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Biographien
von Cuk Anton

 

Inhalt:

 

 
 
Heinrich Himmler

Heinrich Himmler wurde am 7.10.1900 in Lüneburg geboren und stammte aus bürgerlichem Hause. Er war gelernter Landwirt und nahm am 8/9.11.1923 am Hitlerputsch teil. Schon früh war er Mitglied der NSDAP und der SS, deren Reichsführer er 1929 wurde. Die zunächst kleine Elite-Einheit SS, unter der Führung der SA, baute Himmler zu einer starken, rassistischen Polizeiorganisation aus. Bei der Personalauswahl ging H. schematisch nach "erbbiologischen(arischen)" Gesichtspunkten vor, indem er die Abstammung der Offiziere bis ins Jahr 1750 zurückverfolgen ließ, und er war besessen von einem Germanenkult als " Herrenvolk" im neuen Europa. 

 

1933 war Himmler erst "nur" Polizeipräsident in München, übernahm aber dann, unterstützt von Heydrich, schrittweise die Polizei der deutschen Länder (außer Preußen). Am 20.4.1934 ernannte H. Göring Himmler zum stellvertretenden Leiter und Inspekteur der preußischen Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Am 30.6/1.7.1934 beteiligte sich Himmler an der Mordaktion gegen die SA-Führung (Röhm-Putsch). Daraufhin löste Hitler die SS aus der SA und machte sie zu einer selbstständigen Sonderorganisation.

Als ernannter Reichsführer der SS und Chef der deutschen Polizei schuf Himmler ein Kontroll- und Überwachungssystem, das wie ein " Staat im Staat" das Terrorsystem der NS-Staaten lenkte (SS-Staat). Neben Polizei herrschte Himmler zusammen mit Heydrich über die Konzentrationslager, für die er die Totenkopfverbände als Bewachungsmannschaften einstellte. Nach Kriegsausbruch entwickelte sich aus der SS-Verfügungstruppe, die Waffen-SS als eigener Truppenkörper. Als Himmler dann die Stellung des "Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkes" zugesprochen wurde, war er auch für die Um- bzw. Neuansiedlung dt. Staatsbürger in, die von der Wehrmacht eroberten Gebieten, verantwortlich. Am Anfang des dt. Angriffs auf die UDSSR wurden Himmler und Heydrich für die Organisation der Massenverbrechen an europäischen Juden und der Bevölkerung des östlichen Europa bestimmt, und Himmler ließ, in den im Osten eroberten Gebieten, zahlreiche Vernichtungslager errichten. Nach der Wende des Kriegs (1942/43) zuungunsten Deutschlands wurde er Reichsinnenminister und kurz darauf Oberbefehlshaber des Ersatzheeres. Nachdem Himmler über F. Graf Bernadotte den Westmächten am 23/24.4.1945 die Kapitulation anbot, enthob ihn Hitler am 29. April 1945 aller seiner Ämter. Nach Kriegsende versuchte Himmler verkleidet unterzutauchen, wurde aber von britischen Soldaten festgenommen und beging Giftselbstmord.

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Joachim von Ribbentrop

Joachim von Ribbentrop wurde am 30.4.1893 als Sohn eines Offiziers in Wesel geboren. Seinen Adelstitel erhielt er durch die Adoption einer blaubütigen Tante (1925). Von 1914-19 trat er als Freiwilliger in den Dienst der Armee. Seinen Spitznamen "der Weinreisende" zog er sich wegen der Heirat (1920) mit Anneliese Henkell, der Tochter des schwerreichen Sektfabrikanten Henkell, zu. 1932 trat er der NSDAP, 1933 der SS bei und wurde bei der Vorbereitung des Kabinetts der " nationalen Konzentration" Verbindungsmann zwischen den konservativen Gruppen um F. von Papen und den Natinalsozialisten um H. Göring und H. Himmler.

Durch die Vertretung der Henkellprodukte in Berlin kam es zur Begegnung mit Hitler, der die Beziehungen Ribbentrops nutzte, und diesen1933 zu seinem außenpolitischen Berater machte. 1934 wurde Ribbentrop Sonderbeauftragter der Reichsregierung in Sachen Abrüstungsfragen und führte die Verhandlungen des Deutsch-Britischen-Flugabkommens 1935. 1936 ging er als Botschafter nach England um ein Dt.-Brit.-Bündnis abzuschließen, wurde aber zum strikten Gegner Großbritanniens, da er feststellte dass die national-sozialistische und britische Politik nicht vereinbar waren. Am 4.2.1938 wurde Ribbentrop Außenminister. Seine größten Erfolge als Botschafter konnte er mit dem Abschluß des Dt.-Sowj. Nichtangriffpaktes (23.8.1939 Hitler-Stalin-Pakt) und des Grenz- und freundschaftsvertrages mit der UDSSR erzielen. Mit Kriegsanbruch, für den Ribbentrop maßgeblich mitverantwortlich war, verlor er zunehmend an Einfluss. Er war wesentlich an der Umsetzung der Pläne zur "Endlösung der Judenfrage" (Holocaust) beteiligt und wurde am 14.6.1945 verhaftet und beim Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozeß am 1.10.1946 zum Tode verurteilt.

