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von Nicole Hämmerle
Biographien
 

Jan Erik van Hanussen

Unter diesem Namen versteckte sich der Pseudonym Hermann Steinschneider, ein Hellseher, der aus einem angesehenen Rabbine-Geschlecht entstammte. Er kam am 2.7.1889 in einem Vorort von Wien zur Welt und wuchs in ärmlichen Verhältnissen und ohne höhere Schulbildung auf. Sein Vater Siegfried, von Beruf Schmieren-schauspieler, nahm seinen Sohn bereits in jungen Jahren auf seine Tourneen mit, wo er ihm die Tricks der Varieteleute und Zirkuskünstler beibrachte. Seine paranormalen Fähigkeiten setzte Hanussen bei zahlreichen Vorführungen unter Beweis, wobei der Hauptteil seiner "Experimente" allerdings "nur" aus Tricks bestand. Bereits mit 21 Jahren war er Chefredakteur der Zeitung "Der Blitz". 7 Jahre später(1917) gab er in Krakau eine Broschüre, "Worauf beruht das", heraus, worin er Telepathie und Hellseherei als Betrug entlarvte. Nur 3 Jahre später(1920) schrieb Jan Erik sein zweites Buch, mit dem Titel "Das Gedankenlesen", indem er die Telepathie und das Gedankenlesen erneut als Schwindel darstellte. Anschließend widmete er sich eben diesem Berufszweig. Trotz seiner jüdischen Abstammung, propagierte er für die NSDAP und verkehrte mit hochgestellten Führern der SS und NSDAP. Ende 1932 baute er eine phantastische Wohnung, die er den "Palast des Okkultismus" nannte. Bei der Einweihung, 26.2.1933, gab er eine Privatseance, in der er "ein großes Haus brennen sah". Mit dieser Beschreibung meinte er den Reichstag der dann später, wie bereits prophezeit, auch in Flammen stand. Erich Juhn, ein ehemaliger jüdischer Assistent und Sekretär von Hanussen, wurde zum erbittertsten Feind und verbündete sich mit seinen Gegnern. Juhn enthüllte die Tricks von ihm und durch die Aktivitäten Erich Juhns wurde sogar die jüdische Abstammung Hanussens öffentlich bekannt. Selbst Graf Helldorf (SA-Obergruppen-Führer) der ihn als Spross eines uralten dänischen Adelsgeschlechtes vorgestellt hatte, konnte die Verhaftung von Hanussen am 24.3.1933 und die anschließende Ermordung durch ein SA-Kommando auf Befehl von SA-Führer Karl Ernst, nicht verhindern. Seine Leiche wurde am 7.4.1933 in einer Tannenschonung bei Berlin von Waldarbeitern entdeckt und später am Friedhof in Stahnsdorf beigesetzt.

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Leni Riefenstahl

Leni Riefenstahl hieß mit bürgerlichem Namen Helena Bertha Amalie Riefenstahl und kam am 22.8.1902 in Berlin zur Welt. Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung als Malerin und Tänzerin. In den 20er Jahren wurde sie von Dr. Arnold Franck für den Film entdeckt und wenig später fürs Regiefach.1926 war Leni zum ersten Mal im Film "Der heilige Berg" als Filmschauspielerin zu sehen. Als passionierte Bergsteigerin übernahm sie danach mit Luis Trenker häufig Rollen in den damals sehr populären"Bergfilmen". Erst 1932 entstand ihr erster Film in eigener Regie "Das Blaue Licht", der ebenfalls im Milieu der Bergsteiger angesiedelt war. Im 3. Reich wurde Leni Riefenstahl von Hitler sehr gefördert, was dazu führte das sie ab 1933 im Auftrag von Adolf Hitler Propagandafilme mit Dokumentarcharakter, wie z.B. "Sieg des Glaubens"(1933) oder "Triumph des Willens"(1935),über die Reichsparteitage in Nürnberg, drehte. Zwischen 1940-44 arbeitete sie als Hauptdarstellerin, Regisseurin, sowie Produzentin im Spielfilm "Tiefland" mit. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie aufgrund ihrer Popularität im Kulturleben des 3. Reichs, von den Alliierten inhaftiert. Nach ihrer Entlassung, 1954, arbeitete Leni als Regisseurin von Dokumentarfilmen und veröffentlichte verschiedene Bildbände(z.B."Die Nuba",1973). 1987 veröffentlichte sie ihre Autobiographie. 1994 sorgte ein zweiteiliges Fernsehportrait für Aufsehen, in welchem sie wenig Verständnis für die Kritik an ihrem Tun und Handeln in der NS-Zeit aufbringt.

