Studentenunruhen in Europa

 

Bearbeitung: Daniel Aberer

 

Inhalt

 

  • Studentenbewegungen in
  • Paris

    Berlin

    Wien

  • Nachweis

  • Quellen
  • Paris

     

     

    Die Universitäten waren den wachsenden Studentenzahlen nicht gewachsen und die Studienbedingungen wurden immer schlechter. Dazu gab es eine steigende Anzahl von linken Gruppierungen an den Universitäten, die das kapitalistische System kritisierten. Die Unzufriedenheit wuchs und die von der chinesischen Kulturrevolution beeinflussten Studenten, wollten ebenfalls eine Revolution ausgehend von den Universitäten starten.

     

    Am 22. März besetzen etwa 200 Studenten die Universität von Nanterre, worauf es zu deren Schließung kam.

     

  • "Während sich die deutschen Demonstrationen über die Jahre 1967 und 1968 verteilen, setzen die Studenten in Paris einen Schwerpunkt".1
  • Dieser Schwerpunkt viel auf den Mai und Juni 1968. Als die Studenten (ca. 20.000 bis 30.000) die Sorbonne, am 11. Mai, besetzen, setzt die Regierung 10.000 Polizisten ein, um die Aufruhr zu beenden. In einem Abschnitt der Sorbonne, hatten die Demonstranten hohe Barrikaden errichtet und sich dahinter verschanzt. Der Innenminister reagierte: Mit Tränengas und Rauchgranaten wurden die Proteste beendet. Hunderte Demonstranten wurden verletzt oder verhaftet. Im Quartier Latin, der Quelle des Widerstandes, entstand gewaltiger Sachschaden. Die Studenten riefen zum Generalstreik auf – und anders als in Deutschland – hatten sie unter der Arbeiterklasse sehr viel Sympathie. Am 13. Mai kam es zum Bündnis zwischen den Gewerkschaften und den Studenten.

     

  • "Bis zum 24. Mai traten über 10 Millionen Franzosen in den Streik und legten ganz Frankreich lahm."2
  • Für Staatspräsident Charles de Gaulle eine Notsituation. Die anhaltenden Streiks und Proteste werden beendet als Fallschirmjäger die Stadt besetzen. Durch massive Zugeständnisse, Polizei und Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften konnte der Streik beendet werden und mit ihm auch die Studentenbewegung.

    Am 30. Mai verkündete er in einer Rede, dass er das Parlament auflösen werde und, dass es Neuwahlen geben werde. Auf dem Champs-Élysées kam es nun zur Gegendemonstration von über 400.000, sie waren für de Gaulle und forderten wieder geordnete Zustände. Spurlos allerdings ist die Pariser Mai-Revolution nicht vorrübergegangen. Die Gewerkschafter erreichten eine Lohnsteigerung und auch Charles de Gaulle begriff, dass gesellschaftliche Änderungen nötig sein würden. Für ihn war es jedoch zu spät. De Gaulle war an den Studenten gescheitert. Im April des nächsten Jahres, legte de Gaulle sein Amt nieder, nachdem er 1968 noch die Wahl gewonnen hatte.

     

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    Berlin

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    Schon Mitte der Sechziger-Jahre wurde seitens der Studenten gegen die prüde Sexualmoral und die autoritäre Erziehung protestiert. Die Außerparlamentarische Opposition(APO), wurde 1966 aus Protest gegen die Große Koalition(SPD/CSU), gegründet. Die Aktionen der APO, liefen oft nach dem Vorbild der Amerikanischen Bürgerrechtsbewegung ab. Sie war Aktionsplattform für allerlei Aktionen wie gewaltlose Sit-ins und Massendemonstrationen.

    1967 war sehr wichtig für die verschiedenen Protestbewegungen. Aufgrund von verschiedenen Ereignissen rückten die verschiedenen Gruppierungen näher zusammen. Zum Beispiel wurde die Mitgliederkartei des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) von der Polizei einfach konfisziert, oder bei verschiedenen Demonstrationen Menschen verhaftet. Außerdem wurde nun gegen die Schutzmacht USA und gegen ihr vorgehen in Vietnam demonstriert.

