Mit diesen Gesetzten war sozusagen der Weltuntergang für die Juden gekommen.
Auf dem Nürnberger Parteittag der NSDAP 1935, wurde das Blutschutzgesetz und das Reichsbürgergesetz beschlossen.
Blutschutzgesetz:
Das Blut galt als Träger der Rasseneigenschaften. Mit den deutschen waren nur europäische Völker ohne Artfremde Blutbeimischung verwandt. Weiters wurde jüdischen Bürgern untersagt die Reichs- u. Nationalflagge zu hissen und nicht jüdische Angestellte zu beschäftigen.
Reichsbürgergesetz:
Einem deutschen Staatsbürger mit jüdischem Glauben oder mit zwei Großeltern jüdischen Glaubens wurden ein Großteil seiner Rechte aberkannt.
Volljude war jener der drei jüdische Großeltern hatte, auch wenn ein Großelternteil nur der jüdischen Religionsgemeinschaft angehörte.
Außerdem wurden die Juden noch unterteilt in:
Des weiteren wurde bestimmt , dass kein Jude Reichsbürger sein konnte. Juden durfte kein öffentliches Amt mehr bekleiden und mussten spätestens am 31.12.1935 in den Ruhestand treten. Das Stimmrecht in politischen Angelegenheiten wurde ihnen abgesprochen.
Im Reichsbürgergesetz wurde den Juden in jedem nur denkbaren Bereich ihre Freiheiten und Rechte genommen bzw. eingeschränkt.
Auslösendes Ereignis war das Attentat des Herschel Grynspan auf den Legationsrat der deutschen Botschaft in Paris.
Kaum war diese Meldung durchs Radio verbreitet, marschierten auch schon SA u. SS-Leute in Zivil auf um "Volkszorn" gegen die Juden zu demonstrieren. Hitlers lang ausgeklügelter Plan konnte nun in die Tat umgesetzt werden.
Jüdische Cafes, Synagogen und Geschäfte wurden demoliert, wobei diese Aktionen von keinerlei Polizeiaktivität gebremst wurde. Dies alle war am 7.11.1938. Am darauffolgendem Tag wurden schon in vielen anderen Teilen Deutschlands Synagogen, Geschäfte und Wohnungen der Juden von deutschen zerstört.
Das Ausmaß dieser Aktion wurde von Heydrich voller Stolz verkündet. Seine Bilanz wies folgendes folgende auf :
815 zerstörte Geschäfte, 29 in Brand gesteckte oder zerstörte Warenhäuser, 171 in Brand gesteckte oder zerstörte Wohnhäuser, 191 in Brand gesteckte oder zerstörte Synagogen, wobei 76 von diesen total zerstört wurden. 11Gemeindehäuser und 3 Friedhofskapellen wurden ebenfalls in Brand gesteckt.
Die Reichskristallnacht forderte 36 Tote und ebensoviel schwerverletzte. Daraufhin wurden die Juden mit einer Geldstrafe von 1. Mrd. Reichsmark belegt, auf Grund der zerstörte Gebäude.
Am 20.1.1942 wurde sie auf Grund von Reinhard Heydrich, dem Chef der Sicherheitspolizei und dem Sicherheitsdienst der SS, veranlasst. Sie wollte Klarheit in grundsätzlichen Fragen bringen, z.B. Die "Endlösung der Juden".
Heydrich forderte die organisierte und systematische Vernichtung aller Juden in Europa.
Auf dieser Konferenz waren nur gleichgesinnte, welche alle dasselbe Ziel verfolgten.
Weiters wurde das Protokol so harmlos wie nur möglich geschrieben.
Heydrich sprach damals von 11 Millionen Juden, die für die "Endlösung" in Frage kommen
würden. Er schloss damit auch Juden von Ländern mit denen sich Deutschland nicht im
Kriegszustand befand ein.
Halbjuden wurden auf der Wannseekonferenz mit Juden gleichgestellt, oder in bestimmten
Fä11en sollten diese nur sterilisiert werden. Heydrich machte sein Ziel sehr unmissverständlich klar indem er sagte: Zitat "kein Jude dürfe als Keimzelle eines jüdischen Aufbaus Oberleben."
Das war eine sehr direkte Aussage Ober das folgende Vernichtungsprogramm.
Vor dem Volk jedoch kaschierte Heydrich sein Vorhaben indem er sagte, dass die Juden
dorthin lediglich als Arbeitskräfte geschickt werden, nämlich in den Osten, was. er als
"Evakuierung in den Osten" bezeichnete.
