In Vorarlberg gab es nur wenige geheime Gruppen, die Widerstand geleistet haben. Es gab aber auch Aktionen, die nicht von
einheitlichen ganzen Widerstandsgruppen durchgeführt wurden, sondern von Privatpersonen.
Einige organisierte Gruppen in Vorarlberg:
Aktionistische Kampforganisation (AKO):
Gegründet vom Dornbirner Schlosser Wilhelm Himmer und Dr. Max Oberholzer.Die Organisation plante viele Anschläge
und Sabotagen, sie wurden aber nie verwirklicht.Die AKO wurde von der Gestapo entdeckt und Himmer wurde zum Tode verurteilt.
Gruppe Malin:
Gegründet von Johann August Malin. Die Organisation war eine Vereinigung von christlichen und marxistischen antifaschistischen
Gruppen. Auch Johann August Malin wurde 1942 hingerichtet.
Junge Katholiken:
Eine Zusammensetzung von katholischen Jugendlichen, die vor 1938 im Reichsbund oder bei den Pfadfindern aktiv war.
Sie ermutigten die jungen Leute, dem neuen System standhaft zu bleiben und die Verlockungen der NSDAP zu ignorieren. Diese
Gruppe wurde nicht von der Gestapo entdeckt.
O5:
Eine Widerstandsbewegung von 1945, die über ganz Österreich verbreitet war. Die Zentrale für Vorarlberg hatte ihren Hauptsitz
in Feldkirch. Die Auslandsbasis dieser Organisation war die Schweiz, aber auch mit Paris hatte man Verbindungen.
Amann-Mellich-Bertsch:
Organisation, die hauptsächlich aus Feuerwehr und Eisenbahn- und Postangestellten besteht. Die Führer der Gruppe konnten beim
Rathaus ein- und ausgehen ohne aufzufallen (z.B. Mellich als Luftschutzchef)
Feldkircher Freiheitsbewegung:
Die Organisation konnte durch die Grenznähe politischen Flüchtlingen, ausländischen Zivilarbeitern und deutschen und
österreichischen Militärdeserteuren über die Grenzen helfen.
Andere Widerstandsbewegungen in Vorarlberg:
Zahlreiche Mitglieder der Widerstandsbewegung haben bei der Beschießung von Bregenz geholfen, Brände zu löschen und den
Familien, die in den Stollen waren, den Hausrat zu retten.
In den Gemeinden St. Gallenkirch, Gaschurn und Partenen wurden von der Widerstandsbewegung Wachen aufgestellt und
Streifendienste eingerichtet, um die Bevölkerung vor bösen Überraschungen zu schützen. Sie nahmen den zurückflutenden
Truppen die Waffen ab, damit diese im Gebirge keinen Widerstand leisten konnten.
Quelle: "Festung Vorarlberg" von Georg Schelling, Verlag J.N. Teutsch, Bregenz