Beispiele "ordentlicher"
Arisierungen:
Wie FPÖ- Chef
Jörg Haider zum Bärental kam:
Österreichs Umgang
mit Arisierungen:
Am 30. Jänner 1933 begann das Hitler Regime
ihr antisemitisches Programm
umzusetzen. Von 1933 bis 1935 wurden zahlreiche (über 50) rassendiskriminierende Gesetze beschlossen, die den Zweck hatten jüdische Bürger von einflussreichen Positionen im Staat fern zu halten. Dies gipfelte vorerst im September 1935 mit der Verabschiedung der Nürnberger Gesetze. Diese zielten darauf ab die Juden aus der "deutschen" Gesellschaft auszuschließen. Zahlreiche Juden wurden enteignet und ihre teilweise sehr großen Besitztümer wie |
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| Wohnungen, Betriebe, Geld
(2 Milliarden Reichsmark; Entspricht ca.105 Milliarden ÖS) und Kunstgüter
wurden an "Volksdeutsche" berschrieben (arisiert).
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Durch das damalige Scheinlegalität von Arisierungen und Desinformation ist es heute beinahe unmöglich den wahren Wert der arisierten Güter festzustellen. Die Arisierten Juden erhielten zwar einen schändlichen Betrag für ihre Besitztümer der aber nach der "Vermögenssteuer", "der Reichfluchtsteuer" und "Steuerrückständen" dem Staat zufiel. |
Bis ende 1938 war Österreich zu 80% arisiert.
Beispiele "ordentlicher"
Arisierungen:
Uri und Zwick: Eines Tages betritt der "Ariseur" Ludwig Krabath, gefolgt von zwei SS- Männern das Geschäft. Der Besitzer wird zusammengeschlagen, es werden ihm die Schlüssel abgenommen, und er wäre, hätte er nicht fliehen können nach Dachau deportiert worden. Nach seiner Rückkehr nach Wien wurde ihm nur ein Bruchteil seines Besitzes Zurückerstattet.
Normalia:
Der noch lebende Ariseur Kristens behauptet den Betrieb gekauft zu haben. Dennoch hat er die unglückliche Zwangslage des ursprünglichen Eigentümers Fürth genutzt, um in den Besitz der Firma zu kommen. Als Fürth nach dem Krieg zurückkommt ist er schwer krank und will die Firma nicht mehr.
Luzansky und W.Artaker u. Co (Artaker Büro Automation):
Die Firma Luzansky für Büromaterialien wurde 1938 durch den promovierten Doktor der Handelswissenschaften Wilhelm Artaker Arisiert. Die Summe von 111500 Reichsmark sollte in Raten bis 1952 (!!!) bezahl werden. Leider kamen Karl Luzansky und seine Frau nicht mehr zu dem Geld da sie 1941 in Minsk ermordet wurden. Sie konnten gerade noch genug Geld für die Emigration ihrer beiden Söhne auftreiben. (Reichsfluchtsteuer 55000 Reichsmark). Der heutige Inhaber der Firma Artaker Büroautomation, Christian Artaker hat laut seinen Aussagen erst jetzt erfahren, dass sein Vater die Firma durch Arisierung "erworben" hat.
Ergänzung vom 23.5.2001 (Reinhard Sepp):
Die Informationen über die Firma Luzansky stammen aus der Tageszeitung "Der Standard". Herr Christian Artaker hat sich dankenswerterweise mit uns in Verbindung gesetzt und uns folgende ergänzende Darstellung übermittelt:
Hallo nach Dornbirn,
vorab vielen Dank für Ihre prompte Reaktion. Hr. Frick hat die Info aus der Tageszeitung "der Standard" hat aber den Artikel falsch wiedergegeben ein Zeitungsartikel ist oft sehr tendentiös geschrieben nach dem Motto: only bad news are good news. Eine Maturaarbeit sollte hingegen halbwegs objektiv sein. Die Arbeit von Hr. Frick, die die Arisierungen global betrachtet, führt eine handvoll Fälle an, ohne ausdrücklich zu erwähnen daß es sich um einen willkürlichen Auszug von 4.400 österreichischen und wahrscheinlich 10x sovielen deutschen Arisierungen handelt. Mein Vater Dr. Wilhelm Artaker hat zusammen mit den Herren Koreska die Firma Luzansky arisiert und sie bis Kriegsende erfolgreich geführt. Nach dem Krieg hat mein Vater die Firma den Söhnen der Besitzer zurückgegeben und ist aus dem Unternehmen ausgeschieden. Die Firma Luzannsky hat bis zum Jahr 1981 exisitiert. Dr. Artaker hat 1946 seine eigene Firma Dr. Wilhelm Artaker gegründet, aus der ein ganzer Konzern mit über 10 Firmen entstanden ist. Es besteht daher kein wie immer gearteter wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen den Firmen Luzannsky und Artaker. Lediglich der Geschäftsführer von Luzansky und der Inhaber von Artaker sind identisch. Die Firma Artaker Büroautomation HGmbH ist eine dieser Konzernfirmen und ich bin dessen Geschäftsführer; mein Vater ist 1970 verstorben. Ich selbst wußte schon immer von der Arisierung, habe mich aber erst nach Erscheinen des Buches "Arisiert" konkret mit dem Thema beschäftigt => ich habe es daher nicht erst jetzt erfahren.
