Der zweite Indochinakrieg/Vietnamkrieg
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Konfliktbeginn: 1955
Konfliktende: 27. Jan. 1973 / 30. April 1975
Inhalt:
1.
Innenpolitische Situation2.
Der Eintritt der USA in den Konflikt
Innenpolitische Situation:
Direkt an den ersten Indochinakrieg, der im Sommer 1954 mit den Vereinbarungen auf der Genfer Ostasienkonferenz beendet wurde, schließt sich mit einjähriger Unterbrechung der Zweite Indochinakrieg/Vietnamkrieg an. Auslöser waren die Republik Vietnam sowie die USA, die beide die Vereinbarungen nicht akzeptierten, und sich somit nicht an sie gebunden fühlen. Mit den für 1956 vorgesehenen Wiedervereinigungswahlen konnten sie sich nicht einverstanden erklären, mußten sie doch mit einem Wahlsieg der Kommunisten rechnen.Der in Südvietnam Regierende Kaiser Bao Dai (*1913) ernennt nach dem Rückzug Frankreichs den als Vertrauten der US-Regierung bekannten Katholiken Jean-Baptiste Ngo Dinh Diem (*1901, †1963) zum neuen Regierungschef. Unter der Bedingung, daß Diem den Thron und Erbfolge unangetastet läßt, übergibt Bao Dai ihm die volle zivile und militärische Macht. Dieser Macht bediente sich Diem um die Privatarmeen der politisch-religiösen Sekten und Banden Hao-Hao, Cao-Dai und Binh-Xuyen auszuschalten, die große Teile des Landes kontrollieren. Diese flohen daraufhin ins Exil nach Kambodscha, während ein anderer Teil in den Untergrund geht. Innenpolitisch verschärfte sich die Situation zusätzlich dadurch, dass nach Inkrafttreten des Waffenstillstandsabkommen 800000 dis 900000 vorwiegend katholische Flüchtlinge aus dem Norden fliehen, und im Süden von der unterentwickelten Volkswirtschaft absorbiert werden müssen. Eine erfolgreiche Niederschlagung einer Militärrevolte verhilft Diem seine Machtstellung nach und nach auszubauen. Der Versuch Bao Dais, seinem zu mächtig gewordenem Premierminister ein Teil seiner Macht zu entziehen, endet mit einer Volksabstimmung, in der die Bevölkerung zwischen einer Monarchie unter Bao Dai und der Republick unter Diem wählen konnten. Die Wahl endete unter Zuhilfenahme massiver Manipulationen angeblich mit 98% zugunsten Diems aus, weshalb er den Kaiser absetzt und die Republik Vietnam (RV) ausruft. Achtzehn Monate später hat Diem die Armee, die Polizei und die Hauptstadt Saigon, nicht aber das Land fest unter Kontrolle. Unterstützung bekommt er von den USA, deren Politik durch die Niederlage Frankreichs einen Rückschlag erlitten hat. Deshalb appellieren sie kurz nach Beendigung der Genfer Ostasienkonferenz an ihre Verbündeten, sich an einem Militärbündnis für den südostasiatischen Raum zu beteiligen. Das Thailändische Militärregime, das kurz vor dem Übergriff der Befreiungsbewegung (Kommunistischer Aufstand) stand, sowie die von den Amerikanern gestützte Regierung Philippiniens aber auch Großbritannien, Australien und Neuseeland schlossen sich dem Bündnis an, um ihre Interessen in Malaya zu wahren, desgleichen Frankreich das seinen noch verbleibenden Einfluß in Indochina aufrechterhalten wollte. Am 8. September 1954 wurde deshalb zusammen mit Pakistan in der phillipinischen Hauptstadt Manila der Südostasien-Pakt (South East Asia Treaty Organisation, SEATO, auch Manila-Pakt) gegründet, der bis zur Auflösung im Jahre ’77 das vorrangige Ziel hatte den Kommunismus in diesen Regionen zu bekämpfen. Die gegenseitige Beistandsverpflichtung erstreckte sich entsprechend dem "Zusatzprotokoll betreff Indochina" auch auf Kambodscha, Laos und "das freie Territorium