Die Hitlerjugend (HJ) war eine 1926 gegründete nationalsozialistische Jugendorganisation. Als solche war die HJ Bestandteil von Adolf Hitlers Plan, in alle Lebensbereiche ideologisch kontrollierend einzugreifen. Die Mitglieder waren zwischen 14 und 18 Jahren alt.
Die Musik der Hitler- Jugend
"Wurd ich so ein bißchen niedergeschlagen, dann hab ich immer automatisch Nazilieder gesungen. Das ist mir eine gute Medizin gewesen,... Wenn man unter den Nazis aufgebracht worden ist, dann bleiben diese Nazilieder noch für zwanzig, dreißig Jahre im Hirn." (Tomi Ungerer, elsässischer Zeichner, 1981)
Einige nannten die Machtergreifung gar eine singende Revolution, die einen "Liederfrühling" mit sich gebracht hatte. Es wurde zwar verschiedenes gesungen: ältere und neuere Volkslieder, Lieder der einstigen Jugendbewegung; aber etwa ein Drittel der sogenannten Sternlieder an Schulen war Nationalsozialistisches Liedgut, allerdings nur in den oberen Klassen.
Besondere Eigenschaften der NS-Lieder:
Die musikalische Revolution
Es wurden Konzerte von Feinden gestört, räumten unter Musikern und im Konzert – Repertoire auf, während sie ihre eigenen Karrieren förderten. Diese "spontane Revolution" der örtlichen Parteiverbände, der SA und des Kampfbundes für deutsche Kultur wurde in Wirklichkeit gesteuert, um den totalitären Ansprüchen des Regimes zu dienen. Das "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums", daß "Nicht - Arier", Kommunisten und andere, denen eine Unterstützung des nationalen Staates ohne Vorbehalte nicht zugetraut werden kann, von dieser Stellenvergabe ausschloß, legalisierte den Aderlaß in den Reihen der Musiker. Dieses Gesetz machte den ängstlichen Opfern die wahre Natur des Regimes deutlich. In der Fakultät der angesehenen "Preußischen Akademie der Künste" in Berlin wurden die Professoren Arnold Schönberg und Franz Schreker entlassen. Schönberg repräsentierte die Krise der Musik, war Haßobjekt im Bereich der ernsten Musik – was Pfitzner als "die Ästhetik musikalischer Impotenz" bezeichnet hatte. Die Nazis sahen Schönbergs Abgang als Voraussetzung für einen musikalischen Neuaufbau auf der Basis völkischen Denkens. Hitler erweiterte die Basis der Anhänger seines Minderheitsregimes. Dabei war ihm die Musik eine große Hilfe und propagierte die romantisch-völkische Komponente des Nationalsozialismus. Kinder sangen sie in der Schule und bei Ausflügen, ebenso wie die Hitlerjugend Studentenverbindungen, die SA, die Wehrmacht.
Bei der deutschen Jugend vermittelte es ein rauschhaftes Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Musik unter dem Hakenkreuz
Raubgold und jüdische Kunstwerke machen immer noch Schlagzeilen. Doch zum Thema "Plünderung von Musikalien" hielt sich die Wissenschaft der Bundesrepublik vornehm zurück.
Es blieb ausländischen Wissenschaftlern, wie zum Beispiel dem Niederländer Willem de Vries, vorbehalten, ihre Recherchen über den "Sonderstab Musik" zu publizieren.
Sonderstab Musik:
1940 gegründet, vom Reichsleiter Rosenberg, hatte der "Sonderstab Musik" die Aufgabe jüdisches Eigentum zu konfiszieren. Konfisziert wurden vor allem Musikinstrumente und Kompositionen. Die "gesammelten" Musikalien wurden deutschen Musikern zur Verfügung gestellt und nur die wenigsten wurden nach dem Ende des Nazi-Regimes den rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben.
Bei seiner Recherchen stieß Vieres auf den Göttinger Prof. Dr. Wolfgang Boetticher, einem bekennenden Nazi und Mitarbeiter im Sonderstab Musik. Es gibt Hinweise das er auch am "Lexikon der Juden in der Musik" mitgearbeitet hat.
Lexikon der Juden in der Musik
Durch dieses Lexikon ermöglichte die Durchführung von systematischer und gezielter Plünderung bei Juden und Jüdinnen. Jedoch drohen Boetticher keine Sanktionen im Gegenteil wurde er 1955 Dozent im Göttinger musikwissenschaftlichen Institut.
Es handelt bei Boetticher nicht um ein schwarzes Schaf unter lauter Weißen, sondern um einen von ganz vielen WissenschaftlerInnen die nach 1945 ihre Karriere unabhängig von ihrer Stellung in der NS-Zeit fortsetzen konnten.