RAF
und Brigate Rosse
Inhalt:
Ideologie
RAF:
Personen:
Andreas
Baader
Ulrike
Meinhof
Formierung
linker, militanter Gruppen in Deutschland
Aktionen
Lorenz Entführung
Stockholm
Schleyer Entführung
Stammheim
Isolationshaft
Reaktionen
der BRD
Brigate Rosse:
Entstehung
der Roten Brigaden
Aktionen
Moro Entführung
Untergang
der Brigate Rosse
Ideologie:
Es geht darum, den "imperialistischen
Staat" mit allen Mitteln zu bekämpfen. Dabei wurde die offensichtlich
aussichtslose Situation nicht in Betracht gezogen. Die RAF und die Brigate
Rosse bezeichneten sich als Kommunisten, obwohl ihr Aktionismus auf eine
anarchistische Philosophie schließen lassen würde. Erwähnenswert
finde ich, dass sich, zumindest die sogenannte "1. Generation", vom Terrorismus,
den sie mit der Involvierung unbeteiligter definiert, distanziert
und ihn sogar verurteilt. Natürlich ist der "bewaffnete Kampf" eine
Form des Terrorismus. Ziel sei es keinesfalls durch einen Putsch die Macht
im Staat an sich zu reißen, sondern der Aufbau einer Guerilla, die
den "weltweiten revolutionären Prozess" unterstützen soll. Speziell
den Roten Brigaden geht es laut Selbstdefinition um die "bewaffnete Propaganda",
also um ein gewaltsames auf sich Aufmerksammachen. Dadurch soll die PCI
gestärkt werden. Es ist jedoch fraglich, ob die Kommunistische Partei
nicht eher trotz des Terrorismus, als durch ihn in den 70er Jahren an Boden
gewann. Ein gravierender Unterschied zwischen RAF und BR besteht
im enormen Hass, den die RAF der "Spießbürgergesellschaft" entgegenbringt.
Kurz gesagt wollten sie den offenen Krieg gegen den verhassten Staat.
Deutschland- RAF1:
Formierung
linker militanter Gruppen in Deutschland:
Thorwald Proll, Andreas Baader,
Gudrun Ensslin und der Leiter des „Action Theater" Horst Söhnlein
legten am 2. April 1968 2 Brandsätze in den Hamburger Kaufhäusern
„Kaufhaus Schneider" und „Kaufhof".
Nach der „Schlacht am Tegeler
Weg" 1968 ließen Teile der APO die Auseinandersetzung mit Exekutive
und Judikative bewusst eskalieren. Parolen wie „Zerschlagt die Klassenjustiz"
oder „Macht kaputt was euch kaputt macht" wurden in die Tat umgesetzt und
Brand und Sprengstoffanschläge auf Polizei- und Justizgebäude
verübt. Die Gruppen nannten sich zu jedem Anschlag anders wie z.B.
„Tupamaros Westberlin" oder „Schwarze Ratten".
Am 14. 5. 1970 wurde Andreas
Baader aus dem Gefängnis befreit und die RAF erklärte sich für
gegründet.
Aktionen1:
Lorenz Entführung:
Am 27. 2. 75 wurde der Westberliner
CDU- Vorsitzende Lorenz von der „Bewegung 2. Juni" entführt. Durch
die Freilassung von Verena Becker, Gabriele Kröcher- Tiedemann, Ingrid
Siepmann, Rolf Heissler, Rolf Pohle konnte die Ermordung Lorenzs verhindert
werden.
Zum ersten mal tagt zu diesem
Anlass der „Große Krisenstab". Ohne Verfassungsauftrag, ohne Entscheidungsbefugnis.
Geiseldrama in der deutschen Botschaft
in Stockholm:
Am 24. 4. 1975 überfiel ein
Kommando der RAF die westdeutsche Botschaft in Stockholm. Das Kommando
bestand aus Siegfried Hausner, Hanna- Elise Krabbe, Karl- Heinz Dellwo,
Lutz Taufer, Bernhard- Maria Rössner und Ullrich Wessel.
Als die sechs ihre Waffen
zogen flüchteten die meisten Anwesenden. Die Terroristen forderten
den Abzug der schwedischen Polizei und die Freilassung 26 politischer Gefangener.
Als ihre Forderungen abgelehnt wurden, wurden zwei Botschaftsangehörige
ermordet. Kurz vor Mitternacht zündete der Sprengsatz, der für
die Sprengung des Gebäudes vorgesehen gewesen wäre, und beendet
die Aktion. Außer den beiden erschossenen Botschaftsangehörigen
starben Ulrich Wessel und Siegfried Hausner.