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Adolf Eichmann

Adolf Eichmann wurde am 19.3.1906 als Sohn eines Straßenbahndirektors in Solingen geboren, und zog später als Kind mit Familie nach Linz an der Donau. Nach Abbruch seines Maschinenbaustudiums war er als Arbeiter, Verkäufer und Vertreter bei einer Mineralölfirma tätig. Im Jahr 1932 trat er sowohl der österreichischen NSDAP, als auch der SS bei. Nach Absolvierung einer militärischen Ausbildung in der SS-Verfügungstruppe kam Eichmann als SS-Scharfführer in das sogenannte Judenreferat II 122 des Sicherheitsdienstes (SD). 1938 ging er wieder zurück nach Wien, wo er die " Zentralstelle für jüdische Auswanderung" aufbaute, die einzige Dienststelle, die ermächtigt war Juden aus Österreich, später auch aus der Tschechoslowakei und dann aus dem gesamten Reichsgebiet auszuweisen. In den folgenden 18 Monaten verließen 150.000 Juden zwangsweise Österreich. Im März 1939 beschäftigte sich Eichmann mit dem Plan der Judendeportation nach Polen und wurde noch im selben Jahr Geschäftsführer der " Reichszentrale für jüdische Auswanderung" und im Dezember 1939 in das Amt IV (Gestapo) des Reichssicherheitshauptamtes versetzt, wo er das Referat IVD4 (Auswanderung und Räumung), dann das Referat IVB4 (Judenangelegenheiten und Räumung) übernahm. Seit 1941 Obersturmbannführer, trug er die wesentliche Verantwortung bei der Deportation von etwa 3 Millionen, aus den besetzten Teilen Europas, in die Konzentrationslager und damit der Durchführung der Endlösung. In letzterer Sache zeigte sich Eichmann als Perfektionist mit äußerster Gefühlslosigkeit, und stellte sogar höchstpersönlich Transporte mit ungarischen Juden zusammen. Obwohl er nie ein fanatischer Antisemit war und andauernd betonte er habe nichts persönlich gegen Juden, widersetzte er sich gegen Kriegsende sogar Himmler und seinen Anweisungen, die Massenvergasungen zu stoppen, und setzte sie weiter fort. Nach Kriegsende wurde Eichmann von den Alliierten gefangen, es gelang ihm aber aufgrund seiner öffentlichen Unbekanntheit, und sich dadurch die Amerikaner nicht bewußt waren wen sie da gefangen hielten, die Flucht. 1946 tauchte er in Argentinien unter, wurde dort allerdings 1960 von israelischen Geheimagenten entdeckt, entführt und vor dem Gericht in Jerusalem wegen Verbrechen gegen das jüdische Volk, sowie wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt und 1962 hingerichtet.

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Ernst Röhm

Ernst Röhm wurde am, 28.1.1887 als Sohn eines Eisenbahninspektors in München geboren. Mit vielen seiner Altersgenossen teilte Röhm das Schicksal der "verlorenen Generation", die sich nach dem schrecklichen Töten im 1. Weltkrieg nicht mehr in der Gesellschaft zurechtfand, und sich häufig in rechtsradikalen Kreisen versammelte. 1919 wurde er Generalstabsoffizier im Freikorps von Franz Xavier Epps und somit in die Reichswehr eingegliedert. Ebenfalls engagierte sich Röhm für den Zusammenschluß paramilitärischer Organisationen (Einwohnerwehren, Wehrverbände) und stand seit 1919 mit Hitler in enger Verbindung. Noch im selben Jahr wurde er Mitglied in der Deutschen Arbeiterpartei und der NSDAP, und trug sehr viel zum Aufbau der Partei und der SA bei. 1923 war er mit seinem eigenen Wehrverband am Hitlerputsch beteiligt und wurde daraufhin inhaftiert. Nach seiner Entlassung wurde Röhm von Hitler zu einer Reorganisierung der SA beauftragt, da diese von 1923-25 verboten wurde. Daraufhin gründete Röhm einen Wehrverband den " Frontbann", den er Hitler zwar unterstellen, aber selber leiten wollte. Über die Stellung der SA innerhalb der Partei geriet Röhm mit Hitler in Konflikt und trat am 1.5.1925 als SA-Führer zurück. Aufgrund dessen ging er als Truppenausbilder von 1928-30 nach Bolivien, kehrte aber 1930 auf Wunsch von Hitler nach Deutschland zurück, trat der NSDAP bei und wurde im Januar des selben Jahres zum SA-Stabchef ernannt, welche er zur Bürgerkriegsarmee ausbaute. Seine ständigen Bemühungen die SA als unabhängiges Machtinstrument dem Herrschaftssystem zu entziehen, brachten Röhm, der seit Dez.1933 das Amt des Reichsministers ohne Geschäftsbereich besetzte, in zunehmenden Gegensatz zu Hitler, der ihn als Rivalen fürchtete. Während Hitler das Ende der "nationalsozialistischen Revolution" verkündete, proklamierte Röhm eine "zweite Revolution", welche die Bildung eines natsoz. Volksheeres unter der Führung der SA herbeiführen sollte. Manipulierte Gerüchte eines Putsches der SA führten dann zum Röhm-Putsch, im Zuge dessen Röhm, der einzige selbstständige Rivale Hitlers, am 30.6.1934 verhaftet und einen Tag später erschossen wurde.

