Restitution arisierten Eigentums an Juden

„Arisiert“ bedeutete damals Verstaatlichung von Gütern von jüdischen Familien. 1938 wurden mehrer tausend Gegenstände „arisiert“. Zu diesen Gegenständen zählten Kunstwerke, Möbel, Besteck, Kleidung etc. Kleidung und Gebrauchs- oder Haushaltsgegenstände wurden als „wertlos“ Eingestuft und z.B. an die Deutsche Volkswohlfahrt weitergegeben. Bücher und Schriften wurden an Bibliotheken weitergegeben. 1945 wurde die Restitution nur sehr mangelhaft betrieben. 1969 wurde Geschirr und Silberbesteck zugunsten von politisch oder rassistisch Verfolgten versteigert. 1993 wurde ein Register erstellt in dem viele „arisierte“ Gegenstände aufgelistet sind. Dennoch finden sich immer noch viele „arisierte“ Möbelstücke in österreichischen Institutionen z.B. Botschaft oder Bundestheater etc.

Quelle: http://www.hagalil.com/austria/wien/arisierung.htm

Entschädigungsfonds für Juden

Nach dem Krieg wollte die österreichische Regierung keine Entschädigung zahlen da Österreich angab ein besetztes Land gewesen zu sein. Als die Regierung aber schließlich unter Druck gesetzt wurde arbeitete sie mit den Jewish Claims Commitee zusammen. Sie argumentierten dennoch, dass 50% der Juden in Österreich getauft wurden und daher nicht von dem Komitee vertreten werden konnten. Erst als die US Regierung und das Britische Außenamt erneut auf Österreich Druck ausübte stimmte die Regierung zu.

Österreich legte Fonds an, die Juden entschädigen sollten. Die Regierung einigte sich auf eine Summe von 6 Mill. Dollar als Entschädigungszahlung(vergleich Westdeutschland 822 Mill. Dollar). Zum 50. Jahrestag des Anschlusses zahlte Österreich 2500-5000 Schilling an jüdische Opfer des NS-Regimes. 1990 beschloss die Regierung einen Fond von eineinhalb Milliarden Schilling für Juden die 1938 zwischen sechs und vierzehn Jahren waren anzulegen und weiter 300 Millionen Schilling wurden zur Unterstützung von Heimen für Ältere in den USA, Israel und in anderen Ländern gespendet.

Juden die 1938 Grund besaßen erhielten nur ein Drittel des ursprünglichen Wertes und die die ihr Vermögen verloren erhielten nur ein Viertel ihres ursprünglichen Vermögens zurückerstattet. Der Fond der 1990 angelegt wurde sollte 2005 ausbezahlt werden. Es entstanden aber heftige Diskussion ob damit alle Opfer abgedeckt wären und so wurde der Fond um 2 Jahre verlängert. Der Fond wurde 2007 nicht mehr verlängert und „ausbezahlt“.

Quelle: Internetseite Nationalfonds Österreich, Bruce F. Pauley: Eine Geschichte des österreichischen Antisemitismus | Von der Ausgrenzung zur Auslöschung

Entschädigungsfond für Zwangsarbeiter

Zwangsarbeiterentschädigungen entstanden schon 1952 wurde aber nie richtig ausgeführt erst 1990 nach dem Fall der Berliner Mauer, als das Rechtswesen in Deutschland wieder vereint wurde, konnte Deutschland die Verträge korrekt erfühlen. Nach dem Vorbild von Deutschland verfasste auch Österreich 2000 einen Entschädigungsvertrag. Am 24. Oktober 2000 unterzeichneten der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Vertreter der USA und osteuropäischer Staaten ein Entschädigungsabkommen. Es gilt für ehemalige Zwangsarbeiter, die während des 2. Weltkriegs in Österreich eingesetzt waren und von denen noch etwa 150 000 leben. Der so genannte Versöhnungsfonds, aus dem die Entschädigungen geleistet werden, ist mit sechs Milliarden Schilling ausgestattet und wird zur Hälfte von Staat und Wirtschaft finanziert. Die Auszahlung der Entschädigungen erfolgte ab Ende Juli 2001.

Die Entschädigungsfonds lieferten der Staat, der verschiedene Fonds anlegte(auch bei Schweizer Banken), und die Wirtschaft. Die Wirtschaft waren Betriebe die schon zur Zeit des NS existierten und die Zwangsarbeiter „beschäftigten“, z.B. Steyr Motorenwerke (Flugzeugmotorenwerke Ostmark), VOEST Stahlwerke (Hermann Göring Werke).

Die Regelung für die Entschädigung sah folgendermaßen aus:

35.000 Schilling für Zwangsarbeiter

70.000 Schilling für Zwangsarbeiter in KZs

 

Quelle Encarta Professional 2005

 

Prozesse um "Raubkunst"

„Raubkunst“ sind Kunstgemälde die in der Zeit zwischen 1938-1945 von den Nazis beschlagnahmt wurden. Hitler wollte die Gemälde in das Museum für Germanische Kunst, welches noch gebaut werden sollte, ausstellen. Zum Teil wurden aber auch Gemälde die die Nazis beschlagnahmten auf dem Schweizer Kunstmarkt versteigert.

Österreich stellte 1990 den Mauerbach-Katalog zusammen in dem alle Gemälde und Kunstwerke, die in Österreich gelagert wurden, aufgelistet sind. Durch diesen Katalog wurden viele Kunstwerke ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben. Es wurde auch eine Auktion veranstaltet indem diese Kunstwerke versteigert wurden.

Quelle: Wikipedia:Raubkunst, Encarta Freie Enzyklopädie Raubkunst

Die Familie Altmann besaß mehrere Bilder des Künstlers Gustav Klimt die die Nazis beschlagnahmten. Bis jetzt wurden 36 Bilder der Familie zurückgegeben. Einer der bekanntesten Fälle war der der Maria Altmann, sie klagte und bekam 2005 fünf der bekanntesten Klimt Bilder zurück darunter „Bildnis einer Dame“.

Quelle: Internetseite derstandard.at Suchbegriff Maria Altmann Artikel 18-20

Das Bild „Berliner Straßenszene" von Ernst Ludwig Kirchner (1913) aus dem Brücke-Museum ging an die Erben des jüdischen Kunstsammlers Alfred Hess. Dies löste aber große Proteste aus da der Eigentümer es in New York versteigerte.

Quelle: Encarta Freie Enzyklopädie Raubkunst