Schleyer- Entführung, ein
gekapertes Flugzeug und die Nacht in Stammheim :
Am 5. 9. 77 entführte
das RAF- „Kommando Siegfried Hausner" den Industriellen Hannes Martin Schleyer.
Das Kommando bestand im wesentlichen aus Peter Jürgen Boock, Christian
Klar, Brigitte Mohnhaupt, Adelheid Schulz, Rolf Clemens Wagner und Stefan
Wisniewski. Die Entführer forderten die Freilassung der Gefangenen
Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe, Verena Becker, Werner Hoppe,
Karl-Heinz Dellwo, Hanna Krabbe, Bernd Rössner, Ingrid Schubert, Irmgard
Möller und Günter Sonnenberg, 100 000 Mark für jeden der
genannten Namen als „Taschengeld", und dass während der Geiselnahme
keine Ermittlungen angestellt würden. Schleyer wurde in einem umgebauten
Wandschrank (Abmessungen: 160- 71- 250) in einer Wohnung in Erfstadt- Liblar
(30 Fahrminuten vom Entführungsort) gefangen gehalten. Die Regierung
setzte auf Verzögerungstaktik.
Der Hinweis auf die Wohnung,
der für das Überleben Schleyers von unwiederbringlicher Bedeutung
gewesen wäre, versumpft in der Bürokratie und erreicht die zuständigen
Behörden nicht. Der Schweizer Anwalt Denis Payot wurde als Vermittler
zwischen den Terroristen und dem BKA eingeschaltet. Die damaligen Minister
waren scheinbar damit beschäftigt, ein Land das die Aufnahme der Freigepressten
nicht verweigern würde, zu eruieren. Tatsächlich bestand nie
die Absicht die Gefangen freizulassen. Es ging ein zweiter Hinweis ein,
der jedoch wieder nachlässig behandelt wurde.
Am 13. 10. wurde die Lufthansamaschine
„Landshut" nach ihrem Start von Palma de Mallorca von einer palästinensischen
Kommandoeinheit unter Zohair Youssif Akache alias Mahmud gekapert. Neben
der Entlassung der „Deutschen Genossen" forderte die Operation „Kofre Kaddum"
die Freilassung zweier in der Türkei inhaftierter Palästinenser
und 15 Millionen Dollar. Die letzte Station dieser Entführung war
Mogadischu.
Um 005 wurde die Maschine
vom deutschen GSG9 und vom SAS gestürmt. Der Sprengsatz, der die Maschine
in die Luft jagen sollte detonierte zwar, richtete aber nur geringen Schaden
an.
Das Bundesverfassungsgericht
entschied gegen die Freilassung der Gefangenen und Schleyer wurde am 9.
10. 77 tot im Kofferraum eines Wagens gefunden. |
 |
Am 18.10. wurden Andreas
Baader, Jan Raspe und Gudrun Ensslin tot in ihren Einzelzellen aufgefunden.
Sie waren seit dem 6. 9. von der Außenwelt völlig abgeschnitten
und hatten auch untereinander keine „legale" Kommunikationsmöglichkeit.
Sie hatten sich jedoch mit Lautsprechern eine Verbindung zwischen den Zellen
„gebastelt". Andreas Baader und Jan Raspe sollen sich mit in ihren Zellen
versteckten Pistolen erschossen, und Gudrun Ensslin mit einem Lautsprecherkabel
erhängt haben.
Am 20. April 1998 erklärte
sich die RAF offiziell für aufgelöst: „Die Stadtguerilla in Form
der RAF ist nun Geschichte."2
Die politischen Gefangenen
traten insgesamt 6 mal in den Hungerstreik, um verbesserte Haftbedingungen
zu erwirken (Aufhebung der Isolation).
Stammheim:
„...kein normaler Straffall: sondern
militärisch politische Auseinandersetzung des kapitalistischen Staates
mit seinen radikalsten Gegnern." (RAF).
Das Verfahren von Stammheim
wurde bei RAF- Sympathisanten oft als Schauprozess bezeichnet, da das Ende,
lebenslang für Baader, Meinhof, Raspe und Ensslin, ohnehin feststünde.
Wenige Wochen vor dem Beginn
des Stammheim- Verfahrens (21. 5. 75) gegen den „harten Kern" der RAF wurden
die drei Hauptverteidiger Croissant, Groenewold und Ströbele von der
Verhandlung ausgeschlossen und zwei Tage nach Prozessbeginn verhaftet.