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Reinhard Heydrich

Reinhard Heydrich wurde am 7.3.1904 in Halle geboren. Wie viele aus dem Binnenland stammen zog es ihn zur Marine (1923) aus der er aber aufgrund eines Ehrengerichtsverfahren 1931 ausgeschlossen wurde. Seinem Ausschluß folgte dann der Beitritt zur NSDAP und der SS, deren Sturmbannführer er 1934 wurde. Unter dem Auftrag Himmlers baute er den Sicherheitsdienst der SS (SD) auf, der von Heydrich zu einem umfassenden, politischen Nachrichtendienst geformt wurde. Er war seit 1933 maßgeblich am Aufbau der terroristischen Herrschaftsstrukturen

des Nazi-Regimes beteiligt. Heydrich übernahm zusammen mit Himmler,1933/34 nach und nach die Führung der Polizei der deutschen Länder und schlußendlich die des "Geheimen Staatspolizeiamtes" in Preußen (Gestapo). Nach der Übernahme Himmlers der gesamten deutschen Polizei, kam Heydrich als Leiter der Sicherheitspolizei (Gestapo und Kripo zusammen), des SD und seit 1939 als Chef des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA), in eine führende Stellung des terroristischen NS-Regimes. 1934 war Heydrich an der Ermordung hoherSA-Führer wesentlich beteiligt (Röhm-Putsch). Während des zweiten Weltkriegs leitete Heydrich, der seit 1941 SS-Obergruppenführer und General der Polizei war, mit beispielloser Skrupellosigkeit die Massenvernichtung von Juden, die durch Einsatzgruppen des Sicherheitsdienstes und der SS erfolgten. Mit Heydrichs Namen ist vor allem die "Gesamtlösung und Endlösung der Judenfrage" verbunden, mit der er durch einen Brief Görings vom 31.7.1941 beauftragt wurde und die durch die 1942 stattfindende Wannseekonferenz, deren Leitung ihm unterlag, in ihre entscheidende Phase trat und brutale Massenvernichtungen zur Folge hatte. Sept.1941 wurde Heydrich stellvertretender "Reichsprotektor für Böhmen und Mähren". Am 27.5.1942 lauerten ihm zwei Agenten, der tschechischen Exilregierung mit dem Auftrag ihn zu beseitigen, auf und schossen auf ihn. Heydrich wurde schwer getroffen und erlag seinen Verletzungen acht Tage darauf. Als Vergeltungsschlag wurde das Dorf Lidice vernichtet und die gesamte männliche Bevölkerung von der SS erschossen, da sie vermuteten dass die Attentäter in dem Dorf Zuflucht gefunden haben.

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Julius Streicher

Julius Streicher kam am 12.2.1885 als Sohn eines Lehrers in Fleinhausen bei Augsburg zur Welt. Wie sein Vater wurde auch er 1909 Volksschullehrer in Nürnberg. Streicher war 1919 Mitbegründer der Deutsch-Sozialen Partei die er durch den Beitritt in die NSDAP, ihr eingliederte. 1923 wurde er wegen Teilnahme am Hitlerputsch vom Schuldienst suspendiert, und war von 1924-32 als NSDAP-Abgeordneter im Bayrischen Landtag präsent. Streicher wurde 1928 die Stellung des Gauleiters von Franken ("Frankenführer") und am 12.1.1933 die des Reichstagabgeordneten zugesprochen. Durch die Gründung seiner Wochenschrift "der Stürmer" war Streicher schon früh als Hauptträger der antisemitischen Hetze und als Leiter des "Zentralkomitees zur Abwehr der jüdischen Greuel- und Boykotthetze" maßgeblich für antijüdische Maßnahmen und Verfolgungen verantwortlich. 1938 veröffentlichte er sein Buch "Kampf dem Weltfeind", in welchem er die Ausrottung der Juden verlangte. Streicher trug dem Zustandekommen der Nürnberger Gesetze einen großen Teil bei und wurde 1934 SA-Gruppenführer. Aufgrund von zahlreichen Skandalen wurde er 1940 all seiner Ämter enthoben, setze aber die Veröffentlichung des Stürmers fort und machte mit seinen Inhalten, die alles jüdische verurteilten, dem Völkermord den Weg frei. 1946 wurde er vom internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt.

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Literaturnachweis

 

Bildnachweis

 

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