Judenentrechtung und Vernichtung im 3.Reich
"Im 19. Jahrhundert gewann die vorher durch Neid und religiöse Vorurteile genährte Judenfeindschaft in Europa eine neue Qualität.
Man begründete sie nun "wissenschaftlich" und der deutsche Publizist Wilhelm Marr (1819-1904) schuf dafür 1879 die Vokabel "Antisemitismus", obwohl die seit mehr als tausend Jahren assimilierten Juden alles sein mochten, mit Sicherheit aber keine Semiten mehr (Angehörige orientalischer Nomadenvölker) im Sinne des damaligen Begriffs."1
Hitler brachte seinen Antisemitismus schon in "Mein Kampf" und seinen Reden in den 1920er Jahren zum Ausdruck.
Sein Ziel war die totale Vernichtung des "Weltjudentums."
Völkische Ideologen vertraten sogar die Ansicht, dass es sich bei Juden um eine eigene Rasse handle.
1933 setzte man zuerst hauptsächlich auf rechtsförmige Maßnahmen.
Das Gesetz über das Berufsbeamtentum vom 7.4.1933 besagte, dass "Nicht-Arier" vom Staatsdienst ausgeschlossen werden sollten. Es bewirkte Entrechtung und Ächtung der jüdisch-deutschen Gesellschaft.
Sie durften keine "Deutschblütigen" heiraten oder außerehelich mit ihnen verkehren. Gegebenen Falles wurde ihnen Rassenschande vorgeworfen.
Basis für die "Entfernung" der Juden aus der Gesellschaft waren die Nürnberger Gesetze. Zu Beginn ließ man die Juden aus "ökonomischen Rücksichten" bis zur Änderung der Gewerbeordnung im Dienst, später ergingen Berufsverbote und jüdische Firmen wurden "arisiert".
Juden werden aus den Freiberufen (Ärzte, Rechtsanwälte, Apotheker usw.)
und von ihren Verbänden ausgegrenzt.
In der so genannten "Reichskristallnacht", im Oktober 1938, kam es zu ersten Ausweisungen von früher in Polen beheimateten Juden.
Weil die polnischen Grenzgruppen die Juden nicht einließen, mussten sie tagelang vor der Grenze "ausharren".
Ein Attentat, eines aus Hannover stammenden jüdischen Jugendlichen in Paris, auf den deutschen Legationssekretär vom Rath, führte zu massivem Vorgehen gegen die Juden.
Ihre Wohnungen wurden geplündert, Synagogen angezündet und jüdische Bürger ermordet.
Die Ausschreitungen wurden im Volksmund "Reichskristallnacht" genannt, weil man wusste, dass der Staat selbst dafür verantwortlich war und nicht die angeblich "spontane Volkswut".
Nachdem ungefähr 100 Menschen starben und es zu erheblichen Sachschäden kam, wurden die Entschädigungen der Versicherungen beschlagnahmt und die Juden mussten, als Zeichen der Buße eine Milliarde RM aufbringen.
1939 musste sich die jüdische Gesellschaft zu einer "Reichsvereinigung" zusammenschließen. Dort wurde von den reicheren Juden Geld eingesammelt, um den ärmeren Juden die Auswanderung zu ermöglichen.
Die Tatsache, dass viele Länder keine "mittellosen Juden" aufnehmen wollten, brachte den US- Präsidenten Roosevelt dazu, eine "Weltflüchtlingskonferenz" abzuhalten, die aber keine Lösung mit sich brachte.
Mit Kriegsbeginn verschlimmerte sich die Lage der Juden noch weiter. Sie wurden als Urheber des Krieges dargestellt und Adolf Hitler erlaubte nun alle Mittel "zur Bekämpfung" der Juden.2- Der Massenmord begann.
Es folgten Tarnung und Verheimlichung. NS- Herrscher versuchten den organisierten Völkermord möglichst geheim zu halten und benutzten beschönigende Formulierungen wie "Umsiedlung", "Säuberung" oder "Sonderbehandlung".
Im Herbst 1940 wurden "geschlossene Wohnbezirke", beispielsweise in Warschau, Lodz oder Lubin errichtet.
Es herrschten (vor allem wegen der Überfüllung) Seuchen und Unterernährung, die zu einer hohen Sterbensrate führten.
Es kam zu Massenexekutionen und die jüdische Bevölkerung wurde als "Saboteure, Spione, Schmuggler oder Diebe" dargestellt.
Ab August 1941 beteiligte sich auch die Polizei an den Vernichtungsmaßnahmen.
Schätzungen zufolge, brachten die Einsatztruppen bis Ende 1941 insgesamt ungefähr 900 000 Menschen um.
Die Wehrmacht stellte dafür Transportmittel zur Verfügung.
Um die Jahreswende 1941/1942 wurden die ersten Gaswagen eingesetzt, in denen man die Juden mit den Auspuffgasen des Motors umbrachte.
Der Berichts der Einsatzgruppe C am 5.6.1942 meldet: "Seit Dezember 1941 wurden mit drei eingesetzten Wagen, 97 000 verarbeitet, ohne dass Mängel an den Fahrzeugen auftraten".
Bei der Wahnsee-Konferenz, am 31.7.1941 wurde das Vernichtungsprogramm der Juden beinahe detailliert ausgesprochen und ganz genau festgelegt.
In großen Kolonnen sollten sie Straßen in Richtung Osten bauen.- Dadurch würde dann der Großteil durch "natürliche Verminderung ausfallen".
Die Überlebenden wurden nach getaner Arbeit umgebracht.
Europa sollte von Westen nach Osten "durchgekämmt" werden.
Vernichtungslager:
In Auschwitz wurde vom Lagerkommandanten Rudolf Höß, ein Bauernhaus für Vergasungen umgebaut. Nebenbei wurden im Reichsgau Wartheland, in Kulmhof und im besetzten Polen Konzentrationslager errichtet.- Die Vorbereitungen für die Massenvergasungen waren errichtet.
In den Gaskammern wurden unter anderem Kohlenmonoxid und Zyklon B 3eingesetzt. In den Kammern starben die Menschen binnen wenigen Minuten. Arbeitsfähige Juden wurden zuerst für Arbeiten eingesetzt, die schwächeren wurden umgehend in den Kammern vergast.
Allein in Auschwitz wurden schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen jüdischer Herkunft ermordet.
Im Nachhinein lasst sich nicht genau feststellen, wie viele Juden dem zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen. Schätzungen zufolge handelt es sich um ca. fünf Millionen Menschen.
Bei späteren Gerichtsverhandlungen beriefen sich die meisten der Angeklagten auf einen Befehlsnotstand und falsch verstandenes Pflichtgefühl gegenüber den Anordnungen der obersten Staatsführung.
1 Chronik des 2.Weltkriegs
2 "Wenn es dem internationalen Finanzjudentum inner- und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker der
Welt noch einmal in einen Weltkrieg stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde
und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa"
(Reichtagsrede vom 30.1.1939)
3 Ein Desinfektionsmittel zur Bekämpfung von Ratten
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zeit_des_Nationalsozialismus#Vernichtung_der_Juden_und_anderer_Bev.C3.B6lkerungsgruppen
Chronik des 2. Weltkriegs
Chronik Verlag
Seiten 238-243
Verfasst von Mona Pfister