In den Konzentrationslagern sollten "Schädlinge am deutschen Volkskörper " vorübergehend unschädlich gemacht werden und zu brauchbaren " Volksgenossen" erzogen werden, so sollte es zumindest nach außen hin ausschauen.
Sonderlager für politische Gegner (1933 bis 1936):
Durch die zahlreichen Verhaftungen (1933) von politischen und konfessionellen Gegnern durch die SA, errichtete diese viele "wilde Lager für diese Art von Gefangenen.
1933 wurde das. Konzentrationslager DACHAU errichtet, welches als Modell für die späteren Verwaltungsstrukturen,
Herrschaftstechniken und Tortouren der SS diente. Weiters wurde im KZ DACHAU der Plan für den Arbeitseinsatz und wirtschaftliche Selbsterhaltung des Lagers, durch die Häftlinge, entwickelt.
Die neu errichteten Lager Buchenwald und Mauthausen gingen verstärkt darauf aus , die Häftlinge zur Arbeit zuzwingen- "Vernichtung durch Arbeit" neben Gewohnheits- und Schwerverbrechern wurden in erster Linie asoziale, Zeugen Jehovas. homosexuelle, Zigeuner, Polen, und Juden verfolgt. In der Reichspogromnacht am 9.11.1938 wurden Ober 30.000 Juden verhaftet, somit stieg die Häftlingszahl der KZ auf 60.000.
Häftlinge wurden fast nur noch in Rüstungsbetrieben eingesetzt, dadurch entstanden die zahlreichen Nebenlager.
SS-Männer führten die von Hitler befohlene "Endlösung der Judenfrage" aus. Speziell dafür wurden gigantische Massenvernichtungslager gebaut.
1945 waren 7 15.000 Menschen in KZ inhaftiert.
Das kann man so verstehen, dass die Häftlinge je nach körperlichem und geistigem Zustand verschiedenen Lagern zugeteilt wurden. Seine Skala umfasste drei Stufen von besserungsfähig über besserungsunfähig bis zu kaum noch erziehbar. Je schlimmer der Zustand eines Häftlings war umso brutaler war das KZ in welches er nachher inhaftiert wurde.
Ab 1942 entstanden in Polen KZ die nur auf die Massenvernichtung aus waren. (Belzec, Sobibor, Treblinka).
Die Häftlinge, die zu dritt in einem Bett schlafen mußten, wurden noch vor Tagesanbruch geweckt, mußten sich mit kaltem Wasser notdürftig waschen und sich nachher an der Kaffeeausgabeschlange anstellen. Wer sich vom Vortag kein Brot übriggelassen hat, hatten zum Frühstück nichts zu essen und mußte mit dieser undefinierbaren Brühe vorliebnehmen, die im Lager auch scherzhaft "Negerschweiß" genannt wurde. Anschließend mußten sich die Häftlinge in Reih und Glied zur Zählung aufstellen und bis Tagesanbruch in der Kälte warten um dann in den Steinbruch geschickt zu werden.
Die Sinnlose Arbeit dort wurde von vielen nicht verkraftet und es passierte nicht selten, dass sich Häftlinge auf dem Weg zum Steinbruch in den Tod stürzten. Wer während der Arbeit negativ auffiel wurde auf der Stelle erschossen, oder mit einem schweren Stein die "Todesstiege" hinauf geschickt - eine Tortur, die man meist nicht überlebt hat.
Anschließend war man froh wenn man sich mit seinen Kollegen in das Bett legen konnte.
Die Todesstiege in Mauthausen
Vernichtung durch Arbeit
Unter dem Motto "Arbeit macht frei" verstanden die Nazis eine völlige Vernichtung durch Erschöpfung.
Die umliegenden Industrieanlagen der KZ’s wurden fast alle von Häftlingen erbaut.
Es gab unterschiedliche Tätigkeitsbereiche für Häftlinge:
Tötung durch Giftspritze
Abspritzen bedeutete durch eine 10cm lange Phenolspritze die ins Herz injiziert wurde getötet zu werden. Die Opfer waren sofort tot.
Erschiessungen
Vor einer 10m hohen Wand lag Sand der das Blut der nackten Toten aufsaugen musste, Anschließend wurden die noch blutenden Toten in Krematorien gefahren und die sie dort hinbringenden LKW´s zogen eine Blutspur hinter sich her. Doch nicht nur vor der Wand fanden Erschiessungen statt. Die sadistischen Wärtern erschossen während ihrer Beaufsichtigung jene Häftlinge die ihnen aufsässig erschienen oder auch gar wenn sie Langeweile hatten.
Offiziell wurden alle Häftlinge bei "Fluchtversuchen" erschossen.
