1. Republik, Ständestaat und Nationalsozialismus in Vorarlberg (1920-1945)
- Frühjahr 1919, Gründung der Heimwehr in Vorarlberg
- 20. Oktober 1922, erste Ortsgruppe in Bregenz
- Genehmigung für die Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Arbeiter Partei
- 24. Mai 1923, Gründung der Ortsgruppe Feldkirch
- 25. Oktober 1925, Gründung der Ortsgruppe Hohenems
- 1926, Spaltung der Ortsgruppen
- Ein Teil der Ortsgruppen schloss sich der NSDAP an während die anderen dem Landesobmann Schulz treu blieben
- 6. November 1932, Landtagswahlen
- Die NSDAP erhält 11% der Stimmen
- Anfang 1933, Propagandafeldzug von Deutschland gegen Österreich und Dollfuß – Regierung
- 27. Mai 1933, „Tausend-Mark-Sperre“
- Sollte Österreichs Tourismus schwächen und Österreich in den Ruin treiben
- 19. Juni 1933 Verbot der NSDAP
- Die Nazis gründeten oder unterwanderten die Vorarlberger Vereine um die Tätigkeit illegal weiterzuführen (Turnverein, deutscher Alpenverein etc.)
- Terroranschläge der NSDAP 1933
- 10., 11., 12., 13., 14., 15. Oktober mehrere „Bölleranschläge in Dornbirn“
- 10.12. Dornbirner Rathaus durch Anschläge verwüstet
- bis zum Oktober 1933 erhielten 20 Angestellte der Firma F.M. Hämmerle Strafen, die von der Firma bezahlt wurden
- Höhepunkt im Jänner 1934, fast täglich bis zu 25 Anschläge
- Vor 1933 Arbeit der NSDAP
- ¼ der Vorarlberger Wählerschaft
- Ab 1933 bis 1938 Verbot der NSDAP
- 1400 Personen aus dem Bezirk Feldkirch wegen illegaler Betätigung bei der NSDAP verhaftet
- 11. März 1938 – 13. März (Nacht) Machtübernahme der Nationalsozialisten
- Der bejubelte „Anschluss“ am 13. März.
- Einmarsch der deutschen Wehrmacht
- Im Sommer 1938 wurde der erste Vorarlberger Jude umgebracht
NS-Werbung in Dornbirn
- Ab 1938 Machtsicherung der NSDAP
- „Propaganda der Tat“ (Beseitigung der Arbeitslosigkeit, Sozialgesetzte, Hilfe für Landwirtschaft)
- Terror durch willkürliche Verhaftungen, politische Säuberung, Entlassungen
- 1939 Kriegsbeginn
- Eher mit Sorgen und Unmut von der Bevölkerung aufgenommen.
- 1940, Sommer, Sieg über Frankreich
- Zustimmung zu NS-Regime erreicht den Höhepunkt
- man baute Siedlungen für tausende Südtiroler
- 1942
- Vorarlberg hat nach Tirol mit über 10% der Bevölkerung, den größten Prozentsatz an Parteimitgliedern in der gesamten „Ostmark“
- über 800 namentlich bekannte Vorarlberger kommen wegen Widerstands in Gefängnisse und KZ’s.
- 1945 Judengeschichte Hohenems beendet
- Geschichte der Judengemeinde in Hohenems nach dreihundert Jahren beendet
- Keiner der Überlebenden Juden kommt nach Vorarlberg zurück
- 1941, Sommer, Auswirkungen des Krieges werden spürbar
- Sehr viel Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene als Arbeitskräfte
- Illwerke kamen fast nur solche Arbeitskräfte zum Einsatz, meist unter unmenschlichen Bedingungen
- 1941 – 1942 Stimmung schlägt um
- Senkung der Lebensmittelrationen
- Umstellung von Blitzkrieg auf längere Kriegsdauer
- Augrund der ansteigenden Verluste schlägt die Stimmung in Kriegsmüdigkeit um
- Anfang 1943, Propaganda zeigt weniger Wirkung
- Propaganda zeigt weniger Wirkung, da die Sorge um die Gebirgsjäger aus Vorarlberg besteht
- NS-Propaganda hat auch durch den Schweizer Rundfunk Probleme, glaubhaft zu bleiben
- Schüler als Flakhelfer, Fraueneinsatz in Kriegsindustrie
- Auch Juden mit einem „arischen“ Ehepartner werden jetzt Verhaftet
- Angst führt zu vermehrten Kirchenbesuch, was durch das NS-Regime als bedrohlich angesehen wird
- 1. Oktober 1943 Bombenangriff auf Feldkirch
- Da die US-Luftwaffe das vorgesehene Ziel, die Messerschmitt-Werke in Augsburg, nicht finden, bombardieren sie Feldkirch
- rund 200 Opfer
Opfer in Feldkirch
- Ab Jahresende 1944, Alpenfestung
- Das Land sollte als letztes Rückzugsgebiet für die Wehrmacht dienen
- Vorarlberg sollte zu einer „Alpenfestung“ ausgebaut werden
- Vorarlberger hatten keine Moral mehr in dem eigenen Land noch zu kämpfen
- Kriegende
- insgesamt 800 Opfer durch Verfolgung und Widerstand
- 300 fielen „Euthanasie“ zum Opfer
- 80 wegen politischen Gründen
- Tausende Vorarlberger im Krieg, 7800 kehrten nicht mehr zurück, andere mussten lange Kriegsgefangenschaft erdulden
- etwa 200 tote Zivilisten durch Bombenangriffe
- wenige materielle Schäden, nur in Feldkirch und Bregenz
Verwendete Quellen:
„Vorarlberg Chronik“ – Herausgeber: Land Vorarlberg, 3., überarb. und erg. Auflage, 2005
„Geschichte Vorarlbergs“ – Bilgeri, Benedikt 1987
Copyright 2007 Thomas Praprotnik