Prager Frühling

Vorgeschichte

Aufschwung

Misstrauen

Panzer in Prag

Widerstand

Wiederherstellung

 

Vorgeschichte:

In den 50er Jahren amtierte Antonin Nowotny im Amt des Ersten Partei Sekretärs. Die Wirtschaft in der Tschechoslowakei erlebte zu dieser Zeit eine extreme Talfahrt. Er schaffte es nicht, dass die Betriebe, in denen die Arbeiterlöhne von Monat zu Monat sanken, wieder schwarze Zahlen schrieben. Als die Bevölkerung zuletzt nicht mehr vollständig mit Lebensmitteln versorgt werden konnte, kam es im Dez. 1967 zu den ersten Auseinandersetzungen in den Spitzen der KP. Daraus folgte, dass Antonin Nowotny am 6. Jan. 1968 sein Amt niederlegte.

Sein Nachfolger als Parteisekretär wurde sein größter Widersacher Alexander Dubcek, Staatspräsident wurde Ludvik Svoboda am 27.März 1968. Im Gegensatz zu Nowotny war er eher pro westlich eingestellt.

Dubcek begann Kontakte zu den kapitalistischen Staaten im Westen aufzunehmen. Moskau bekam nun Angst, sie wurden die Obrigkeit über die CSSR verlieren, was zu dieser Zeit, als die OstWest Spannungen noch nicht aufgehört hatten, sehr unangenehm wäre.

 

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Aufschwung:

Dubcek wählte einen Mittelweg zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Er nannte es den "Sozialismus mit menschlichem Antlitz". In sehr kurzer Zeit kam es zu einigen Reformen, wie zum Beispiel:

 
Dieser Aufschwung war ganz im Sinne der 68er Bewegung auf der ganzen Welt. Die Studenten und Künstler des Landes waren insgesamt am aktivtsten an den Reformen beteiligt. Die neuen Freiheiten wurden von ihnen sofort begeistert aufgenommen.
Vor allem die Studenten und Schriftsteller begannen die neuen Freiheiten schnell auszunutzen. Sie verfassten Werke in dem sie die vollständige Loslösung von der UdSSR verlangten. Eines der deutlichsten Werke, war das "Manifest der 2000 Worte". Klubs, Vereine und Parteien wurden gegründet: u.a.

Diese Vereine und ihre Arbeit beschleunigte die gesellschaftliche Annäherung an den Westen, was in Moskau Misstrauen hervorrufte.

Dubcek selbst wollte nicht sich vollständig von der SU ablösen, er wollte vielmehr das beste aus dem von Moskau aus diktiertem System das beste zu machen. Das Volk war begeistert von dem, was die Reformen brachten. Sie verspürten eine Art Hauch von Freiheit. Die strengen Regeln, die von Moskau aus diktiert wurden, hatten an Strenge verloren. Die Menschen trauten sich wieder sich in die Öffentlichkeit und waren quasi erleichtert.

Viele Staatsmänner westlicher Staaten kamen nach Prag. Viele von ihnen gewährten der CSSR hohe Kredite, die Dubcek nutzte um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.
 

 
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Misstrauen:

Die Sowjets gefiel nicht was an ihrer Westgrenze geschah. Sie begannen mit einigen Militärmanöver an den Grenzen zu der Tschechoslowakei. In Moskau wurden die Vorbereitungen zu einer militärischen Operation in der CSSR mit dem Namen Donau, getroffen.
Sie konnten nicht zusehen wie die Grenze zwischen dem Osten und dem Westen langsam zerbröckelt.
 

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Panzer in Prag:

Am 20. August sendeten drei sowjetische Militärtransporter einen Notruf an den zivilen Flughafen in Prag. Sie baten um Landeerlaubnis, die abgelehnt wurde, da sich ganz in der Nähe ein militärischer Flughafen befand. Die Flieger landeten somit ohne Genehmigung auf dem Flughafen. An Bord waren sowjetische Fallschirmjäger die sofort begannen, den Flughafen zu sperren. Nachdem der Flughafen unter deren Kontrolle war, landeten im Minutentakt russische Truppentransporter.

 

Zur selben Zeit erhielten Truppenverbände, die entlang der Grenze stationiert waren den Marschbefehl. Die Truppen aus

  Stießen auf keinerlei militärischen Widerstand und konnten somit innerhalb von 24 Stunden bis nach Prag vordringen. Die Truppenstärke wurde auf ca. 350.000 bis 400.000 Mann geschätzt.

 
 
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Widerstand:
 
In der ganzen CSSR entbrannte ein Kampf der Bevölkerung gegen die Militärs. In den Betrieben legten die Beschäftigten ihre Arbeit nieder und begannen gegen die Panzer, die durch die Städte fuhren, in Reihen zu marschieren. Sie versuchten damit, dass die Panzer nicht weiter ins Stadtinnere vordringen konnten. Dubcek rief das Volk auf Ruhe zu bewahren und ihm die Arbeit zu überlassen.

Er reiste nach Moskau, wo er einen Vertrag zur Freundschaft und Zusammenarbeit unterschrieb. Doch war das eine Finte von Seiten der SU. Dubcek wurde abgesetzt und durch den Moskaugetreuen Gustav Husak ersetzt.

 Vaclav Havel beschreibt seine Erlebnisse zu dieser Zeit derart:

                                                    "Es war für mich eine schöne Zeit, denn nach 20
                                                    Jahren konnte man erstmals wieder frei atmen und
                                                    frei reden. Selbstverständlich empfanden wir die
                                                    politischen Dilemmas, die mit dieser Zeit
                                                    verbunden waren, aber ich glaube, niemand, der
                                                    das erlebt hat, wird das je wieder vergessen. Die
                                                    Okkupation durch die Warschauer Paktstaaten hat
                                                    eine erstaunliche Sache zutage gefördert: Wie
                                                    nämlich eine unbewaffnete Öffentlichkeit die
                                                    Invasion mehrerer mächtiger Armeen lahmlegen
                                                    kann. Der einwöchige Widerstand der Gesellschaft
                                                    gegen die Okkupanten, dieser absolut einheitliche
                                                    Widerstand, das war ein bewundernswertes
                                                    Phänomen, zu dem auch ich einen kleinen Teil mit
                                                    beitragen konnte."
 

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Wiederherstellung:
 

Bis 1989 waren Truppen in der CSSR stationiert und Husak regierte genau so, wie es von Moskau aus diktiert wurde. Am 28. Dez. 1989 wurde Dubcek erneut Parlamentspräsident der CSFR. Er starb am 7. Nov. 1992 starb er an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

Am 1. Jänner wurde die Tschechoslowakei aufgelöst. Heutiger Präsident der Tschechischen Republik ist Vaclav Havel.

 

Quellen:

 

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