Außerdem wurde die Verteidigung ständig von der Staatsanwaltschaft
abgehört. Auch die Zellen waren verwanzt. In der Anfangsphase des
Prozesses lehnten die Angeklagten die vom Staat zur Verfügung gestellten
„Zwangsverteidiger" kategorisch ab. Baader, Raspe, Ensslin und Meinhof
störten immer absichtlich den Prozess oder beleidigten den Richter,
um von der Verhandlung ausgeschlossen zu werden. Seit der Änderung
des Strafgesetzes konnte diese, wenn die Verhandlungsunfähigkeit absichtlich
herbeigeführt wurde, fortgesetzt werden. Im Laufe des Prozesses
eskalierten Streitigkeiten zwischen Meinhof und Ensslin. Es wurde zwar
nach außen hin Einheit demonstriert, nach dem Prozess attackierten
einander, zuerst die beiden Frauen, später schaltete sich Baader
ein, in netten Briefen, die sie sich gegenseitig schrieben. 4 Tage, nachdem
der Rest der Gruppe Ulrike Meinhof die Solidarität aufgekündigt
hatte, indem sie sich vom Anschlag auf den Springer- Palast (eine von Meinhof
geplante und durchgeführte Aktion) distanzierte, am 8. Mai 76, wurde
Meinhof erhängt in ihrer Zelle aufgefunden.
Nach diesem 8. Mai wurden
den anderen Inhaftierten Stricke mit der Aufforderung es ihrer Genossin
gleich zu tun geschickt. Komischerweise kamen diese problemlos an der Gefängniszensur
vorbei.
Die Verteidigung, unter Schily
versuchte den Prozess auf eine politische Basis zu bringen.
Als dem Vorsitzenden Dr. Prinzing
nachgewiesen werden konnte, dass er Informationen an Bundesrichter Mayer
weitergab, der diese dann wiederum an "Die Welt" weiterleitete, hatte der
85. Befangenheitsantrag der Verteidigung Erfolg. Sein Nachfolger hieß
Dr. Foth. In den Schlussplädoyes der Rechtsanwälte plädierten
diese noch einmal auf die Einstellung des Prozesses. Am 28. 4. wurden Andreas
Baader, Gudrun Ensslin, und Jan Carl Raspe in allen Anklagepunkten für
schuldig befunden und zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.
Isolationshaft,
Isolationsfolter, Vernichtungshaft:
Man kann die Isolation als modernste
und wirkungsvollste Methode der Folter bezeichnen. Da der Mensch ein soziales
Wesen ist, das heißt, dass er auf längere Zeit ohne Kontakte
zu anderen Menschen abstumpft und sogar stirbt, ist es durch isolatorische
Methoden bei Gefangenen möglich, jeden Willen zu brechen und sie so
zu einem Geständnis zu bringen oder sie zum Selbstmord zu veranlassen,
um diesem unerträglichen Zustand zu entkommen. Es ist wissenschaftlich
bewiesen, dass eine längere Zeit ohne soziale Kontakte zu einem geistigen
und körperlichen Verfall führt. Der Zweck sollte sein, die Solidarität
der Gefangenen zu zerstören und die Möglichkeit auszuschließen,
dass die politischen Gefangenen andere aufhetzen. Die Isolation war sowohl
in Deutschland als auch in Italien die gängige Art und Weise die politischen
Inhaftierten gefangen zu halten. In Italien wurden auch "aktive" Foltermethoden
praktiziert, um Informationen, beispielsweise über die Standorte von
Stützpunkten zu erhalten.
Reaktionen
der BRD2:
Das Budget und die Befugnisse
des BKA wurden ab 1970 ständig erweitert. 1971 nach der Einführung
der EDV durch den neuen BKA- Chef Herold, wurde der Antrag für das
Bundesmeldegesetz zur lückenlosen Erfassung von Personaldaten eingebracht.
Außerdem wurden die Strafen für Flugzeugentführung und
Geiselnahme verschärft. Nach der Aktion der Gruppe „Schwarzer September"
wurden Spezialeinheiten zur Terroristenbekämpfung ins Leben gerufen.
Diesem Zweck sollte die GSG9 gerecht werden. Am 18. 12. 1974 wurde das
Strafverfahrensgesetz geändert. Der wichtigste Paragraph erlaubte
das Stattfinden von Verhandlungen auch im Fall der Abwesenheit der Angeklagten.
Im Mai 75 änderte Interpol
seinen Grundsatz nicht gegen politische Täter vorzugehen.
