Geschichte- Projekt von Nicole Hämmerle, 8r1

 

 

  • Feminismus
  • Inhaltsverzeichnis:

     

    1. Definition
    2. Feminismus und Frauenbewegungen
    3. Alice Schwarzer und ihre Zeitschrift "Emma"

     

     

     

    Definition:

     

    Feminismus ist die Bezeichnung für die Theorie der Frauenbewegung und für die gesellschaftliche Dominanz der Männer gerichtete Bewegung, für die Gleichberechtigung der Frauen. Zu einer breiten, gesellschaftlichen Bewegung wurde der Feminismus Ende der sechziger Jahre. Unter Feminismus im weiteren Sinne werden Freiheits- und Gleichheitsbestrebungen von Frauen, das Vertreten ihrer Interessen und Recht, verstanden.

    Der Ausdruck wurde bis in die 70er Jahre hinein in deutschen Wörterbüchern nur in der Bedeutung von "Verweichlichung" oder "Verweiblichung des Mannes" geführt.

     

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    Feminismus und Frauenbewegungen

     

    Mit dem Begriff Feminismus bezeichnete man bereits im 19. Jahrhundert den Einsatz bürgerlicher Frauen für die Durchsetzung des Frauenwahlrechts.

    Der "neue" Feminismus nimmt seinen Anfang 1967/68 in den USA. Auch in Mittel- und Westeuropa entstanden Frauenbewegungen. Frauenbefreiungsgruppen, die Vorläufer der heutigen Selbsterfahrungsgruppen, werden gegründet, zunächst einmal gegen allgemeine Diskriminierung der Frau, gegen sexuelle Ausbeutung und Abtreibungsbeschränkungen.

    Die feministische Bewegung verfolgt eine zwiespältige Strategie. Einerseits kämpft sie um einen Strukturwandel in der ganzen Gesellschaft, der allen sozialen Schichten und allen Rassen zugute kommt. Andererseits tritt sie für die Verbesserung der Situation privilegierter Frauen ein.

    Der Feminismus nimmt die Frau als Frau ernst, er will ihre Befreiung um ihrer selbst willen durchsetzen.

     

    Die soziale Frauenbewegung wollte Anerkennung, Sicherung, Schutz und Ausgestaltung der Frauenarbeit. Die Frauenbildungsbewegung bemühte sich um die Neugestaltung des Frauenstudiums und Ausgestaltung besonderer Frauenbildungsanstalten.

    Durch die wirtschaftliche Notwendigkeiten und sozialen Umwälzungen des 1. Weltkriegs nahm die Frauenarbeit und damit die Integration der Frau in Politik und Gesellschaft zu. Einen starken Rückschritt brachte die NS- Ideologie von der Rolle der Frau als Gattin und Mutter.

    Trotz Frauenwahlrechts ist bis heute die volle Integration der Frauen in das politische, soziale und kulturelle Leben nicht verwirklicht (z.B. Benachteiligung bei der Entlohnung, geringe Vertretung in den Parlamenten).

     

    Die Unterschiede zwischen der proletarischen und der bürgerlichen Frauenbewegung: Während die bürgerliche Frauenbewegung die Forderung nach dem Recht auf Ausbildung und freier Berufswahl im Vordergrund standen, gab es kaum Forderungen nach politischen Rechten oder dem Frauenwahlrecht. Die proletarische Frauenbewegung hingegen hatte als Ziel die volle, wirtschaftliche, soziale und politische Gleichberechtigung der Frau, das Wahlrecht. Das Recht auf Erwerbstätigkeit einerseits und die Verbesserung der in den meisten Fällen unzumutbaren Arbeitsbedingungen.

     

    Feministische Artikel oder Bücher, in denen es um die Aufarbeitung von Frauengeschichten oder von Frauen betreffenden Ereignissen geht, entstanden in dem Jahr 1968. Tausende von Frauen schlossen sich damals in Gruppen zusammen.