    Dazu kam es am 2. Juni zu einer Demonstration gegen den Schah von Persien, der die Opposition im eigenen Land unterdrückte und Deutschland einen Staatsbesuch abstattete. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Sympathisanten des Schahs und den Demonstranten.

     

  • "Anschließend ging die Polizei mit der "Leberwursttaktik", wie Polizeipräsident Duensig die Strategie nannte, gegen die Demonstranten vor: Sie sollten von zwei Seiten zusammen-gedrückt und dann "mit dem Knüppel auseinandergedroschen" werden."2
  • Tragischerweise wurde der Student Benno Ohnesorg durch eine Kugel aus einer Polizeiwaffe getötet. Angeblich war die Kugel ein Querschläger.

    Außerdem tat die Boulevardpresse insbesondere Axel Springer und seine Bildzeitung ihr übriges.

    Mit Schlagzeilen wie

     

    "Stoppt den Terror der Jung-Roten jetzt"

    "Schluss mit Terror und Krawall"

    "Lasst Bauarbeiter ruhig schaffen! Kein Geld für langbeharrte Affen!" 3

     

    wurde das Volk gegen die Demonstranten aufgebracht.

    Durch einen Bildzeitungsleser wurde am 11. April 1968 Rudi Dutschke lebensgefährlich verletzt.

    Aus Protest gegen dieses Attentat, kam es zu den sogenannten Osterunruhen, die bis zum 15. April andauerten. Es kam in mehreren Städten zu Straßenschlachten mit der Polizei.

     

  • "Bilanz der Osterunruhen: Zwei Tote bei den Auseinandersetzungen in München und laut "Spiegel" –Ausgabe vom 22. April 400 Schwer- und Leichtverletzte."2
  • Anders als in Frankreich war die Gewerkschaft stets darauf bedacht sich nicht mit den Studenten zu verbünden, obwohl auch sie Demonstrationen abhielten. Auch die Studenten suchten nicht den Dialog mit den Gewerkschaften.

     

    Das Ende der Studentenbewegung

     

    Zu den zahlreichen Enttäuschungen vor allem im Ausland, wie die Entwicklung in der Tschechoslowakei oder das vorgehen der mexikanischen Polizei im Zuge der Proteste gegen die Olympiade, wo 500 Demonstranten getötet wurden, kam das härtere Vorgehen der Polizei und Verhaftungen führender Mitglieder der SDS, im wegen der Osterunruhen. Proteste und Tätigkeiten fanden zwar auch noch 1969 statt, doch musste man die weitreichende Staatsmacht und das Eigene, beschränkte Aktionspotential als gegeben ansehen. Es kam zur Spaltung innerhalb der Protestbewegung. Einige neue Bünde wurden gegründet, wie der Marxistische Studentenbund (MSB), der SDS wurde jedoch 1970 aufgelöst.

    Ein paar allerdings beschlossen den Kampf mit härteren Mitteln weiterzuführen. Andreas Baader und Ulrike Meinhof gründeten die Rote Armee Fraktion.

     

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    Wien

     

    Auch in Österreich gibt es die Studentenbewegung. Auch hier richtet sich der Protest gegen die Missstände an den Universitäten. Bei der Einsetzung von Universitätsprofessoren wird, ist die politische Gesinnung, bedeutend. Außerdem wird in Österreich nur 0,3% des Bruttosozialprodukts wird für Forschung ausgegeben. Bei der Amtseinsetzung Fritz Schwinds, zum neuen Rektor an der Wiener Universität, wird gegen diese demonstriert. Gefordert wird eine Reform der Hochschulen hinsichtlich Schülerstipendien, Budget und Besetzung von Lehrstellen an der Uni. Auch für die Studenten in Österreich ist Mao Tse-tung eine Kultfigur und verschiedene Linke Gruppierungen nehmen an den Protesten Teil. Auch von Amerika war ein Stück der dortigen Kulturrevolution übergeschwappt. Die Flower-powergeneration wurde von dort übernommen und wie in Berlin, gab es auch in Wien Kommunen.