Am 22. fand ein Treffen
der Justizminister der 18 im Europarat vertretenen Länder statt. Die
Wichtigste Vereinbarung war: Kein Land gewährt einem Terroristen politisches
Asyl. Weiters wurde die übernationale Zusammenarbeit der Polizei beschlossen.
Bis Ende des Jahres war dies verwirklicht und das BKA arbeitete mit den
Exekutiven Frankreichs, der Schweiz, Italiens, Schwedens, der Dänemark,
Englands, Hollands, Belgiens, Spaniens, Tunesiens und der Türkei zusammen.
Im Juni 76 wurde ein Gesetzespaket
beschlossen, das unter anderem die Überwachung des Schriftverkehrs
zwischen politischen Gefangenen und ihren Anwälten legalisiert. Außerdem
wurde das Europäische Übereinkommen über Auslieferung und
Rechtshilfe beschlossen und trat zu Neujahr 77 in Kraft. Ziel dieser
Vereinbarung war, dass die Auslieferung einer Person an einen Zweitstaat
mit ähnlicher Rechtslage nicht mehr verweigert werden konnte. Während
der Schleyer- Entführung wurde der „übergesetzliche Notstand"
ausgerufen. Am 2. 10. wurde der ungesetzliche Zustand der Isolation durch
das Kontaktsperregesetz legalisiert. Außerdem wurden Rasterfahndungen
und Lauschangriffe (v. a. auf als links eingeschätzte Anwälte)
durchgeführt.1
Italien- Brigate Rosse:
Entstehung
der Brigate Rosse3:
Im Gegensatz zur RAF, die zum
größten Teil aus Intellektuellen bestand, entstand die Brigate
Rosse aus der Gewerkschaft und bestand folglich zum überwiegenden
Teil aus Arbeitern.
Bis 1972/ 73 war die Brigate
Rosse eine auf Mailand beschränkte Organisation, die in allen Großbetrieben
wie Pirelli oder Siemens vertreten war. Es wurden mehrere kleinere
Aktionen durchgeführt. Meistens handelte es sich hierbei um das Anzünden
der Autos leitender Angestellter. Zu diesem Zeitpunkt wurde noch
niemand identifiziert oder polizeilich gesucht.
Die erste Aktion, zu der sich
die BR offiziell bekannte, war die Entführung eines leitenden Siemens-
Ingenieurs (Machiarini). Nach einigen Stunden ließ man ihn wieder
frei.
Schon nach dieser Aktion wurde
ein Großteil der werdenden Stadtguerillieros gefasst. Die Übriggebliebenen,
Curcio, Mara Franceschini, Morlacchi und Moretti wurden später
oft als „historischer Kern" der Gruppe bezeichnet.
Aktionen3:
Den ersten direkten Angriff auf
den Staat führten die BR am 18.4.74 mit der Entführung Sossis,
den Staatsanwalt während des Prozesses gegen die GAP (erste Gruppe
des bewaffneten Kampfes), durch. Von 1977- 88 wurden zahlreiche tödlichen
und nicht tödliche Schussattentate durchgeführt. Bevorzugte Ziele
waren Vertreter des Staates oder der Justiz. Außerdem entführten
die BR wichtige Vertreter der Wirtschaft und des Staates, um politische
Ziele durchzusetzen, erhebliche Geldsummen für die Freilassung der
Geiseln zu erhalten, oder einfach um ihre Macht und die Ohnmacht
des Gegners zu demonstrieren.
Moro Entführung3:
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Aldo Moro, der damalige Vorsitzende
der Democracia Cristiana wurde am16. März 78 entführt. Alle fünf
Leibwachen wurden erschossen und Moro in eine für diese Aktion umgebaute
Wohnung gefahren. Während der 55 Tage schrieb Moro zahlreiche Aufforderungen
an die Partei Verhandlungen mit der BR aufzunehmen. Die Partei forderte
die bedingungslose Freilassung ihres Vorsitzenden und antwortete auf seine
Briefe mit psychologischen Gutachten, die belegen sollten, dass er mit
Äußerungen wie „ich will keinen Vertreter des Staates oder der
Partei auf meiner Beerdigung haben" das genaue Gegenteil gemeint hat.
Am 9. Mai wurde der Vorsitzende der DC exekutiert.
Im Vergleich zur Schleyer-
Entführung fällt auf, dass nicht einmal das Einfachste versucht
wurde um Aldo Moros Leben zu retten. Dem damaligen Ministerpräsident
Giulio Andreotti wird vorgeworfen, er habe den Tod Moro's herbeigewünscht
und aktiv dazu beigetragen dass dieser schlimmste Fall eintreten musste.
