In den 30er Jahren beginnen die künftigen Achsenmächte Deutschland, Japan und Italien ihre aggressive Aussen- und Expansionspolitik. Wie kommt es dazu, dass diese Länder einfach Staaten besetzen ohne das die Alliierten eingreifen? Warum hat kein alliiertes Land eingegriffen und warum erweitern die Achsenmächte überhaupt ihr Staatsgebiet?
| Expansionspolitik Japans
Japans Wirtschaft ist in den 20er Jahren wegen verschiedenster Probleme, wie dem harten Konkurrenzkampf mit England und Amerika um den Absatzmarkt China, in der Krise. Als die Weltwirtschaftskrise im Herbst 1929 ihren Höhepunkt erreicht, stürzt das auch die japanische Wirtschaft in eine schwere Depression. Das wiederum führt zu Protesten von Arbeitern und Bauern in Japan und auch in Korea und der Mandschurei. Viele führende Politiker in der Regierung, Japan ist damals wie heute eine |
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Im Klartext: Die Japaner wollen den nordöstlichen Teil Chinas einsacken um ihn wirtschaftlich auszubeuten. In weiterer Folge soll von der Mandschurei aus Russland, und dadurch der Kommunismus, bekämpft werden.
Japan hatte den grössten Teil seiner Auslandsinvestitionen in die Mandschurei gesteckt. So gehört auch die Eisenbahnlinie von Mandschuko Japan. In die Mandschurei investieren aber auch immer mehr andere Länder (z.B.: amerikanisch-englische Eisenbahnlinie und Häfen; russische Eisenbahnlinie etc.) und die Japaner befürchten den Wegfall ihres Monopols.
Der Generalstab und das Heeresministerium überzeugt die Regierung, wenn China versuchen sollte, durch Bau von Eisenbahnlinien das japanische Monopol zu brechen, dürfe nur mit Waffengewalt geantwortet werden.
Der "Mandschurische Zwischenfall"
Am 18 September 1931 lässt der japanische Generalstab den militärischen Führer der Mandschurei, Marschall Chang Tso-lin, in seinem Eisenbahnwagen in die Luft jagen. Die Japaner geben diesen Vorfall als die Zerstörung der Eisenbahnlinie aus und nehmen das als Vorwand, die Mandschurei ohne Kriegserklärung zu besetzen.
Am 1. Mai gründen die Japaner, auf dem Gebiet der Mandschurei, den "unabhängigen" Staat Mandschuko.
Nominell regiert Henry Puyi, der letzte Kaiser von China, in Mandschuko, in Wirklichkeit ist es aber ein Marionettenstaat.
Als der Völkerbund diesen Staat nicht anerkennt und Japan auffordert, die Feindseligkeiten gegen China zu beenden, tritt das Land aus dem Bund aus (1933). Japan setzt die Expansions-politik fort und Truppen landen in Shanghai um einen Boykott gegen japanische Produkte niederzuschlagen. Die Provinz Jehol wird annektiert. China hat gegen die japanischen Truppen keine Chance und unterzeichnet im Mai 1933 einen Waffenstillstandspakt, indem es die Eroberungen Japans anerkennt.
Eskalation des Japanisch- Chinesischen Krieges
Japan behauptete chinesische Truppen hätten am 7.7.1937 japanische Einheiten angegriffen. Japan greift ohne eine formelle Kriegserklärung an, überrennt Nord- China und besetzt dort die wichtigsten Städte. Die japanischen Streitkräfte gehen dabei ohne Rücksicht auch gegen Zivil- Bevölkerung vor.
"Beim Einmarsch in Nan Ching ermordete das japanische Heer mehr als 200000 Männer und Frauen."
Kiyoshi Inoue – Geschichte Japans (New York: Campus Verlag) Seite 576 1.Absatz
1938 erobern die Japaner auch Süd- China – die chinesische Armee ist auf dem Rückzug. Die Japaner erobern den ganzen östlichen Teil Chinas. Doch sie treffen auf Widerstand. Schliesslich wird das japanische Heer, in den Bergen Zentralchinas, von Guerilla- Kriegern aufgehalten. Es gibt kein Weiterkommen.