unter der Jurisdiktion des Staates Vietnam" (Südvietnam), obwohl diese Staaten keine Vertragsparteien sind und nicht um ihre Zustimmung gefragt wurden. Eigentlich verletzt der SEATO-Vertrag die Genfer Vereinbarungen von 1954 nicht, das Zusatzprotokoll jedoch verstößt dennoch gegen ihre Absichten."Indem der Vertrag dem südvietnamesischen Teilstaat einen eigenen Status als Staat zuerkennt und diesen mit Waffengewalt zu verteidigen verspricht, hintertreibt er die Durchführung der vorgesehenen Wiedervereinigung der beiden nur provisorisch getrennten vietnamesischen Teilstaaten." *1 Dazu kommen noch die erheblichen innenpolitischen und wirtschaftlichen Probleme der demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam, DRV). Während dem Abzug der französischen Armee wurde die ohnehin als schlecht eingestufte Infrastruktur des Landes weiter verschlechtert, dies führte zu Engpässen in der Lebensmittelversorgung. Die im März neugegründete kommunistischen Arbeiterpartei schaffte es, die alten nichtkommunistischen Verbündeten auszuschalten und die absolute Regierungsgewalt an sich zu reißen. Durch das am 19. Dez. 1953, während dem ersten Indochinakrieg, erlassene Landreformgesetz will die Dang Lao-Dong einmal mit der Landverteilung ihre Herrschaft auf dem Land durchsetzen und zu anderen überschüssige Arbeitskräfte aus den Agrarbereich in den sich entwickelnden Industriellen Sektor umleiten. Unter der Leitung von Truong Chinnh werden Tausende vermeintlich reiche Bauern vor Landreform-Tribunale gestellt und hingerichtet. Durch dieses willkürliche Handeln örtlicher Stellen und der steigenden sozialen Unsicherheit brechen 1956 Unruhen aus. Diese zwingen die Dang Lao-Dong einen anderen Politischen Kurs einzuschlagen. Ho Tschi Minhs der wieder die Parteiführung übernimmt, führt einige Korrekturen durch und die Landreform wird abgebrochen, statt dessen wird eine "Kampagne zur Berichtigung der Irrtümer" und zur Reorganisation der Partei gestartet. Im Frühjahr 1956 erreicht, wie auch schon die VR China, ein Welle der offenen Kritik in Nordvietnam ein, nachdem die Regierung öffentlich dazu aufgerufen hatte ("Hundert-Blumen-Kampagne"). Zwei Jahre beginnt erneut eine Kollektivierungskamagne, allerdings in einem gemäßigten Tempo. Durch die Unterstützung der Sowjetunion und der VR China beginnt ab 1956 in gesamt Nordvietnam eine Zeit des Wiederaufbaus und Industrialisierung. Die Regierung Nordvietnams betreibt für südostasiatische Verhältnisse eine Vorbildliche Minderheitenpolitik. Den ethnischen Minderheiten (u.a. Bergstämmen), die ca. 15% der Gesamtbevölkerung ausmachenden, wird das Recht auf sprachliche und kulturelle Autonomie garantiert und eine Quote Parlamentssitze reserviert, die ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht. Dadurch sichert sich die Regierung die Loyalität dieser, die in der Vergangenheit von den französischen Behörden kaum beachtet wurden, und in anderen südostasiatischen Ländern zwangsassimiliert oder diskriminiert wurden. Nach anfänglichen Erfolgen zur Stabilisierung des Landes führte Diem das Land in zurück ins Chaos. Ausschlaggebend dafür waren:
die darauf folgende Erklärung Nordvietnams, den Süden vor der "wort- und vertragsbrüchigen Marionettenregierung des US Imperialismus zu befreien" *2 und wiederzuvereinigen.
1957 dann startet die Regierung Diem eine Kampagne unter der Parole "Denunziert die Kommunisten" in der aber auch andere Personen wie Bauern, die ihre Pacht nicht bezahlen konnten, interniert wurden.