Strafen
Strafen wurden von Hitlers Helfern meist ohne Grund vollzogen. Der Vollzug der Strafen war in seinen Mitteln barbarisch und kam oft einer verdeckten Todesstrafe gleich. Offizielle Strafen waren die Strafkompanie (Schwerstarbeit im Laufschritt, auch nach Feierabend und an den Sonntagnachmittagen, Essensentzug, schwerste Misshandlungen durch SS-Leute), Steh- oder Dunkelzelle, Stunden- oder Tagelanges bewegungsloses Strafestehen bei jeder Witterung am Lagertor, der Prügelbock oder das Pfahlbinden.
Eine Bestrafung mittels Prügelbock sah wie folgt aus: die Beine des Opfers wurden fest eingeklemmt. Zwei Häftlinge hielten das Opfer an den Armen fest. Ein SS-Mann schlug mit einem Knüppel oder einer Peitsche auf den Häftling ein und der Geprügelte musste die Schläge laut mitzählen.
Gaskammern
Die effizienteste Methode der Vernichtung von Menschen war die Vergasung. Dafür verwendete die SS das Blausäurepräparat Zyklon B, welches bei Körpertemperatur in einem hermetisch verriegelten Raum verdampfte und innerhalb kürzester Zeit zum Erstickungstod führte.
Die ersten durch Gas ums Leben gekommene Häftlinge wurden zuerst verscharrt (1941). Später jedoch wieder ausgegraben (1943) und verbrannt.
4 große Todesfabriken wurden 1943 von Häftlingen erbaut und diese dienten einzig und allein nur der Massenvernichtung.
Allein im KZ Birkenau wurden 4 Krematorien errichtet die täglich 4756 Leichen verbrennen konnten. Später wurde die Kapazität auf 8000 Verbrennungen pro Tag gesteigert.
In dieser Zeit konnten in den KZ Birkenau und Ausschwitz täglich bis zu 24000 Menschen getötet und verbrannt.
Das 1942 errichtete Krematorium
in Dachau
Medizinische Versuche
Heinrich Himmler, der eine Reinheit der deutschen Rasse anstrebte ordnete eine Massensterilisation von für ihn minderwertig abgestempelten Rassen an.
Dr. Josef Mengele benutzte Zwillinge, Kleinwüchsige und Behinderte, um deren besondere Genstruktur zu erforschen. Sein Ziel war, die Fortpflanzungsfähigkeit der deutschen Bevölkerung zu steigern.
Andere SS-Ärzte experimentierten mit neuen, oft schädlichen Arzneimitteln, indem sie gesunde Häftlinge infizierten und anschließend Medikamente an ihnen testeten.
Häftlinge wurden auch direkt an Arzneimittelfirmen zu Versuchszwecken verkauft. In einem Brief einer Firma, die 150 weibliche Häftlinge "gekauft" hatte, an den Lagerkommandanten heißt es:
"Die Experimente sind durchgeführt worden, alle Personen sind gestorben. In Kürze werde wir uns mit Ihnen zwecks weiterer Lieferungen in Verbindung setzen."
An Häftlingen wurden alle möglichen Experimente durchgeführt die die Ärzte interessierten. Gerade nach Lust und Laune führten sie Versuche an Häftlingen durch ohne darauf zu achten ob die Opfer Schmerzen hatten und Qualen erleiden mussten. In den meisten Fällen starben sie an den durchgeführten Experimenten.
Quellen:
Internet-Seiten:
http://www.wsg-hist.uni-linz.ac.at/Auschwitz/htmld/seite1.html 12.5.1999
http://www.wsg-hist.uni-linz.ac.at/Auschwitz/htmld/Arbeit2.html 6.6.1999
http://www.dachau-online.de/sehen/leit.htm 23.5.1999
Zeitbilder- Geschichte und Sozialkunde; Alois Scheucher, Anton Wald, Hermann Lein und Eduard Staudinger; ÖBV Pädagogischer Verlag, Wien; 2.Auflage, Nachdruck 1998
Illustrierte Geschichte des Dritten Reiches; Christian Zentner, Südwest Verlag GmbH & Co. KG, München 1983
Geschichte Lernen- Holocaust Heft 69 Mai 1999, Kallmeyersche Verlagsbuchhandlung GmbH
Bildnachweis:
http://www.dachau-online.de/sehen/leit.htm
Zeitbilder- Geschichte und Sozialkunde; Alois Scheucher, Anton Wald, Hermann Lein und Eduard Staudinger; ÖBV Pädagogischer Verlag, Wien; 2.Auflage, Nachdruck 1998