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Gustaf Gründgens

Gustaf Gründgens kam am 22.12.1899 in Düsseldorf zur Welt. Er war einer, wenn nicht der umstrittenste Schauspieler und Regisseur der 30er bis 50er Jahre. Zwischen 1923 und 1928 führte er Regie bei den Hamburger Kammerspielen. Während dieser Zeit arbeitete er mit Pamela Wedekind, sowie Klaus Mann und seiner Schwester Erika Mann, die Gründgens 1925 heiratete und nach 3 Jahren Ehe verließ. Nach 

1928 bis 1932 gehörte er zum Ensemble des deutschen Theaters in der Reichshauptstadt Berlin. Von 1934 bis 1945 war er zuerst Intendant, später dann Generalintendant des staatlichen Schauspielhauses in Berlin. In dieser Zeit entstanden Aufführungen wie Shakespeares "King Lear", Goethes "Faust", Lessings "Emilia Galotti" und Büchners "Datons Tod".1936 heiratete er zum zweiten Mal, doch die Ehe mit Marianne Hoppe ging nach 10 Jahren in die Brüche. 1947 ernannte man ihn zum Direktor der städtischen Bühnen Düsseldorfs. Diese Arbeit verrichtete Gründgens bis 1955, wo er anschließend als Generalintendant das Hamburger Schauspielhaus leitete. 1963 legte er sein Amt nieder. Aufgrund seiner Tätigkeiten im Nationalsozialismus, wo er 1941 in dem Propagandafilm "Ohm Krüger" mitwirkte bzw. ihm das Paktieren mit Hitler wiederholt vorgeworfen wurde und er dem NS-Staat manches Zugeständnis machte, mußte Gründgens nach dem 2. Weltkrieg neun Monate in Internierungshaft. Da er mit Hitler ein gutes Verhältnis hatte, nutzte er dies aus um künstliche Freiheiten aufrecht zu erhalten und bedrohten Kollegen zu helfen. Am 7.10.1963 starb der Schauspieler und Regisseur bei einer Weltreise in Manila.

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Albert Speer

Albert Speer kam am 19.3.1905 in Mannheim zur Welt. Nach dem Abschluß des Architekturstudiums, welches er in Karlsruhe absolvierte, arbeitete er anschließend in München und Berlin als Assistent von Heinrich Tessenow. 1931 trat er der NSDAP bei. Nach dem Tod von Paul Ludwig Troost ( Hauptarchitekt Hitlers), 1934, wurde Speer dessen Nachfolger und somit Hitlers Genralbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin. Dort errichtete er zwischen 1938 und 1939 die neue Reichskanzlei. 1942 wurde er von Hitler zum ersten Mal als Reichsminister (für Bewaffnung und Munition) ernannt und bereits 1943 zum Reichsminister für Rüstungs- und Kriegsproduktion. In dieser Zeit konnte Speer durch Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen, diese Produktionen erheblich steigern. Im März 1945 verweigerte er sich Hitlers Befehl, der die Zerstörung der deutschen Infrastruktur anordnete ("verbrannte Erde"),um mit dieser Taktik die Alliierten aufzuhalten (Nero- Befehl). Dies bewahrte ihn nicht vor den Nürnbergern Kriegsverbrecherprozessen. Dort wurde Albert Speer, einer der wenig wirklich intelligenten Köpfe der NSDAP, zu 20 Jahren Haft im Gefängnis in Spandau, verurteilt. Am 4.10.1966, nach seiner Entlassung, veröffentlichte er mehrere erfolgreiche Schriften, u. a. "Erinnerungen"(1969), "Der Sklavenstaat" und "Meine Auseinandersetzung mit der SS"(1981). Im Alter von 76 Jahren, 1981,starb Albert Speer.

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Adolf Ziegler

Adolf Ziegler wurde am 16.2.1892 in Bremen geboren. Er studierte an den Kunstakademien in Weimar und München und war später als Sachbearbeiter für Bildende Kunst in der Reichsleitung der NSDAP tätig. Dort lernte er Adolf Hitler kennen, mit dem er sich auf Anhieb an gut verstand. Nach der Machtübernahme Hitlers erhielt Ziegler einen Lehrauftrag an der Münchner Akademie der Bildenden Künste und wurde dann zum Kunstsachverständigen der NSDAP berufen.

Zwischen 1936 und 1943 war er Präsident der Reichskammer, wo er weniger mit seinen peinlich genauen Frauenakten (Zieglers Spitzname: "Meister des gekräuselten Schamhaars") für Aufregung sorgte, sondern vielmehr für Malverbote moderner Künstler und auch, im Auftrag Hitlers, für die "Reinigung" der deutschen Museen sowie Galerien von "Entarteter Kunst". 1937 war er für die berüchtigte Propagandaschau in München verantwortlich. Adolf Ziegler war auch noch Zeuge wie das 3.Reich zerstört wurde, da er erst am 18.9.1959 in Varnahlt bei Baden-Baden starb.