1945 endet der Chinesisch- Japanische Krieg mit der Niederlage der Japaner im 2. Weltkrieg.
| Italien annektiert Abessinien
Als Benito Mussolini 1922 Premierminister wird, beginnt er die Demokratie schrittweise in eine Diktatur umzuwandeln. Sein Ziel ist es das Imperium Romanum wiederentstehen zu lassen. Zudem will er durch die Erweiterung des Staatsgebiets wirtschaftlich profitieren und neue Lebensräume schaffen, ein Grund dafür war Überbevölkerung. Schon 1895 hatte Italien versucht, Abessinien (heute Äthiopien) zu erobern, und wurde dabei von den Abessiniern abgewehrt. Nun soll Abessinien endlich eine |
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Italien war Mitglied im Völkerbund, und als solches wurde es von den anderen Mitgliedern kontrolliert, die notfalls Sanktionen gegen Italien verhängen würden. Deshalb demonstrierte Mussolini vor den anderen Nationen guten Willen und garantierte mit Truppen- Aufmärschen am Brenner die Unabhängigkeit Österreichs. Darüber hinaus verzichtete Italien, im Frühjahr 1935, in einem Abkommen auf seine Ansprüche in Tunesien.
Mussolini zögert nicht. Am 3. Oktober 1935 greift er Abessinien mit dem Vorwand an, dass er das Land wirtschaftlich entwickeln werde.
Die Streitkräfte Abessiniens sind ohne moderne Kriegsausrüstung. Die Italiener jedoch kämpfen mit Bomben- Flugzeugen, Maschinengewehren und Giftgas.
Haille Selassie hat kaum Verbindung zum Ausland ausser zum Westen, der Abessinien nicht unterstützt. Selassie hat keine Konsulate, Aussenminister oder Diplomaten die für Unterstützung aus schwarzafrikanischen Ländern anfragen hätten können. Abessinien war verloren, aufgrund der "westlich orientierten" Politik Selassies. Am 9. Mai 1936 wird Abessinien unter die Souveränität des Königreiches Italien gestellt.
Der Völkerbund erkannte, dass Italien als Mitgliedsland im Völkerbund seine Pflichten verletzt hatte und verhängte wirtschaftliche Sanktionen über Italien. Dies trieb Mussolini direkt Hitler in die Arme, der sich bereit erklärte, Italien kriegsnotwendige Güter zu liefern. 1937 tritt Italien aus dem Völkerbund aus.
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Nach dem ersten Weltkrieg hatte Spanien einige kurzlebige Regierungen. Das Land war geprägt von politischer Unsicherheit, bis der Generalkapitän von Katalonien, Miguel Primo de Rivera (1870-1930), am 13.September 1923 einen Putsch durchführt und eine Diktatur errichtet. Er bildet eine Regierung die sehr aktiv ist und einige Reformen (Beispiel: Agrarreform) durchführt. Primo de Rivera beendet ausserdem den Marokko- Krieg (Teile Marokkos sind seit 1860 eine spanische Kolonie). Ende der 30er Jahre nehmen wirtschaftliche Probleme stark zu. Als dann noch die Weltwirtschaftskrise 1929 dazukommt, tritt de Rivera zurück. Die nächsten Jahre sind für die Bevölkerung sehr unruhig – es gibt zahlreiche Terroranschläge und Attentate.
1936 gewinnt die Volksfront (vereinigte Linke) bei Wahlen gegen die Nationale Front (Monarchisten, Rechte). Die Regierung versucht Reformen durchzuführen, die das Vermögen im Staat gerechter aufteilen würden, währenddessen bereiten sich die Rechten unter Führung von General Franco auf einen Militärputsch vor.
Die Ermordung des monarchistischen Abgeordneten José Sotelo wird zum Anlass genommen, den Kampf gegen die Republik zu beginnen (13.Juli 1936).
Angefangen in Spanisch- Marokko weitet sich der Krieg bald auch in Spanien selbst aus. Madrid, Barcelona und Málaga können von den Republikanern gehalten werden.
England und Frankreich beschliessen, sich nicht einzumischen. Die Achsenmächte aber unterstützen die Rebellion, die ohne sie zusammengebrochen wäre. Die Achsenmächte schickten Hilfe in Form von Truppen nach Spanien.
Motive:
Die internationalen Brigaden
Aus ganz Europa und USA kamen Freiwillige nach Spanien um für die Republik zu kämpfen. Die Freiwilligen waren hauptsächlich Sozialisten und Kommunisten, die bereit waren, für ihre Ideologie ihr Leben zu lassen. Unter ihnen waren auch Exil- Deutsche und andere Gegner des Faschismus, die endlich eine Gelegenheit sahen, den Nationalismus zu bekämpfen.
Durch ihre Unterstützung kann im November 1936 die Besetzung Madrids verhindert werden. Auch im Februar, als Mussolini Truppen nach Spanien entsendet, sind es wieder die internationalen Brigaden, die die Hauptstadt trotz deutscher Luftangriffe halten.