Aus dem am 3 Januar 1957 von der aus Indien, Kanada und Polen bestehenden IKK (Internationale Kontrollkommission) veröffentlichten Bericht, geht hervor, dass weder Nord- noch Südvietnam ihren Verpflichtungen aus dem Genfer Vertrag nachkommen. Aufgrund der nur Beschränkten Handlungsfähigkeiten, gab es keine Möglichkeit die Einhaltung der Vereinbarungen durchzusetzen. Nachdem Südvietnam Gesamtvietnamesische Wahlen abgelehnt hatte, fanden in Nordvietnam am 8. Mai 1960 Parlamentswahlen statt, in denen Dang Lao-Dong dubioser weise 99.8% der Stimmen erhält. Noch im selben Jahr wird eine Verfassung verabschiedet die der Chinas aus dem Jahre 1954 entspricht. Als sich unterdessen in Südvietnam die Lage verschärft beschließt die Dang Lao-Dong auf ihrem 3.Parteitag, dort die neu entstandenen kommunistischen Guerilliatruppen zu unterstützen. Dabei wird von der Seite Ho Tschi Minh betont, dass der Kampf für die Nationale Wiedervereinigung ausschließlich mit friedlichen Mitteln geführt werden müsse. Ein Vierteljahr später entsteht aus etwa 20 kommunistischen und bürgerlichen Parteien, sowie Teile der Sekten und ethnische Minderheiten die Nationale Befreiungsfront(FNL) . Forderungen und Ziele der Befreiungsarmee sind:
In den Jahren 1960 bis 1963 hat die Propaganda auf dem Land Priorität. Ziel ist es die Dörfer durch selektive Terroranschlägen gegen Regierungsvertreter der Kontrolle aus Saigon zu entreißen. Dadurch verstärkt die Regierung die Unterdrückung und die Kluft zu der Landbevölkerung vergrößert sich noch mehr. Es folgt ein bitterer Konflikt der zu dieser Zeit auf jeder Seite rund 500 Menschenleben im Monat fordert. Der Versuch der Regierund das System der malayischen Aufstandsbekämpfung zu übernehmen und strategische Dörfer für die Landbevölkerung anzulegen zugleich aber deren Heimatdörfer dem Erdboden gleichzumachen, blieb erfolglos, weil sich die Bevölkerung heftigst gegen ihre Umsiedlung wehrt. Außerdem erhalten sie ausreichende Unterstützung der FNL, die in ständigem Kontakt mit Nordvietnam stehen und über den Ho Tschi Minh-Pfad Nachschub bekommen. In der Zwischenzeit kristallisieren sich weiter Oppositionelle Strömungen heraus die aber nicht in Verbindung mit den Kriegshandlungen stehen. Die wichtigsten sind die Buddhisten, Teile der Armee und die bürgerlich-liberale Kräfte in den Städten. Im April 1960 sieht sehen sich die Kabinettsmitglieder gezwungen Reformen durchzuführen und legen dies Diem nahe. Der Versuch im November des gleichen Jahres den Präsidentenpalast durch eine Fallschirmbrigade zu stürmen schlägt fehl und fordert 300 Menschenleben. Auch einen erneuten Putschversuch durch Luftwaffeneinheiten wird niedergeschlagen. Der Höhepunkt der innenpolitischen Krise wird erreicht als auch die bis dahin unpolitischen buddhistischen Mönche in den Konflikt involviert werden. Als sie zu Ehren des 2587. Geburtstages von Buddha trotz Regierungsverbot ihre Flaggen entrollen, greift die Polizei ein. Die Auflösung der Prozession fordert 17 Menschenleben. Als in der Stadt Hué eine Protestveranstaltung abgehalten wurde, verhängte die Regierung das Kriegsrecht über die Stadt. Diese Zwischenfälle veranlassen den hohen buddhistischen Würdenträger Thich Quang Duc sowie sechs weiter Mönche sich selbst zu verbrennen. Daraufhin wir die Xa-Loi-Pagode in Saigon zum Zentrum des Widerstandes. Die folgenden Durchsuchungs- und Verhaftungsaktionen der Regierung in allen Pagoden raubt dem Großteil der buddhistischen Bevölkerung die letzten Sympathien.