     

  • "Das, worum es in täglichen Auseinandersetzungen ging, war ein Mehr an Demokratie und war ein Widerstand gegen autoritäre Bestimmung der Menschen. Besonders an der Universität, aber auch in der Gesellschaft."4
  • Zum Beispiel gab es zwar eine gewählte Studentenvertretung, dennoch hatten diese an den Studienbedingungen nichts mitzusprechen. 1970 war es Bruno Kreisky und die SPÖ, die bei der Nationalratswahl eine Mehrheit erhielt. Er setzte die Demokratisierung dann in die Tat um, für die viele Demonstranten auf die Strasse gingen. In Österreich mit weniger Gewalt als beispielsweise in Deutschland oder Frankreich.

     

  • "[...Die Demonstranten setzen sich aus vielen sehr inhomogenen Kräften zusammen: sozialistische Studenten, Studenten linker als die sozialistischen Studenten, Marxisten-Leninisten, Kommunisten, Kommunarden, Chaoten, Aussteiger, Aktionisten, Feministen."5
  • Erklärungen

     

     

  • Schah von Persien
  • Eigentlich der Schah von Iran, denn sein Vater hatte Persien 1934 offiziell umbenannt, wurde 1919, als Mohammed Resa Pahlewi, in Teheran geboren. 1949 gab es ein erfolgloses Attentat auf den Schah. 1953 floh er ins Exil um mit Hilfe der CIA wieder an die Macht zurückzukehren. Er war Pro-westlich, führte viele Reformen und Modernisierungen zu und zog sich damit den Hass der islamischen Fundamentalisten zu. Als in den 70er Jahren der Iran, durch Erdöl, immer bedeuteder wurde erstarkte eine Gruppe fundamentalistischer Muslime. 1979 wurde er von Ayatollah Khomeini aus dem Iran vertrieben. Er starb 1980 im Exil, in Kairo.

     

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  • Sorbonne,
  • ist eines der Gebäude an der Universität von Paris, dennoch wird es als Synonym für den ganzen Universitätenkomplex in Paris verwendet. Der Name Sorbonne stammt von Robert de Sorbon, der 1257 eine theologische Hochschule in Paris gründete.6

     

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    Quellen

     

  • Jahre des Aufbruchs – Jahre des Umbruchs; Hugo Portisch; 1. Auflage © 1996 by Verlag Kremayr & Scheriau, Wien; erstellt in Zusammenarbeit mit dem ORF, für die Fernseh-Dokumentation "Österreich II";

    Http://www.muenster.de/~knowak/hausarbeiten/68.html 4.3.2000

    http://www.spiegel.de/druckversion/0,1588,14878,00.html 3.3.00

    Microsoft Encarta 97 Encylopedia © 1993 – 1996 Microsoft Corporation.

    Bildquelle: Presseagentur Vota, Wien

    Bildquelle: "Der Spiegel", Nr 17/1988

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    1 Jahre des Aufbruchs - Jahre des Umbruchs; Hugo Portisch; Verlag Kremayr & Scheriau; Wien 1996; Seite 285 Absatz 2

    2 Http://www.muenster.de/~knowak/hausarbeiten/68.html 4.3.2000

    3 "Der Spiegel", 6.Mai 1968

    4 Prof. Marina Fischer-Kowalski zitiert in "Jahre des Umbruchs – Jahre des Aufbruchs"; Hugo Portisch; Seite 287; 2. Absatz

    5 Jahre des Aufbruchs - Jahre des Umbruchs; Hugo Portisch; Verlag Kremayr & Scheriau; Wien 1996; Seite 289: 3. Absatz

    6 Microsoft Encarta 97 Encyclopedia © 1993 - 1996 Microsoft Corporation.

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