Mit freundlichen Gruessen
/ with kind regards
Christian M. Artaker
Wie FPÖ- Chef Jörg Haider
zum Bärental kam- oder die Geschichte einer ordentlichen Entjudung:
Der italienische Jude Roifer war Holzhändler und unter anderem im Besitz des Gebiets in Kärnten das allgemein als das Bärental bekannt ist. Das NS- Regime wagte es zu diesem Zeitpunkt noch nicht Ausländer so schamlos zu enteignen wie "deutsche" Juden.
Nach der Kündigung einer auf dem Bärental lastenden Hypothek muss Roifers Witwe das dazugehörige Sägewerk an ihren früheren Verwalter Götz verkaufen. Der Brunecker Kaufmann Josef Webhofer "kaufte" es um 300.000 Reichsmark (entspricht 1998 ca. 15 Millionen Schilling) wobei 92.000 an die Bank gingen und 208.000 auf ein nach dem Krieg wertloses Sperrkonto überwiesen wurde. Nachdem Mathilde Roifer den Krieg überlebt hat forderte sie 1954 850.000 Schilling (umgerechnet 4.5 Millionen ÖS) Schadenersatz. Davon wurden umgerechnet ca 3.5 Mio von Webhofer ausbezahlt. Wenn man bedenkt, dass das Bärental heute 200 Mio. Schilling Wert ist, ist dies eine lächerliche Summe.
1955 vererbte es Josef Webhofer an seinen Sohn Wilhelm, der es dann an Jörg Haider weitervererbte. Dies sorgte für große öffentliche Ärgernisse, da Haider
Österreichs Umgang mit Arisierungen:
Allgemein:
Österreich, wegen der radikalen Härte bei Arisierungen (wilde Arisierungen), das Vorbildland Hitlers für reichsdeutsche Arisierungsgesetze, war nach 1945 nicht viel moralischer mit der Rückerstattung von arisierten Gütern. NS- Kunstschätze von denen die Herkunft durchaus bekannt war wurden in den meisten Fällen nicht an die ursprünglichen Besitzer oder dessen Erben zurückgegeben sondern vom Bundesdenkmalamt beschlagnahmt und in diversen Museen ausgestellt. Außerdem befinden sich arisierte Möbel in den Ministerien. Erst vor einigen Monaten (September 1998) wurde mit der offiziellen Aufarbeitung von Arisierungen begonnen.
Dorotheum:
Das Staatliche Auktionshaus Doratheum war auch auf erfolgreichem Raubzug. Was nicht zu versteigern war, wurde eingeschmolzen. Aber auch im Kunsthandel war das Dorotheum aktiv. Auch jetzt profitiert das österreichische Auktionshaus noch von den Arisierungen:
Werden neue Wertgegenstände gefunden oder wird nachgewiesen, dass diese durch Arisierungen an den Staat gekommen sind werden sie oft an das Dorotheum weitergegeben, da der Geschädigte in der hierfür vorgesehenen Frist keine Rückerstattungsforderungen gestellt hat.(Standard 30. 11. 1998)Das Problem dieser Regelung besteht darin, dass die Geschädigten in den meisten Fällen nichts über die Auffindung ihnen zustehenden Wertgegenstände wissen.