Durch die aktuelle Situation, war die US-Regierung der Überzeugung, dass der Konflikt vom Diem-Regime nicht mehr gewonnen werden konnte. Mit der Einwilligung des US-Präsidenten J.F.Kennedy unternimmt eine Gruppe buddhistischer Generäle unter der Führung von Duong Van Minh am 1. Nov. 1963 einen Putsch, bei dem Diem und sein Bruder Ngo Dinh Nhu getötet werden. Aufgrund der instabilen Verhältnisse erleiden die Regierungstruppen eine Niederlage nach der anderen, so kann die FNL 13 der insgesamt 44 Provinzen erobern und in weiteren 22 die Herrschaft der Regierung gefährden. Der Französische Staatspräsident Charles de Gaulle setzt sich aufgrund der Herrschenden Verhältnisse für die Neutralität des Landes sowie Kambodschas ein und bietet an bei der Wiedervereinigung mitzuwirken. Außerdem will er eine Neuauflage der Genfer Konferenz mit den gleichen Teilnehmern. Zwölf Monate später bricht Frankreich seine Diplomatischen Beziehungen zu Südvietnam ab. Jetzt zieht sich Frankreich auch aus den Verpflichtungen der SEATO zurück parallel zur Desintegrierung aus der NATO, da es aufgrund von den USA nicht auf einen möglichen Kollisionskurs mit der UdSSR oder der VR China gebracht werden möchte. Nun schaltet sich auch UN-Generalsekretär Sithu U Thant ein. Er fordert die US-Regierung auf Südvietnam bei einer Bildung einer Koalitonsregierung zu unterstützen und unterbreitet jetzigen Präsidenten Lyon B. Johnson ein Verhandlungsangebot von Ho Tschi Minhs. Die USA haben zwei Möglichkeiten, erstens aufgrund der immer schlechter werdenden militärischen Situation einen Rückzug der seit 1954 stationierten Militärberater und somit die Aufgabe ihres Einflusses, oder den Konflikt selbst militärisch weiterzuführen. Da sie Südvietnam als eigenständigen Staat sehen, betrachten sie die Unterstützung der FNL durch Nordvietnam als eine von China ausgehende "Aggresion des Nordens" und damit als kommunistische Expansion. Folglich entscheiden sich die USA gegen die Verhandlungsvariante und leiten ein massive Verstärkung der Truppen ein. Zudem wird der Druck auf Kambodscha, das sie schon seit 1956 erfolglos versuchten auf ihre Seite zu ziehen, erheblich erhöht. Nach den vergeblichen Versuch es in die SEATO zu bewegen unterstützten sie die dortigen oppositionellen Gruppen wie z.B. Khmer Serei. Aber die USA sind nicht die einzigen die Druck auf Kambodscha ausüben, Thailand und Südvietnam versuchen mittels Grenzzwischenfällen ebenfalls Druck auszuüben. Dies führt Schlussendlich dazu das Thailand und Südvietnam ihre Grenzen zu Kambodscha schließen und diese wiederum ihre Diplomatischen Beziehungen abbricht. Die Sanktionen der UNO und IKK, die Kambodscha wegen der ständigen Grenzverletzung, drohten konnten wegen der starren Haltung der USA nicht verhängt werden. Mit der Erklärung den durch kambodschanisches Gebiet führenden Ho Tschi Minh-Pfad abschneiden zu müssen bombardieren die US-amerikanischen Verbände im April 1964 erstmals zwei kambodschanische Dörfer. Daraufhin verzichtet der Staatschef Sihanouk auf jegliche finanzielle und militärische Hilfe der USA und bricht im Mai 1964 die diplomatischen Beziehungen ab. In dieser Situation findet eine Annäherung Zwischen Kambodscha und der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich statt, die zu einem am 4. Juli 1964 abgeschlossenen Kooperationsvertrag führt, die aber kein ausreichendes Gegengewicht darstellt. Auch in Laos intervenieren die USA in steigendem Maße, die sich genau wie Nordvietnam nicht an die 1962 in Laos abgehaltene Genfer Laos-Konferenz halten, und somit die dort beschlossene Neutralität des