     

    Eine wichtige Aufgabe der Frauenbewegung bestand und besteht darin, die eigene Geschichte auszugraben, radikale Frauenkämpferinnen aus dem Schutt des Vergessens ans Licht zu holen und Geschichtsbücher zu korrigieren.

    Ende der sechziger Jahre fand eine Politisierung einer breiten Schicht von Studenten statt, die durch die Empörung über den Krieg der USA in Vietnam ausgelöst wurde. Eine ganze Reihe von Studentinnen, die sich aktiv an den politischen Auseinandersetzungen beteiligt hatten, bemerkten, dass ihre frauenspezifischen Probleme fehl am Platz waren. In Berlin bildete sich ein "Aktionsrat zur Befreiung der Frauen", der die geschlechtsspezifischen Konflikte in der Studentenschaft diskutieren wollte.

    Da die Männer aber gar nicht daran dachten, die Rollenverteilung zu ändern, bildeten die Frauen einen "Weiberrat". Sie verfassten ein Flugblatt, in dem ihre ganze Wut und alle angestauten Aggressionen zum Ausdruck kamen.

    Im Frühjahr 1970 wurde der Weiberrat von Studentinnen, Berufstätigen und Hausfrauen neu gegründet. Dabei zeigte sich, dass die Frauen unterschiedliche Interessen und Voraussetzungen mitbrachten. Jede hatte ein anderes Anliegen.

     

    Die Frauen bildeten Selbsterfahrungsgruppen, um festzustellen, von welchen Unterdrückungsmechanismen Frauen betroffen sind. Frauen treffen sich in sogenannten bewußtseinserhöhende- und Quatschgruppen zusammen, um über sich zu berichten. Vor allem über persönliche Erfahrungen, Kindheitserinnerungen und die eigenen Probleme. Die Selbsterfahrungsgruppen haben sehr vielen Frauen geholfen, sich von der Ideologie, sie seien minderwertig, zu befreien und aus ihrer Einsamkeit herauszukommen und zu erkennen, dass ihre Probleme die Probleme vieler Frauen sind. Vielen Frauen wurde auch klar, was sie wollten und was sie nicht wollten.

     

    Die erste große Demonstration von Frauensolidarität war die Abtreibungskampagne, bei der die Streichung 218 (Verbot des Schwangerschaftsabbruchs) verlangt wurde. Sie führte zahllose Frauen der Frauenbewegung zu. Unter den Frauen machte sich das Bewußtsein breit, dass die Befreiung der Frauen nur durch sie selber geschehen könnte.

     

    Um die gesellschaftlichen Vorurteile wirksam zu bekämpfen, war öffentliche Diskussion nötig, und zwar sowohl innerhalb der fraueninternen als auch in der allgemeinen Öffentlichkeit.

    Immer mehr Frauen wurde bewußt, dass der gesamte Medienbetrieb in männlicher Hand war, die "meinungsbildende Branche" von Männern dominiert wurde. Buch- und Zeitungsverleger, Programmchefs, Regisseure und Dirigenten, Redakteure und Lektoren, sie alle waren bis auf wenige Ausnahmen Männer. Die Möglichkeiten der Frauen waren deutlich begrenzt. Sie wurden Cutterinnen, Regieassistentinnen, Sekretärinnen, Serviererinnen und Putzfrauen.

    Die Wut, die die arbeitenden Frauen nicht entwickelten, zumindest nicht öffentlich, entwickelten die Feministinnen, und je mehr sie für die Frauen und ihre Würde kämpften, desto mehr begriffen sie, dass sie sich selbst helfen mussten.

     

    Frauen gründeten Zeitschriften, Frauenverlage, Frauenbuchhandlungen, Frauenkneipen, sie machten Frauenfilme und Frauenplatten, gründeten Frauenrockbands und schrieben Frauenbücher, die Bereiche darstellten die sehr vielen Frauen der Welt verschlossen waren.

