Die Kirche und der Nationalsozialismus
Juden:
Sie wurden am intensivsten verfolgt und in KZs bzw. Vernichtungslager eingeliefert (Holocaust), sie wurden für alles Elend das der Bevölkerung zwischen den Kriegen widerfahren war verantwortlich gemacht (Sündenbock). Während der NS Zeit wurden, viele Synagogen angezündet, sowie viele Torarollen verbrannt.
Evangelische Kirche:
Es gab in der Evangelischen Kirche, Befürworter sowohl als auch Gegner. Hervorzuheben sind die „Deutschen Christen“, welche äußerst radikal waren (sie wollten beweisen das Jesus Arier war, nur Arier durften in die Kirche). Der Evangelische Kirche wurden wesentlich höhere Toleranzgrenzen eingeräumt, als den andren Religionen, was wahrscheinlich daran lag dass viele Kräfte innerhalb des NS-Regimes sich hinter die Kirche stellten.
Symbol der Deutschen Christen
Martin Broszat: Der Staat Hitlers (dtv Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts S. 283-300, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag)
Katholische Kirche:
Vor der Macht Ergreifung, stellte sich die Kirche klar gegen das NS-Regime. Nach der Machtergreifung, versuchten sie sich mit dem NS-Regime zu arrangieren (Reichkonkordat, regelte das Verhältnis zwischen der Kirche und dem Deutschen Reich, gilt noch heute). Mit der Zeit wurde die Kirche allerdings immer mehr behindert, die Kirche stellte sich aber auch gegen das NS-Regime, Papst Pius XI prangerte zum Beispiel mit seiner Enzyklika „Mit brennender Sorge“ die Rassen und Staatsideologie des Deutschen Reiches an. Der Papst ließ in Italien tausende Juden vor dem Zugriff der Nazis retten. Die katholische Kirche wurde von den Nationalsozialisten auch wesentlich stärker verfolgt als die evangelische.
Insgesamt wurden 3000 Katholische Priester in KZs interniert.
Papst Pius XI
Neues großes Personen Lexikon (S.323, topic Verlag)
Zeugen Jehovas und andere Bibel Forscher:
Sie wurden ebenfalls zum Großteil in KZs interniert, was hauptsächlich daran lag dass sie den Hitlergruß verweigerten so wie die sich gegen den Kriegsdienst wehrten (sie produzierten in den KZs auch keine Dinge die für den Krieg benötigt wurden).
1490 Zeugen Jehovas verloren ihr Leben in den KZs der Nazis.
Andere Religionen:
Es wurden noch viele andere Religionen während der NS-Zeit verboten.
Christliche Gemeinschaft Hirt und Herde (1933), das Apostelamt Simeon in Jacobs Geschlecht (1934), ein Teil der freireligiösen Gemeinden (ab 1933), der Bund der Kämpfer für Glaube und Wahrheit (1935), die Evangelisch-Johannische Kirche (1935), das Apostelamt Juda (1936), die „geschlossenen“ Brüdergemeinden (13. April 1937), die Bruderhöfer (1937), die Christian Science (1937), die Neue Kirche (1941) und die Christengemeinschaft (1941).
„Der Stellverterter“ (Hochhut)
"Der Stellverterter" von Rolf Hochhut behandelt die Rolle des Papstes Pius XII während des Zweiten Weltkrieges. Die Hauptfigur ist Pater Riccardo der sich für die Juden einsetzt und sogar zum Papst geht um diesen um Hilfe zu bitten. Dieser bietet allerdings viel zuwenig Hilfe an. Der Pater reist daraufhin nach Ausschwitzt wo er versucht den Arzt des KZs zu töten, bei diesem Versuch wird er dann allerdings erschossen. Der Pater erhält während dem Stück Hilfe vom SS-Mann Gerstein.
Wirkung des Schauspiels:
Rolf Hochhut wurde durch das Stück weltbekannt. Allerdings waren die Meinungen bzw. Kritiken zum Stück sehr unterschiedlich.
Martin Walser:„Enorm, was der kann. Geschichte soll man von jetzt an füglich Hochhuth überlassen ... Endlich wieder ein Autor, der bester Rowohlt ist, ein legitimer Sproß der längst fälligen Sartre-Brecht-Ehe."
Besonders von Massenmedien wurde das Stück stark kritisiert.
Von der Frankfurter Allgemeinen wurde „Der Stellvertreter" als „das umstrittene Schauspiel des Jahrhunderts" bezeichnet. Theaterkritiker sagten über das Schauspiel: „der elementartste literarische Ausbruchsversuch aus dem tragischen Lebensgefühl einer Generation, die nach der Niederlage des Faschismus keine grundsätzlichen gesellschaftlichen Veränderungen erlebt hatte."
Das Stück wurde aufgrund weiterer Kritik vom Spielplan genommen, was allerdings dazu führte das es noch wesentlich mehr Aufmerksamkeit bekam.
Ralf Hochhut sagte zur Wirkung seines Stücks: „Ich erkläre mir die Wirkung daher, dass ich Themen aufgegriffen habe, die offensichtlich die Allgemeinheit sowieso beschäftigen. Ich habe artikuliert, was viele Leute beschäftigt und daher der Widerhall."
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kirchen_und_Religionsgemeinschaften_im_Nationalsozialismus
(4.6.2007 8:10, 17.6.2007 20:35)
http://www.judentum-projekt.de/geschichte/nsverfolgung/vatikanundholocaust/hochhuth.html
(20.6.2007 17:21, 21.6.2007 10:05)