Nicht nur die Hauptstadt wird von Flugzeugen bombardiert, auch andere Städte erleben den Luftterror. Besonders arg wird das kleine Baskenland getroffen, das erbittert Widerstand leistete.
Am 26. April 1937 wird Guernica, ein kleines Städtchen – gleichzeitig aber geistiges und kulturelles Zentrum der Basken und deren heilige Stadt, durch einen Fliegerangriff dem Erdboden gleichgemacht. Die deutsche Legion Condor bombardiert Guernica nur zur Verunsicherung und Demoralisierung der Zivilbevölkerung. Weltweite Proteste und Entsetzen sind die Folge dieses Terroraktes.
Der Bürgerkrieg dauert noch bis April 1939. Die Republikaner kämpfen tapfer, aber als die Nationalisten einen Keil zwischen Katalonien und Madrid treiben und die republikanische Zone in zwei Teile teilt, ist der Widerstand gebrochen. Barcelona fällt am 26. Januar 1939 Madrid am 31. März. Am 1. April erklärt Franco den Bürgerkrieg für beendet.
Als Hitler 1933 an die Macht kommt, tritt Deutschland aus dem Völkerbund aus. 1935 beginnt Deutschland gegen den Versailler Vertrag die Wiederaufrüstung. Als sich im Jahre 1936 Italiens Beziehung mit den Westmächten aufgrund des italienisch-abessinischen Krieges verschlechtern, kommt es am 1.November zur Verbindung Deutschlands mit Italien (Rom – Berlin Achse).Wenige Wochen später kommt es auch zu einem deutsch-japanischen Pakt, in dem Russland als Gegner gilt. Nun da die aussenpolitische Isolation überwunden ist, geht Hitler in die Zweite Phase über – zur aktiven Aggressionspolitik.
Die ersten Ziele sind Österreich und die Tschechoslowakei. Österreich hatte seit der Ermordung von Dollfuss, den christlich-Sozialen, Kurt Schuschnigg, als Bundeskanzler. Er kämpfte für ein unabhängiges Österreich, doch der Druck von inländischen Nazis und Hitler, die für den österreichischen Anschluss an Deutschland waren, wurde immer grösser. Schuschnigg sieht als letzten Ausweg eine Volksbefragung über die Unabhängigkeit Österreichs. Sie wird für den 13.März angesetzt. Am 11.März trat Schuschnigg aufgrund von Drohungen Hitlers zurück. Die Forderung Hitlers an den Bundespräsidenten Miklas lauteten nun : der Nazi Seyss Inquart muss Kanzler werden andernfalls wird die Wehrmacht einmarschieren. Obwohl Miklas diese Forderung erfüllt, marschieren am 12.März 1938 deutsche Truppen Österreich ein ohne das sie auf Widerstand stossen. Der Einmarsch wird sogar von den Österreichern bejubelt. Bald darauf werden politische Gegner, wie Kurt Schuschnigg, verhaftet und ins KZ gebracht. Österreich gibt es nicht mehr.
Hitler fordert nun von der Tschechoslowakei die Abtretung Sudetendeutscher Gebiete an Deutschland. Chamberlain und Daladier stimmen aus Angst vor einem Krieg den deutschen Forderungen zu. (Appeasement Politik(=Beschwichtigungspolitik)). Obwohl Hitler behauptet, dass es für Deutschland in Europa kein Interesse an Territorien mehr gibt, besetzen Deutsche Truppen im März 1939 die Tschechoslowakei. Die Slowakei wird formal selbständig.
Als Nazideutschland von Polen eine Landverbindung zu Ostpreussen fordert und dafür die Verlängerung eines deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes anbietet, widersetzt sich Polen. England und Frankreich garantieren Polen für den Kriegsfall ihre Unterstützung. Hitler sucht nun nach Verbündeten und schliesst mit Italien – mit dem das deutsche Reich in enger Beziehung steht den "Stahlpakt" ab und im August 1939 den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. In diesem "Nichtangriffspakt" wird Polen zwischen Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilt. Die Vorbereitungen sind getroffen – am 1. September 1939 beginnt der deutsche Angriff auf Polen und damit der 2. Weltkrieg.