Landes mißachten. Ab 1963 gelingt es den USA die neutralistische Fraktion unter der Ministerpräsident Souvanna Phouma für sich zu gewinnen und verbündet sich mit ihr, und der rechten Fraktion um gegen die kommunistische anzukämpfen. Ab Mai 1964 starteten die ersten US-amerikanischen Flugzeuge von thailändischen Stützpunkten aus ihre Angriffe. Ab diesem Zeitpunkt greifen auch Thailändische Söldner in Geschehen ein. Die direkte Konfrontation zwischen US-Amerika und Nordvietnam beginnt schließlich Ende Juli/Anfang August 1964, als es im Golf von Tonking einige militärische Zwischenfälle gab. Die erste Klage geht von Nordvietnam aus die Südvietnam und die USA vorwerfen, am 25. und 30. Juli 1964 nordvietnamesische Fischerboote und zwei Inseln beschossen zu haben. Diese Vorwürfe werden vom US-Aussenministerium umgehend zurückgewiesen. Am 2.August desselben Jahres berichtet die US-Regierung, dass nordviatnamesiche Einheiten den sich 11 Meilen vor der Küster auf Erkundungsfahrt befindlichen Zerstörer "Maddox" angegriffen haben. Nordvietnam gibt den Zwischenfall sofort zu und begründet ihn damit, dass sich der Zerstörer innerhalb der 12-Meilen Zone, die als Hoheitsgewässer gilt, befunden hat, d.h. er ist in feindliches Territorium eingedrungen. Zwei Tage später meldet die US-Regierung erneut Zwischenfälle, die Zerstörer "Maddox" und "Turener Joy" seien obwohl 65 Meilen von der Küste entfernt erneut von Nordvietnamesischen Verbänden beschossen worden. Es gibt jedoch weder Menschenverluste noch irgendwelchen Sachschaden. Dieser Vorfall wird von der Nordvietnamesische Regierung vehement Dementiert und sie werfen der US-Regierung vor, den Überfall, als Grund für den Kriegseintritt, selbst inszeniert zu haben. Nach den Tonking-Zwischenfällen ruft U Thant zu erneuten Verhandlungen auf die von Nordvietnam zwar angenommen werden von den USA aber restriktiv zurückgewiesen werden. Ganz auf die Zwischenfälle gestützt läßt sich Präsident Johnson vom Senat volle Unterstützung für eine Ausweitung des Konfliktes geben. In der Resolution(Golf von Tonking Resolution) die am 11 August 1964 Gesetzeskraft erhält, räumt dem Präsidenten, der Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist, das Recht ein, "alle Notwendigen Maßnahmen zu treffen, um jedweden bewaffneten Angriff gegen die Streitkräfte der USA zurückzuschlagen und weitere Aggressionen zu verhindern."*3 Zudem ist er ermächtigt "alle Notwendigen Schritte einschließlich der Anwendung bewaffneter Gewalt zu ergreifen, um jedem Mitglieds- oder Protokollstaat der südostasiatischen kollektiven Verteidigungspaktes(SEATO), der um Unterstützung bei der Verteidigung seiner Freiheit nachsucht, Hilfe zu leisten." Da es zwischen den USA und Nordvietnam nie eine offizielle Kriegserklärung gab, war die Tonkig Resolution die einzige juristische Grundlage für die Entsendung großer Truppenverbände nach Südostasien, und die am 5.August 1964 erfolgten Bombardements von Nordvietnamesischen Häfen und Versorgungseinrichtungen. In der Öffentlichkeit wird dieser Angriff heftig kritisiert. Der im Februar 1968 vom außenpolitische Ausschuß ,der unter Leitung von Senator J. William Fulbright stand, vorgelegte Untersuchungsbericht über die Tonking-Zwischenfälle bestätigte die Angriffe auf die US-amerikanischen Zerstörer nicht. Den Vorwurf, den Vorfall schon Monate zuvor geplant und dramatisiert zu haben, weist die Regierung von sich. Obwohl im Oktober 1964 von Johnson getätigte Aussagen sich an einem asiatischem Landkrieg auf keinem Fall zu beteiligen, werden immer mehr Truppen in Südvietnam stationiert. Außerdem