Erst vor einigen Monaten wurde jemand beauftragt die NS- Vergangenheit des Dorotheums zu Rekonstruieren. Dies gestaltete sich jedoch schwierig, da wahrscheinlich in den 70er Jahren sämtliche Akten vernichtet wurden.
Ribbentrops und Bormanns Kunstsammlungen im Belvedere:
Diese Bilder wurden entweder in der NS- Zeit erworben oder wurden nach 1945 von ehemaligen hohen NS- Funktionären (v.A. Joachim von Ribbentrop und Martin Bormann) beschlagnahmt.
Die Rothschildschen Kunstschätze:
Nach dem zweiten Weltkricg wurde die in die USA emigrierte Familie Rothschild durch Erpressung durch den Österreichischen Staat um einen wesentlichen Teil ihrer Kunstschätze betrogen (diese waren bis vor kurzem in einem Österreichischen Museum zu sehen). Erst zum jetzigen Zeitpunkt wurden diese sehr wertvollen Bilder an die rechtmäßigen Erben zurückgegeben, obwohl sie dazu schon 1966 aufgefordert hatten:
Die Erben (Grundstücke) einteigneter Juden sind bei ihren Rückgabeforderungen vor kurzem vor dem höchsten deutschen Bundesgericht gescheitert.
Grund: in diesem Punkt sind Nazi- Geschädigte nicht anders zu behandeln als Personen die ihren Anspruch auf Restitution auf unrechtliche Maßnahmen der DDR stützen.
Fa. Josef Otten: Arisierung oder falscher Verdacht?
1841 eröffnen die Gebrüder Rosenthal die
Firma mit dem Namen "Gebrüder Rosenthal Aktiengesellschaft für
Textilindustrie in Wien". 1916 wird diese Eigentum der "Firma M.B.
Neumann's Söhne". 1943 enthält der Name der Firma den Namen Josef Otten.
Folglich wurde diese Firma nicht arisiert. Dies wurde auch
von namhaften Historikern recherchiert und publiziert.
Anders die Geschichte der „Villa
Rosenthal“. In Hohenems hatten die Familien Rosenthal mehrere Villen
errichtet, die noch heute im Stadtbild sehr präsent sind. Die sog. Villa
Heymann-Rosenthal ist in den 90-er Jahren zum Sitz des inzwischen renommierten
„Jüdischen Museums“ geworden.
-Reichsbürgergesetz: Nur "Reichsbürger" haben diverse politische Rechte wie Stimmrecht oder die Möglichkeit politische Ämter zu bekleiden.
-Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre: Geschlechtskontakte oder Eheschließungen zwischen Juden und "Deutschblütigen" ist bei Gefängnisstrafe Verboten.
-Anmeldepflicht des Besitzes für Juden. Mehr darüber: Juden im 3. Reich
Deportation: Verschleppung in Viehwaggons von Juden, politischen Gegnern, usw. in Konzentrationslager.
Reichspogromnacht= Reichskristallnacht. Als Vorwand dient die Ermordung eines deutschen Diplomaten in Paris durch einen Juden. Die Pläne für diese Ausschreitungen sind jedoch schon lange vor dem Attentat fertig.
Arisierungen (Definition): Unter diesem Überbegriff versteht man eine ganze Reihe von verschiedenen Enteignungsverfahren die den Zweck hatten jüdischen Besitz in "arische" Hände zu überführen. Man musste sich für eine Arisierung bewerben und wurde in 5 Klassen eingeteilt (1. träger des eisernen Kreuzes- 5. Politisch unbedenkliche Bürger).
wilde Arisierungen: Jüdische Geschäfte wurden von selbsternannten kommissarischen Verwaltern" übernommen. Sogar Reichsaußenminister Göring kritisiert dies als "wildes Versorgungssystem untüchtiger Parteigenossen". Dies war ein rein österreichischen Phänomen, was die Opferrolle Österreichs im zweiten Weltkrieg widerlegt.
Quellen: Encarta 98, Der Standard 16. 5 .1999, 29. 9. 1998, 3. 5. 1999,17.3.1999, 26. 2. 1999, 6. 5. 1999, 28. 9. 1998, 25. 9. 1998, 24. 9. 1998, 26/27. 9. 1998, 30. 9. 1998, 30. 11. 1998, 16. 3. 1999, Grundbuch der Firma Otten, Röntgenbild Haider (siehe Hyperlink oben)