Erklärungen
Region im Nordosten Chinas; Fläche ca. 800.000 Quadratkilometer; Einwohner etwa 100 Millionen;
Der Völkerbund
Er war die erste internationale Staatengemeinschaft; Nach dem ersten Weltkrieg war die Gründung eines Völkerbundes einer der Punkte des Friedensplans des amerikanischen Präsidenten Wilson. Gegründet wurde die "League of Nations" am 29.April 1919; Sie existierte von 1919 bis 1946 und hatte 65 verschiedene Mitglieder. Nur 28 Staaten waren von Anfang an dabei und blieben auch bis zur Auflösung des Völkerbundes dessen Mitglied. Die USA aber waren zu keiner Zeit Mitglied des Völkerbundes. Durch seine Hilfe konnten vor allem Konflikte in kleineren Staaten geschlichtet werden. Da er aber nicht über eigene Streitkräfte war er sehr begrenzt. Er bestand noch bis 1946. Wichtig war er vor allem durch seine Vorläuferfunktion für die Vereinten Nationen.
Zuerst Journalist und Lehrer, er war auch Sozialist, gründete er 1919, zusammen mit anderen jungen Kriegsveteranen des 1.Weltkrieges, die Faschistische Partei Italiens (Fasci di Combattimento). 1922 von König Viktor Emanuell II. mit der Regierungsbildung beauftragt. Er wird der Duce- der Führer Italiens. Schon zuvor entmachtet, wollte er vor den Alliierten in die Schweiz flüchten wurde aber beim Comosee von Partisanen gefangen und exekutiert.
Franco wurde am 4.Dezember 1892 in El Ferrol, Spanien, geboren. Seine militärische Karriere war sehr erfolgreich. Franco gelang es mit Hilfe der Achsenmächte die republikanische Regierung zu stürzen. Da er den Achsenmächten die Unterstützung im zweiten Weltkrieg versagte und Spanien neutral war, blieb "Caudillo" (der Führer) noch bis zu seinem Tod am 20. November 1975 an der Macht. Sein Nachfolger König Juan Carlos führte das Land zurück in die Demokratie.
"Nicht zu spielen, nur zu berechnen und dabei die Nase im Wind zu haben: Wahrscheinlich ist das auch das Talent jener bemerkenswerten Spezies von Politikern gewesen, die sich unter jäh wechselnden Machthabern oder Machtkonstellationen immer an der Spitze zu halten verstanden. Tito war ein solcher, Franco nicht minder: Von Hitler und Mussolini in den Sattel gehoben, verweigerte er ihnen im Zweiten Weltkrieg die eingeforderte Unterstützung – und überlebte beide um mehr als dreissig Jahre, er war Staatschef bis zu seinem Tod."
Die Sieger: Wodurch Genies, Phantasten und Verbrecher berühmt geworden sind; Wolf Schneider; Sternbuch im Verlag Gruner + Jahr AG & Co Hamburg, 1992; Seite 230 1.Absatz Zeile 11
Autonome Region im Nord- Osten Spaniens; Katalonien hatte vor dem Bürgerkrieg ein eigenes Parlament und einen Präsidenten. Im Bürgerkrieg war Katalonien die Hochburg der Republikaner. Nach dem Bürgerkrieg nahm Franco Katalonien die Privilegien wieder weg. Ein paar Jahre nach dem Tod Francos erhielt die Provinz ihre Sonderstellung zurück. Heute ist Katalonien eine der reichsten Regionen Spaniens. Die Katalanen haben eine eigene Sprache, die auch in anderen Teilen Spaniens, außerdem noch in Teilen von Frankreich, Kuba und Argentinien gesprochen wird.
Fläche: 32.000 Quadratkilometer; Einwohner: ca. 6 Millionen;
Neville Arthur Chamberlain (1869-1940):
Von 1937 bis 1940 war er englischer Premierminister. Bekannt durch seine Beschwichtigungspolitik Deutschland in der Vorkriegszeit gegenüber- musste er erkennen das diese Politik ein Fehler war und als die ersten Kriegsmonate für England wenig erfolgreich waren, musste er sein Amt Niederlegen. Sein Nachfolger wurde Winston Churchhill.
Er war zwar noch Mitglied im Kabinett aber auch diese Tätigkeit musste er wegen Krankheit beenden. Er starb einen Monat später.
Französischer Staatsmann, geboren in Carpentras, aufgewachsen in Paris. Von 1932 bis 1934 Kriegsminister wurde er später Premier. Im März 1940 musste er zurücktreten. Als Deutschland Frankreich eroberte, kam er im März 1943 bis im April 1945 in ein Kriegsgefangenenlager. Nach dem Krieg war er noch Regierungsmitglied bis 1958.
Literaturnachweis