Zweifellos war die Verweigerung von Verhandlungen eine Provokation. Die
Sozialisten unter Craxi warfen der DC vor, durch ihre starre Haltung die
Ermordung Moro's heraufbeschwören zu haben, da dieser ein Freund einer
Öffnung nach Links gewesen war4.
Gewisse Fragen drängen sich bei diesem Sachverhalt geradezu auf:
Warum saß Moro nicht
in einem gepanzerten Wagen, wo 26 Wagen dieser Art zur Verfügung standen?
Warum ging die Polizei den Hinweisen auf das Versteck der Terroristen in
der Via Gradoli nicht nach? Und warum lehnte Andreotti den Plan zur Bekämpfung
des Terrorismus ab?
Der Entführung folgte
die größte Polizeiaktion der italienischen Geschichte:
72 460 Straßensperren
wurden errichtet, 37 702 Wohnungen und Häuser durchsucht, 6 413 713
Personen und 3 303 123 Autos kontrolliert. Innenminister Francesco Cossiga
trat, nachdem die Leiche Moros gefunden worden war, am 9. Mai zurück4. |
Das
Ende Der Roten Brigaden3:
Ab 1980 erlitt die Brigate Rosse
fast nur noch Rückschläge, wie beispielsweise die massakerähnliche
Erschießung von 4 schlafenden Brigadisten in einem verratenen Stützpunkt
in Genua, und führte sinnlose Erschießungen und Racheakte,
sowohl an Außenstehenden wie auch intern, durch, die zu immer größerer
Grausamkeit neigten.
Die Brigate Rosse ging mit
der Verhaftung Mario Morettis im April 81 unter. Der Untergang war nicht
allein durch die Verhaftung Morettis bedingt. Das Hauptproblem war, dass
die Meisten Terroristen einsahen, dass der bewaffnete Kampf nicht erfolgreich
sein kann. Trotzdem führten die BR- PCC( (Kämpfende Kommunistische
Partei) und die BR- UCC (Unioni Communisti Combattenti) den Krieg gegen
den Staat bis1987, als die Organisationen, bedingt durch zahlreiche Verhaftungen,
praktisch aufgehört haben zu existieren, weiter.
Internationale
Kontakte3:
1978 wurden zum ersten Mal Kontakte
zu anderen Stadtguerillas geknüpft wie der RAF geknüpft. Wegen
unterschiedlicher Positionen wurden diese jedoch nicht fortgeführt.
Nach der Moro- Entführung nahmen die ETA, die RAF, die PLO, die IRA
und französische Gruppen Kontakt mit der BR auf. Es fanden einige
Treffen in Paris statt. Speziell mit der RAF wurden zu dieser Zeit Waffen
getauscht. Der Grund, warum später Theorien aufkamen, dass die Brigate
Rosse für alle möglichen Geheimdienste gearbeitet haben soll,
ist ein Brief, in dem der Mossad der BR seine Wertschätzung anlässlich
der Moro- Aktion ausdrückt. Intensivere Beziehungen waren zur PLO
und IRA vorhanden (Waffenhandel).
Ab 1982 beteiligte sich die
BR- PCC gemeinsam mit der RAF, der französischen „Action Directe"
und der belgischen CCC (Kämpfende Kommunistische Zellen) am „Aufbau
einer antiimperialistischen Front" in Westeuropa.
Anhang:
1. Diese
Fakten sind dem im "Hoffmann und Campe Verlag" erschienen Buch von Stefan
Aust "Der Baader- Meinhof- Komplex" (1. Ausgabe, 1986) entnommen.
Ausnahmen sind durch eine weiteren Endnote gekennzeichnet.
2.
Die Fakten dieses Absatzes sind der Seite http://www.nadir.org/nadir/archiv/PolitischeStroemungen/Stadtguerilla+RAF/RAF/brd+raf/
entnommen. Ausnahmen sind an einer anderen Endnote zu erkennen.
3.
Die Tatsachen des folgenden Absatzes sind dem im "VLA" und dem "Verlag
der Buchläden Schwarze Risse/ Rote Straße" erschienen
Buch von Rossana Rossanda, Carla Mosca und Mario Moretti "Brigate Rosse"
entnommen. Ausnahmen sind mit einer anderen Endnote gekennzeichnet.
4.
Diese Fakten Stammen aus dem Artikel aus "Die Welt" "Ein italienischer
Alptraum". Erscheinungsdatum16. 3. 1998.