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Eduard Pernkopf

Eduard Pernkopf kam als Jüngster von drei Geschwistern am 24.11.1888 in Rappottenstein, einem kleinen Dorf in Niederösterreich, zur Welt. Bereits in frühen Jahren interessierte er sich für die Musik, musste sich aber nach dem Tod seines Vaters, 1903, für die Medizin entscheiden, um seine Familie nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu bringen. 1912 absolvierte Pernkopf sein Medizinstudium und arbeitete die nächsten 14 Jahre in ganz Österreich. Als er die Aufmerksamkeit von Dr. Ferdinand Hochstetter, dem Direktor des Anatomischen Instituts in Wien, erlangte, nahm dieser schnell die Vaterrolle an sich. Er unterrichtete Pernkopf in der Topographischen Anatomie des Menschen und 1920 wurde er Assistent von Hochstetter. Bereits 6 Jahre später, 1926, wurde er Professor und nur 2 Jahre danach, Professor der Anatomie an der Universität in Wien. Im April 1938 wurde Pernkopf Direktor dieses Institutes. Pernkopf wurde sehr früh ein Mitglied der NSDAP und war vielleicht deshalb, von 1943 bis April 1945, Rektor der Universität. Im gleichen Jahr,1945, wurde er als Uni- Professor entlassen, konnte aber 1949 als Mitglied der Akademie der Wissenschaft ehrenvoll in Pension gehen. Eduard Pernkopf war und ist bis heute sehr umstritten, da der von ihm verfasste Anatomie Atlas, der erst kürzlich neu aufgelegt wurde, mit großer Wahrscheinlichkeit unter Beschreibung der Leichen von NS-Opfern entstanden sein.

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Wernher von Braun

Wernher von Braun, eigentlicher Name Wernher Freiherr von Braun, kam am 23.März 1912 in Wirsitz (heute Wyrzysk) in Polen zur Welt. Er war deutsch-amerikanischer Abstammung. Bereits in frühen Jahren experimentierte er mit Raketen. 1930, als Student an der Universität Berlin, befasste er sich mit den Problemen der Raketentechnik. 2 Jahre später wurde Braun Mitarbeiter beim Heereswaffenamt und absolvierte,1934, erfolgreich sein Studium. Bereits mit 27 Jahren (1937) wurde er technischer Direktor des Raketenwaffenprojektes der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde. Dort entwickelte er die

erste automatisch gesteuerte Flüssigkeitsrakete, namens A4 (Vorgänger der später entwickelten V2!).1945 ging er mit seinem Mitarbeiterstab in die USA, wo er Berater des amerikanischen Raketenprogramms, an den White Sands Proving Grounds in New Mexico, wurde. 10 Jahre später versetzte man ihn nach Huntsville (Alabama), wo er dann für weitere 10 Jahre das Redstone-Missile-Programm, leitete. 1955 nahm Wernher von Braun die amerikanische Staatsbürgerschaft an und arbeitete ab 1960 als leitender Angestellter, am George C. Marshall Space Flight Center(NASA-Raumfahrtzentrum) in Huntsville, wo er entscheidende Impulse zur Entwicklung der Saturn-V-Trägerrakete gab. Am 16.6.1977 stirbt der populärste Raketeningenieur der Welt, Wernher Freiherr von Braun, in Washington.

 

Anhang:

 

Literaturnachweis:

Microsoft® Encarta® Enzyklopädie © 1993-1997 Microsoft Corporation

http://www.fb6.fhtw-berlin.de/berlin-moskau/d/index.html

http://www.nadir.org/nadir/periodika/tatblatt/82med.htm

http://www.vet.purdue.edu/medill/pernkopf.html

http://www.swi.htu.tuwien.ac.at/~doew/spann.html

http://etika.hirnris.sig.at/d49ns/49ns22h.htm

http://www.igpp.de/projekt1.htm

http://www.mwe.de/kino/personen/riefenst.htm

http://www.salzburg.com/zeitung/99/01/07/kultur-21615.html

"Das moderne Lexikon"/ Hrsg: Bertelsmann/ Gütersloh 1972

 

Bildnachweis:

Ziegler: http://web.aec.at/freelance/rax/KUN_POL/UND/BIOS/ziegler.html

Gründgens: "Das moderne Lexikon" Band 12 Seite 293

Wernher von Braun: "Das moderne Lexikon" Band 3 Seite 203