werden zusätzliche Kampfschiffe und -flugzeuge in die Krisenregion verlegt und die in Thailand liegenden Basen werden ausgebaut. Am 7. August läßt der südvietnamesische Ministerpräsident Nguyen Khanh den Ausnahmezustand über das gesamte Land verhängen. Er fordert die Bevölkerung Nirdvietnams auf sich gegen den Kommunismus zu erheben und die Regierung zu stürzen. Auf den Granatwerferangriff auf Pleiku am 7 Februar 1965, bei dem 8 US-Soldaten tötet und über 100 verletzt werden, folgt ein Reihe von Vergeltungsangriffen gegen Nordvietnam und Laos. Mit den ständigen Bombardements versucht die USA, die Moral der südvietnamesischen und den eigenen Truppen zu verbessern und der südvietnamesischen Bevölkerung die Überlegung der USA zu demonstrieren. Ziel der Angriffen ist es die Infrastruktur des Landes zu zerstören. Anfangs leidet die US-Kriegsführung darunter, dass die eigenen Truppen nicht motiviert sind, ganz in Gegensatz zur FNL und den nordvietnamesischen Truppen, die sich als Vorkämpfer des sozialen Fortschrittes und der nationalen Unabhängigkeit eines Wiedervereinigten Vietnams sehen. Darüberhinaus ist die Schlagkraft der Südvietnamesischen Armee sehr gering, was auf die schlechte Ausbildung der Generäle und der anhaltenden politischen Labilität des Landes zurückzuführen ist. Das begründet auch die Beteiligung einiger SEATO Mitglieder an der US-amerikanischen Kriegsführung. Im September entsendet Südkorea den ersten Verband nach Südvietnam, deren Truppenstärke bis zu ihrem Abzug im Jahre 1971 auf ca. 59000 betragen sollte. Unter den Alliierten waren sie die brutalsten und diszipliniertesten Kämpfer. Ebenso entsendet Thailand Truppen, die bis zu ihren ebenfalls im Jahre 1971 erfolgten Kriegsaustritt schrittweise auf ca. 12000 Mann aufgestockt wurden. Auch die Philippinen stellten den USA ein 2000 Mann starkes Pionierregiment zur Verfügung, das aber ausschließlich für Aufbauarbeiten herbeigezogen werden darf. Schließlich wurden auch noch von Neuseeland und Australien 550 bzw. 35000 Mann in den Krieg geschickt die ebenfalls 1971 wieder abgezogen werden. Nordvietnam wir währen des ganzen Krieges von den Großmächten UdSSR und China unterstützt, und mit wirtschaftlichen sowie Kriegsgütern beliefert. Nordvietnam bemüht sich deswegen währen dem chinesisch-sowjetischem Konflikt eine Möglichst Neutrale Rolle einzunehmen. Während für die UdSSR die Annäherung an Westeuropa Priorität hat, und Bereitschaft zeigt in Verhandlungen mit Frankreich und den USA die Entwicklung in Indochina für die Erlangung von Vorteilen in Europa auszunutzen, ist es China wichtiger ihre eigene Sicherheit im asiatischen Raum aufrecht zu erhalten. Diese Rivalität zwischen der UdSSR und der VR China wirkt sich dahingehend auf das Kriegsgeschehen aus, dass China laut einer russischen Nachrichtenagentur vom 21. Februar 1967, für Nordvietnam bestimmte Waffenlieferungen beim Transit über chinesisches Territorium beschlagnahmt hat und gegen eigene, veraltete Waffen ausgetauscht hat , um die sowjetische Hilfe als schmälernd darzustellen. Doch weder die Nachrichtenagentur Nordvietnams noch die Pekinger Volkszeitung bestäigen diesen Zwischenfall. Somit war der Vietnamkrieg der einzige langandauernde Konflikt in dem die 3 Großmächte direkt oder indirekt verwickelt waren. "Obwohl es sich in strikt geographisch Sinn nur um einen lokal begrenzten Krieg handelt, so ist er gleichzeitig eine globalen Konflikt, der weitgehend von den antagonistischen Beziehungen zwischen den USA, der UdSSR und der VR China beeinflußt wird."