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    Alice Schwarzer und ihre Zeitschrift "Emma"

     

    Alice Schwarzer ist eine deutsche Schriftstellerin, Journalistin und Frauenrechtlerin. Sie wurde am 3. Dezember 1942 in Wuppertal- Elberfeld geboren und begann 1959 als Journalistin zu arbeiten. Als Journalistin und Autorin zahlreicher Bücher erstritt sie sich den Ruf einer kämpferischen Feministin. Eine hohe Auflage erreichte ihr Buch "Der kleine Unterschied und seine großen Folgen" (1975), das aber von drei großen Verlagen ausgeschlagen wurde. Ende 1976, etwa zwei Jahre nach der Erstveröffentlichung, waren mehr als 140.000 Exemplare des Buches verkauft.

    Außerdem ist sie Herausgeberin des alle zwei Monate erscheinenden Gemeindebriefs "Emma".

    In dem Blätterwald der feministischen Presse ist "Emma" die bekannteste Frauenzeitschrift. Sie ist die erste, die sich in die harte Konkurrenz des Medien- Marktes begab. Das war möglich, weil Alice Schwarzer von den Honoraren ihres erfolgreichen Buches "Der kleine Unterschied und seine großen Folgen" ,für die Zeitschrift Zweidrittel beisteuerte. Das andere Drittel stammte von Frauen "aus der Bewegung".

    Der Name "Emma" war gemeint "als Parodie auf die pseudo- progressiven Noras, als Solidarität mit der guten alten Emma und nicht zuletzt als Anspielung auf die Em(m)anzipation". Die Ankündigung Alice Schwarzers, eine Zeitschrift zu machen, die sich mehr als die bereits existierende feministischen Zeitschriften nach außen, also an Leserinnen außerhalb der Bewegung richtet, und im Gegensatz zu jenen von professionellen Frauen gemacht werden sollte, stieß bei vielen Feministinnen auf herbe Kritik. Dass die Ankündigung, eine Zeitschrift für Frauen zu machen, in der also Männer nicht zu Wort kommen sollten, wurde in den Medien heftig diskutiert. Alice Schwarzer hatte sich an alle Frauenzentren mit der Bitte gewandt, ihr Adressen, Material, Ideen, Anregungen und Geld für das "Emma- Projekt" zuzusenden. Andere Frauenzeitschriften erhoben schwere, verschiedene Vorwürfe gegen Alice Schwarzer. Fehlende Kooperation mit der bisher grössten Zeitung "Courage, rücksichtsloses Verhalten gegenüber Frauen bei Auseinandersetzungen, extensive Anwendung ihrer Publizität und warnten sie vor der drohenden Vermarktung der Frauenbewegung, durch "Emma", als Unternehmen.

    Ende Januar 1977 war "Emma" erschienen, mit einer Startauflage von 200.000. Die Zeitschrift hatte bereits nach eineinhalb Jahren einen Abonnentenstamm von mehr als 12.000 Leserinnen bzw. Leser. Sie ist, wie es in "Emma" hieß, die "erste Zeitschrift in Europa mit einer sechsstelligen Auflage, die ausschließlich in der Hand von Journalistinnen ist." Ihr Ziel war es gegen die Erniedrigung und Benachteiligung von Frauen und Unterdrückung zu kämpfen.

    In "Emma" geht es um die Realität ganz normaler Frauen, um die psychischen, sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Interessen von Frauen. "Emma" ist eine Zeitschrift, die weiblichen Bedürfnissen weitgehend entspricht und Frauen Mut macht, kritisch und selbstbewußt ihr Leben zu meistern.

     

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    Literaturnachweis:

     

    *Renate Wiggershaus: "Geschichte der Frauen und der Frauenbewegung", Peter Hammer Verlag, 1979

    *Microsoft Encarta 1998 Enzyklopädie

    *http://www2.rrz.uni-koeln.de/organe/frauenbeauftragte/ringvorl.htm

    *http://www.ceiberweiber.com/ownpages/feminism/schwarzer.htm

    *http://www.jungewelt.de/1998/04-23/017.htm