreichen Testversuchen zum Schluß, dass man LSD in der Medizin nicht sinnvoll einsetzen kann.
Aldous Huxley war einer der ersten die LSD aus nichtmedizinischen Gründen ausprobierte. In den fünfziger Jahren breitete sich der Konsum von LSD unter Wissenschaftlern, Künstlern und Intellektuellen aus. Jack Kerouac und Allen Ginsberg, zwei Vertreter der Beat Generation, experimentierten mit psychedelischen Drogen wie zum Beispiel der Südamerikanischen Yaje-Pflanze. Mit "On the road" wurde Kerouac zur Symbolfigur der Beat Generation und des Widerstands gegen die konservative Gesellschaft. Drogen waren für sie ein Mittel auf der Suche nach neuen "Bewusstseinserfahrungen". Auch Ginsberg wurde durch seinen exzessiven Lebensstil, sein Bekenntnis zum Drogenkonsum und seinem Protest gegen den Vietnamkrieg zur Kultfigur der Flower-Power-Bewegung. 1963 erlosch das Patent von Sandoz auf LSD und es konnte von jedem hergestellt werden. Somit stand seiner Ausbreitung nichts mehr im Weg. Von 1964 bis 1966 erreichte LSD seinen Höhepunkt. Einerseits wurde LSD von begeisterten Fanatikern und Hippies hochgejubelt, andererseits von den Medien, durch Unglücksfälle und Selbstmorde, verteufelt.
In den Vereinigten Staaten hatte Anfang der sechziger Jahre Dr. Timothy Leary an der Harvard Universität Experimente mit LSD an seinen Studenten durchgeführt. Jedoch entwickelten sich die anfangs vielversprechenden Experimente zu LSD-Parties. Daraufhin wurde Leary entlassen und gründete seine eigene Organisation, die IFIF (International Federation for Internal Freedom). Leary wurde später zu einer der wichtigsten Personen in der Hippiebewegung. Ken Kesey, der ein Student von Leary war und auch an den LSD Versuchen teilnahm, war ein überzeugter LSD Fanatiker. Er und eine Gruppe von Studenten hatten einen Bus bunt bemalt den sie Magic Bus nannten. Mit dem Bus fuhren sie durch die USA, mit dem Ziel sowohl die Ideale der Hippies und auch das LSD zu verbreiten. 1966 wurde LSD in den USA verboten und durch den Einfluß der USA auch auf die Liste der besonders gefährlichen Drogen gesetzt. Später wurde LSD auch in Europa verboten.
In dieser Zeit kam auch ein neuer Musikstil auf ,der Acid Rock. Der Acid Rock thematisiert in seinen Liedern psychedelische Drogen. Janis Joplin und der Gitarrist Jimi Hendrix waren die berühmtesten und bekanntesten Vertreter dieser Musikrichtung. Auch Jim Morrison der Sänger der Doors hatte mit psychedelischen (bewusstseinsverändernden) Drogen experimentiert und thematisierte auch diese in seinen Texten. Morrison starb, nachdem er sich zuvor von den Doors getrennt hatte in Frankreich an Herzstillstand, der möglicherweise durch eine Überdosis Drogen hervorgerufen wurde. Janis Joplin die ein stark exzessives Leben führte das von Alkohol und Rauschgift beherrscht wurde, starb am 4.Oktober 1970 in einem Motelzimmer in Hollywood an einer Überdosis Heroin. Einen Monat zuvor erstickte Jimi Hendrix am 18.September 1970 in London an seinem eigenen Erbrochenem, das vermutlich die Folge von Medikamentenmissbrauch war.
Neben den Psychedelischen Drogen wie Meskalin, LSD und auch Cannabis wurden auch härtere Drogen wie zum Beispiel Heroin gespritzt, obwohl härtere Drogen zu dieser Zeit keine Modeerscheinungen waren sondern eher zu den sogenannten Randgruppen gehörten. Prominenteste Fixerin war Janis Joplin, die für ihre Heroinsucht mit ihrem Leben bezahlen mußte.
Gründe und Einflüsse Drogenkonsum
In den sechziger Jahren war der Konsum von Drogen durch den Begriff Bewußtseinserweiterung geprägt. In diesen Jahren war der Mißbrauch von LSD und auch Cannabis weit verbreitet. Die Konsumenten sahen diese als Genußmittel und auch als eine Art Protest gegen die "konservative und erstarrte" Gesellschaft. Die Konsumenten wollten ihre Sinneswahrnehmungen verändern, sich "Einblicke in neue Bewußtseins- und Wahrnehmungsbereiche und ihre eigene Persönlichkeit" verschaffen. Sie wollten auch ihre sexuellen Beziehungen zu anderen intensivieren, die dann auch in exzessivem Drogenmißbrauch und Orgien beziehungsweise Gruppensex endeten. Dies war auch in Kommunen der häufige Fall.
In den USA entstanden in den sechziger Jahren Underground-Comics, die sich gegen die konservativen Gesellschaftsstrukturen in den Vereinigten Staaten richteten, und auch durch einen psychedelischen Stil geprägt waren. Ein populärer Vertreter dieser Kunstrichtung war Robert Crump, der in seinen Comics die Hauptdarsteller mit Drogen und Sex experimentieren lies. Sein bekanntestes Werk ist "Fritz the Cat" (Film).
Drogen hatten auch einen sehr starken Einfluß auf die Musik der sechziger Jahre. Zum Beispiel schlug sich der starke Einfluß von indischer Musik, der Flower Power Bewegung und auch natürlich von Drogen auf die Musik der Beatles nieder. Ihre Musik war ab 1965 geprägt von psychedelischen Klängen und ungewöhnlichen Soundeffekten. Auch für die Hippie Generation spielte die oft stark von Drogen beeinflußte, psychedelische Musik eine wichtige Rolle für ihr Lebensgefühl. Drogen spielten auch eine große Rolle für die damaligen Musiker. Sie verhalfen ihnen zu einem neuen Blickwinkel, durch den sie die Welt auf eine nie dagewesene Art sahen. Die Erfahrungen mit Drogen beeinflußten vor allem den Acid Rock. So zum Beispiel Janis Joplin die unter starkem Alkohol und Drogen Einfluß während ihren Auftritten in Ekstase verfiel. Jim Morrison, der bewusstseinsverändernde Drogen nahm, zog sich während seinen Auftritten aus oder Jimi Hendrix, der unter Drogeneinfluß die ungewöhnlichsten Gitarrensolos spielte (zum Beispiel mit Zähnen). Sie alle hatten eines gemeinsam, ihre ekstatischen Auftritte unter Drogeneinfluß.
Quellen:
The roaring
sixties
Bildquellen: