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Geschichte Projekt 1999 // Nationalsozialismus in Vorarlberg

 

Geschrieben und zusammengefasst 1999, von Maximilian Berktold
Schauner 10
6850 Dornbirn

 

Nationalsozialismus in Vorarlberg:

 

Beinhaltet:

Zeittafel 1922 - 1938: Die Vorgeschichte der NSDAP in Vorarlberg vor dem 2. Weltkrieg.

 

2. Politiker: Die wichtigsten Männer damals.

3. Verfolgte und Widerstand: Politisch Verfolgte und Widerstandsgruppen.

4. Wirtschaft: Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und die großen Firmen zu dieser Zeit.

 

Anhang: Begriffserklärung und Quellenangabe.

 

 

1.Zeittafel (1922 – 1938 ):Die Vorgeschichte der NSDAP in Vorarlbergs vor dem 2.Weltkrieg:

 

1922:Oktober

In Bregenz wird die ersten nationalsozialistische Ortsgruppe gegründet.

 

    1. Es beginnt der Aufbau der Organisation in den Großgemeinden.
 
  1. Weitere Ausbautätigkeit im ganzen Land.
  2.  

  3. Die NSDAP erhält 10,5 % der Landtagswähler und zwei von 26
Landtagsabgeordneten Plätze. In Dornbirn ist die Parteileitung plaziert und weitere NSDAP Zentren in Bregenz, Feldkirch, Lustenau und Götzis.

 

1933:Juli Parteiverbot für die Nationalsozialisten. 11800 illegale Aktivisten

machen Terror und Anschläge gegen Sachgüter und Personen. Es

werden Verhaftungswellen gestartet, daher kommen viele Fluchten

nach Deutschland vor.

 

  1. Es herrscht ständig illegaler Wiederaufbau der verbotenen Partei.
 

1938: 11.März Die Machtübernahme der NSDAP durch Vorarlbergs SA- und

SS-Führer ist soweit.

 

10.April Volksabstimmung: Das Volk ist mit 98,09 % für den Anschluß an

Deutschland.

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2. Politiker: Die wichtigsten Männer von damals:

 

 

 

Ernst Winsauer ist 1890 in Dornbirn geboren, 1925 Vizepräsident der Bauernkammer und 1934 wurde er mit Zustimmung des Bundeskanzlers Dollfuß zum Landeshauptmann ernannt.

1945 war er Unterstaatssekretär in der provisorischen Regierung Renner und Bundesrat.

Bis 1955 Direktor der chemischen Versuchsanstalt und starb 1962.

 

 

Anton Plankensteiner ist 1890 in Bregenz geboren und lebte in Dornbirn. Nach der Matura 1909, war er von 1914 bis 1918 als Offizier im 1. Weltkrieg . 1930 trat er der NSDAP bei und musste wegen illegaler Parteitätigkeit ein Jahr ins Gefängnis. Am 11. März 1938 wurde Anton Plankensteiner von Vorarlberger Nationalsozialisten zum Landeshauptmann und Vorarlberger Gauleiter ernannt. Mitglied des Deutschen Reichtages und ist, nach einer politischen Gefängnisstrafe von 1945 bis 1950, 1969 gestorben.

 

 

Franz Hofer wurde 1902 in Hofgastein geboren, seine Mutter war eine Vorarlbergerin. Bis 1933 arbeitete er als Kaufmann in Innsbruck. Vom Dezember 1932 bis März 1933 war er Leiter des Gaues Tirol – Vorarlberg. 1933 flüchtet er aus dem Gefängnis in Innsbruck nach München und macht von dort aus Tätigkeiten in der NSDAP – Landesleitung für Österreich.

Nach dem Anschluß 1938 wird er zum zweiten mal Gauleiter von Tirol und dann Tirol – Vorarlberg. Nach dreijähriger US – Internierungshaft in Deutschland verstarb Franz Hofer 1975 als Exportkaufmann.

 

 

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3.Verfolgte und Widerstand: Politisch Verfolgte und Widerstandsgruppen:

 

Verfolgte Politiker:

 

Nach dem Einmarsch der Deutschen 1938 zeigten sich die ersten Verfolgungen meist in Form von Amtsenthebungen, wie zum Beispiel bei Landeshauptmann Winsauer. Dieser wurde aber nur abgesetzt und nicht polizeilich verfolgt. Das liegt daran, dass die Nationalsozialisten nicht auf die Funktion der ehemaligen Machthabern schauten, sondern wie sich diese während der

"Verbotszeit" gegen die Nazis verhalten haben.

Wer ab nun gegen die Nazis ein Wort sagte, musste mit Verfolgung rechnen. Da gab es drei verschiedene Vorgangsweisen:

Deportation in Konzentrationslager:

Deportation in ein Konzentrationslager geschah zum Beispiel mit Hugo Lunardon. Er war Gendarmeriepostenkommandant von Dornbirn, und wurde zusammen mit dem Tiroler Gendarm Erwin Gostner zuerst nach Dachau und dann im Mai 1939 in Mauthausen interniert. Auch Georg Schelling, der Chefredakteur des "Vorarlberger Volksblattes". Diese hatten alle mutige Worte und Taten gegen die Nazis gezeigt. Inhaftierungen und Strafprozesse: Ein zweiter Weg zur Bestrafung von Funktionsträgern und Beamten war eine Inhaftierung in die hiesigen Gefängnisse. Wobei das zusammengetragene belastbare Material in keinem einigem Fall zu solchen großen Schauprozessen ausgereicht hätte. Verhängung von "Schutzhaft": Dies war meistens als Befriedigung der Rachegelüste von Nazis gegen Persönlichkeiten der damaligen Gesellschaft. Zum Beispiel der Präsident des Vorarlberger Landtages Dr. Franz Erne.

 

Es wurden aber natürlich nicht nur Persönlichkeiten sondern auch Menschen aus dem alltäglichem Leben verfolgt. Und das waren nicht wenige, wie die folgende Bilanz zeigen wird:

 

Verfolgte: - Gefängnishaft zwischen März 1938 und April 1945: ca. 1500 Vorarlberger

 

 

 

Widerstand und Widerstandsgruppen:

 

 

Es wurde in Vorarlberg zwar nicht viel Widerstand betrieben, aber es gab doch einige geheime Gruppen die Anschläge und Propaganda gegen die Nationalsozialisten verübt haben.

Es gab zum Beispiel die " Aktionistische Kampforganisation (AKO)", diese Widerstandsgruppe wurde gegründet vom Dornbirner Schlosser Wilhelm Himmer und unter dem in der Schweiz lebenden Deutschen Dr. Max Oberholzer. Die Organisation hatte zwar Vieles geplant, aber es kam nie zur Verwirklichung von Anschlägen oder Sabotage gegen die Nazis. Die Gestapo hatte auch Himmer entlarvt und die AKO entdeckt. Die Drahtzieher der Organisation wurden meist zum Tode verurteilt oder inhaftiert. Wilhelm Himmer wurde zum Beispiel nach Prozeß am Volksgericht in Innsbruck am 8. Juli 1942 in Berlin hingerichtet.

Eine weitere Widerstandsgruppe in Vorarlberg war die Gruppe Malin. Der Name der Gruppe kommt von Johann August Malin selbst. Dieser Mann nimmt einen besonderen Stellenwert im Vorarlberger Widerstand ein. Sein Ziel war die Vereinigung der christlichen mit den marxistischen orientierten antifaschistischen Gruppen, was er auch so gut wie geschafft hatte. Malin war eine Art Armenanwalt , zu dem die Bevölkerung gekommen ist und da er sich zuvor sehr viel mit seiner und der Volksbildung auseinander gesetzt hatte, konnte er erstens den Menschen helfen und zweitens seine politische Meinung verbreiten. Aber wie auch Wilhelm Himmer wurde Johnn August Malin zum Tode verurteilt und am 10.November 1942 in München-Stadelheim hingerichtet.

Im Gegensatz zu diesen zwei Widerstandsgruppen war die Junge Katholiken anders. Diese Gruppe wurde auch nicht von der Gestapo aufgedeckt, wobei man dazu sagen muß, dass diese auch anderen Widerstand betrieben hatten. Es handelt sie hier um einen Zusammenhang von katholischen Jugendlichen, die noch vor 1938 im Reichsbund oder bei den Pfadfindern aktiv waren. Sie machten nichts anderes als die jungen Leute zu ermutigen, dass sie dem neuem System standhaft blieben und die Verlockungen der NSDAP ignorieren.

 

 

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4. Wirtschaft:

 

 

Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit:

 

Wie auch sonst überall war die Arbeitslosigkeit fatal. Aber ein Jahr nach dem Anschluß 1938 war die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg schon auf 0% gesunken. Das liegt daran dass Hitler sehr viele Projekte startete, wie zum Beispiel der Bau der Illwerke um 84 Millionen Reichsmark. Daneben wurde aber auch die Flexen-, Arlberg-, Hochtannberg- , Montafoner- und die Groß Walsertalerstraße errichtet. Hitler hatte dabei sicher auch Hintergedanken wegen dem Krieg, dass er bessere Verbindungen zwischen den verschiedenen Gebieten geschafft hat, aber er hat dem ganzen Volk Arbeit damit verschafft und das hat ihm sehr viele Anhänger gebracht. Allerdings darf an dieser Stelle auch auf die vielen Zwangsarbeiter verwiesen werden, die auf den Großbaustellen beschäftigt waren.

 

 

Die großen Firmen zu dieser Zeit:

 

Vor 1938 hatten schon viele Vorarlberger Unternehmen die NSDAP, auch in der verbotenen Zeit, tatkräftig unterstützt. Und nach dem Anschluß wurde die Partei insbesondere von den Dornbirner Großfabrikanten weitgehend hochgehalten. Die Unternehmungspolitik der Großbetriebe sah aber nicht nur die Optimierung der innerbetrieblichen Struktur vor, sondern suchte den Weg auf den großen deutschen Markt. Große Namen oder Firmen waren zu dieser Zeit Gustav Freiherr Wagner-Wehrborn und Viktor Hämmerle von der Firma F.M.Hämmerle, Hermann Rhomberg von der Fima Franz M.Rhomberg.

Hermann Rohmberg war ein Dornbirner Unternehmer. Sein Einfluss reichte in und nach der NS-Zeit weit über die Grenzen Vorarlbergs hinaus. Nach 1938 war er der einflußreichste Wirtschaftsführer des Landes und in vielen Funktionen tätig. 1949 gründete er die Dornbirner Messe und 1962 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Dornbirn.

 

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Anhang:

 

 

 

Gaue / Gauleiter: ursprünglich Bezeichnung für eine germanische Stammes-, Herrschafts- oder Verwaltungsbezirk, und von der NSDAP auf ihre Gebiets-, bzw. Organisationseinheiten angewandt. Der Gau bildete die oberste Einheit und ist gefolgt von Kreis, Ortsgruppe, Zelle und Block. Jeder Gau hat einen Gauleiter, der dem Hitler direkt unterstellt war und er konnte auch nur von Hitler selbst ernannt oder abgesetzt werden.

 

 

Quellen: Microsoft Encarta 99 Enzyklopädie

"Von Herren und Menschen Verfolgung und Widerstand in Vorarlberg 1933-1945",

fink´s Verlag

" 1938 Der Anschluß Vorarlbergs an das dritte Reich", Gerhard Wanner

"Bombengeschäfte", Harald Walser