*5 In Saigon übernehmen 1965 Nguyen Cao Ky und General Nguyen Van Thieu die Macht und errichten eine stabile Staatsstruktur. Als Tarnung für die Militärdiktatur wird im April 1967 eine Verfassung verabschiedet. Bei den Wahlen am 3.September 1967 gehen Van Thieu als Präsidenschafts- und Cao Ky als Vizepräsident als Sieger hervor. Der FNL gelingt es in dieser Zeit immer mehr Dörfer unter ihre Kontrolle zu bringen in denen sie einen eigenen "Staat" mit interner Verwaltung und Infrastruktur aufzubauen und dafür "Revolutionssteuern" eintreiben. Dadurch kommen sie aber mit Nordvietnam in Konkurrenz, deren Bemühungen den Befreiungskamp zu leiten, eigene Interessen der FNL gegenüberstehen. Aber im weiteren Verlauf der Krieges gerät die FNL immer mehr in Abhängigkeit von nordvietnamesischen Nachschublieferungen und so verschiebt sich das Kräfteverhältnis zuungunsten der FNL. Von 1966-1967 intensivieren die USA ihre Kriegshandlungen schrittweise indem sie durch Kambodscha und Laos verlaufende Abschnitte des Ho Tschi Minh-Pfades bombardieren. Aus dem "Nicht-Siegen-Könnens" resultierte der Gebrauch von grausameren Kriegsmethoden beider Seiten. Da aber in Nordvietnam die Industrialisierung kaum Industrialisiert war kann es die anhaltenden Bombenangriffe besser verkraften als ein hochindustrialisierter Staat. Dadurch verfehlten die massiven Bombenangriffe auch bei weitem ihre Wirkung. In Südvietnam erprobt die USA nun immer neue Methoden der Kriegsführung und Aufstandsbekämpfung in Entwicklungsländer. Die von der FNL kontrollierten Gebieten sind zu "free-kill areas" erklärt worden. Die von Flugzeugen eingesetzten chemischen Waffen wie Agent Orange ruinieren Ernten und erlauben den Soldaten im Urwald eine bessere Sicht. Durch das schwer einsichtbare Gelände ist eine Unterscheidung zwischen Freund und Feind schwer möglich. Das hat zufolge, dass 150000 auf dem Land lebende Zivilisten getötet und rund 5 Mio. Menschen in die Städte fliehen. Ende Januar 1968 beginnt die FNL mit einer völlig überraschenden Großoffensive. Dabei werde von Guerilla Truppen wichtige strategische Punkte der Provinzstädte erobert und der Präsidentenpalast sowie die amerikanische Botschaft in Saigon belagert. Das angestrebte Ziel eines Volksaufstandes konnten sie jedoch nicht erreichen, hinzu kommt dass, die Verluste der Angreifer Relativ groß sind (rund 38000)somit fällt die FNL gegenüber der nordvietnamesischen Armee kaum mehr ins Gewicht. Nun beginnt ein Zeit des Umdenkens und die 1965 gegründeten Protestbewegungen bekommen immer mehr zulauf. Vor allem Jugendliche die keinen Sinn in der Weiterführung des Krieges sehen whren sich gegen ihre Rekrutierung. Van Minh unterzeichnet am 30.Aprill 1975 die bedingungslose Kapitulation. Weiters beschließt die Nationalversammlung am 25 Juni 1976 die Wiedervereinigung Vietnams und Proklamiert die sozialistische Republik Vietnam (SRV) mit Hanoi als Hauptstadt.
Zitate:
*1 Frank R. Pfetsch (Hg.) "Konflikte seit 1945" Asien, Australien, Ozeanien 1991 Ploetz Verlag Freiburg Seite: 129 f.
*2 Frank R. Pfetsch (Hg.) "Konflikte seit 1945" Asien, Australien, Ozeanien 1991 Ploetz Verlag Freiburg Seite: 130
*3
+*4 Frank R. Pfetsch (Hg.) "Konflikte seit 1945" Asien, Australien, Ozeanien 1991 Ploetz Verlag Freiburg Seite: 135*5 Frank R. Pfetsch (Hg.) "Konflikte seit 1945" Asien, Australien, Ozeanien 1991 Ploetz Verlag Freiburg Seite: 136
Literaturangaben:
http://idt.liberty.com/~ labine19/mia/vietnam.html
http://www.zia.com/science/history/20th-century/vietnam-war/
http://www.cmich.edu/VIETNAM.HTML
Frank R. Pfetsch (Hg.) "Konflikte seit 1945" Asien, Australien, Ozeanien 1991 Ploetz Verlag Freiburg